Ukraine greift Satelliten-Zentrum Dubna bei Moskau an | nachrichten360
Ukrainische Drohnen greifen größte russische Satelliten-Bodenstation bei Moskau an
Berlin, 22. Juni 2026
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Kurzfassung
Ukrainische Drohnen haben nach Angaben des Generalstabs in Kiew das Zentrum für Weltraumkommunikation in Dubna nördlich von Moskau angegriffen. Russische Stellen bestätigten den Angriff, beim Betreiber RSCC fielen demnach weder Personal noch TV-Übertragung aus; das Ausmaß der Schäden wird noch ermittelt.
Das ukrainische Militär hat in der Nacht zum 22. Juni 2026 die nach eigenen Angaben größte russische Satelliten-Bodenstation in Dubna 120 Kilometer nördlich von Moskau mit Drohnen angegriffen, wie der Generalstab in Kiew mitteilte.
Angriff auf Dubna: Größte Bodenstation Russlands getroffen
Der ukrainische Generalstab erklärte, man habe nach der Attacke starke Rauchentwicklung beobachtet. An der Anlage ist eine starke Rauchentwicklung zu beobachten. Die Verluste des Feindes werden derzeit ermittelt, hieß es in der Mitteilung, die das ukrainische Militär am 22. Juni 2026 auf Facebook veröffentlichte.
Bei der Anlage nahe Moskau handelt es sich um die größte Satelliten-Bodenstation Russlands. Die in Dubna angesiedelte Station wird von der Russian Satellite Communications Company (RSCC) betrieben und war bereits in der Vergangenheit für ihre zivile und militärische Bedeutung hervorgehoben worden. Laut RSCC handelt es sich um den größten Erdfunkstandort Russlands und einen der größten Europas.
Nach ukrainischen Medienberichten dient der Standort der Telemetrie, Positionsbestimmung und Steuerung eines großen Teils der zivilen russischen Satellitenflotte. Dubna erfüllt demnach wichtige militärische und sicherheitsrelevante Funktionen. Ob das Zentrum auch für militärische Zwecke genutzt wird, ist nicht bekannt.
Bedeutung des Standorts: zivile und militärische Nutzung
Den vom Generalstab in Kiew gemeldeten Angriff bestätigten später staatliche russische Stellen. Der Betreiber RSCC erklärte über seinen Pressedienst, das Personal sei nicht zu Schaden gekommen. Die Funktionstüchtigkeit der TV-Ausstrahlung und des Nachrichtenverkehrs wurde nicht gestört, teilte der Pressedienst des russischen Betreibers von Kommunikationssatelliten mit.
Die Folgen des Angriffs würden beseitigt, hieß es weiter. Die Ukraine machte keine Angaben zu den Folgen. Über mögliche Opfer oder Schäden in Russland ist noch nichts bekannt. Das genaue Ausmaß der Schäden werde derzeit noch ermittelt.
Parallel meldete die ukrainische Militärführung Angriffe auf weitere Ziele in Russland. Außerdem meldete das Militär einen Angriff auf eine Fabrik für Raketenelektronik in der russischen Oblast Woronesch. Das ukrainische Militär erklärte, die Anlage mit luftgestützten Marschflugkörpern getroffen zu haben; die Fabrik sei für die russische Rüstungsproduktion wichtig.
Weitere ukrainische Angriffe: Raketenelektronik in Woronesch
Der Gouverneur der Region Woronesch, Alexander Gusev, bestätigte Schäden an Produktionsanlagen in der westrussischen Millionenstadt Woronesch und meldete zudem drei Verletzte. In der westrussischen Millionenstadt Woronesch ist nach offiziellen Angaben eine Fabrik bei einem ukrainischen Angriff mit Marschflugkörpern beschädigt worden. Die russische Luftabwehr erklärte, sie habe mehrere Ziele abgefangen.
Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs griffen ukrainische Truppen zudem mit Drohnen einen Standort zur Ausbildung von Drohnenpiloten nahe Debaltsewe in der Region Luhansk an. Auch Drohnenkommandozentralen in den Gebieten Mirnograd und Perestroika in der Region Donezk seien getroffen worden.
Die Angriffe erfolgten vor dem Hintergrund einer russischen Drohnen- und Raketenoffensive gegen mehrere ukrainische Regionen. Bereits in der vergangenen Nacht hatte es Angriffe beider Seiten gegeben, bei denen in der Ukraine nach dortigen Angaben sechs Menschen getötet wurden.
Im südukrainischen Gebiet Odessa tötete ein russischer Raketenangriff nach Angaben der Regionalverwaltung eine Person und verletzte drei weitere. Die Regionalverwaltung erklärte, Russland habe eine Iskander-Ballistikrakete auf einen landwirtschaftlichen Betrieb abgefeuert, wobei Fahrzeuge und Treibstofftanks in Brand gerieten.
Russische Gegenschläge: Drohnen, Raketen und Schiffe
Im südöstukrainischen Saporischschja wurde nach Angaben von Gouverneur Iwan Fedorow bei einem russischen Drohnenangriff eine Frau getötet und drei weitere Personen verletzt. In der nordukrainischen Region Sumy wurden bei einem russischen Drohnenangriff gegen 5 Uhr morgens Ortszeit ein 13-jähriger Junge, sein Vater und seine Großmutter getötet; die Mutter und zwei Geschwister überlebten.
Russland weitete seine Angriffe auch auf Schifffahrtsrouten im Schwarzen Meer aus. Ein russischer Drohnenangriff auf ein Frachtschiff mit Ziel Ukraine tötete den ägyptischen Koch eines unter Panama-Flagge fahrenden Schiffes; acht weitere Besatzungsmitglieder wurden von dem nun nicht mehr seetüchtigen Schiff gerettet. Zwei weitere Schiffe unter Flagge von Belize und Palau wurden in der Nacht zu Montag von Russland angegriffen, ohne dass es Verletzte gab.
Ukrainische Stellen erklärten, ein türkisches Frachtschiff sei von einer russischen Drohne getroffen worden. Der ukrainische Vizeregierungschef Olexij Kuleba teilte auf Telegramm mit, das Frachtschiff "Victress" habe durch den Angriff Feuer gefangen. Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurden nach jüngsten ukrainischen Luftangriffen auf Versorgungswege und Energieanlagen zeitweise Stromsperren angekannt.
Die Lage auf der Krim verschärfte sich weiter. Die Behörden der von Russland annektierten Halbinsel setzten den Tourismus aus und schlossen alle Ferienlager aufgrund ukrainischer Angriffe auf Versorgungswege und einer schweren Treibstoffkrise. Der Krim-Gouverneur Sergej Aksjonow kündigte auf Telegramm an, die Schließung der Ferienlager und die Aussetzung des Tourismus dauerten bis zum 1. September; zur Begründung verwies er auf die öffentliche Sicherheit.
Krim im Ausnahmezustand: Treibstoffkrise und Tourismusstopp
Tankenstellen auf der Krim haben seit Sonntag vollständig aufgehört, Benzin und Diesel an Privatpersonen und Unternehmen zu verkaufen. Dort gibt es bereits seit längerem Probleme auch bei der Versorgung mit Benzin; derzeit wird kein Kraftstoff mehr an Privatleute ausgegeben. Kraftstoff wird nur noch an staatliche Stellen ausgegeben, die den Betrieb und die Sicherheit der Halbinsel sicherstellen, wie die Regionalverwaltung mitteilte.
Im Hafen Sewastopol auf der Krim wurden alle öffentlichen Open-Air-Veranstaltungen für Montag abgesagt, die Straßenbeleuchtung wurde eingestellt. Gouverneur Michail Raswoschajew rief die Bewohner zum Stromsparen auf. Die Hafenstadt Sewastopol sagte Open-Air-Veranstaltungen ab. Auch Kinderreisen auf die Krim wurden verboten.
Russland reagierte mit Drohnenabwehr über der Hauptstadt. Die vier Moskauer Flughäfen wurden wegen des Anflugs zahlreicher Drohnen vorübergehend geschlossen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, 59 Drohnen seien abgefangen worden; die Flughäfen wurden nach russischen Angaben wieder geöffnet. Russland wehrt Dutzende Drohnen über Moskau ab.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich unterdessen zu diplomatischen Entwicklungen. Er erwarte von seinem belarussischen Amtskollegen Alexander Lukaschenko konkrete Deeskalationsschritte. Lukaschenko muss über Worte hinaus Deeskalation demonstrieren, sagte Selenskyj. Sein "Ich entschuldige mich" soll er für sich behalten, das funktioniert seit dem ersten Tag des Kriegs nicht mehr. Selenskyj sagte, die Ukraine entscheide, wer Europa in möglichen Verhandlungen mit Russland vertrete. Das ist fair.
Diplomatie und Aufrüstung: Selenskyjs Signale an Minsk und Berlin
Selenskyj kündigte zudem weitere Waffenlieferungen aus deutscher Produktion an. Er sagte in einem Interview, Deutschland werde 600 Patriot-Flugabwehrraketen aus deutscher Produktion an die Ukraine liefern. Er sehe positive Signale aus den Vereinigten Staaten, dass die Ukraine auch eine Lizenz für die heimische Patriot-Produktion erhalte. Diese Nachricht wurde am 22.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
Militärisch baut die Ukraine ihre Verteidigungsstruktur um. Die ukrainische Regierung genehmigte eine Militärreform, die es allen Soldaten ermöglicht, Verträge zu unterzeichnen, die ihnen eine Rückkehr ins zivile Leben nach einer gewissen Zeit erlauben, um die Fronttruppen zu entlasten. Parallel entsteht nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums in Schrobenhausen in Bayern die erste Patriot-Produktionsstätte außerhalb der Vereinigten Staaten; die ersten in Deutschland gefertigten Raketen sollen Anfang 2027 verfügbar sein.
Der MDR weist darauf hin, dass Angaben offizieller russischer und ukrainischer Quellen zum Kriegsverlauf, Beschuss und zu Opferzahlen derzeit nicht unabhängig überprüft werden können. Die Angriffe erfolgten am 21. Juni 2026 und in der Nacht zum 22. Juni 2026.
Fragen & Antworten
Was ist über den Angriff auf das Zentrum in Dubna bekannt?
Ukrainische Drohnen haben nach Angaben des Generalstabs in Kiew das Zentrum für Weltraumkommunikation in Dubna 120 Kilometer nördlich von Moskau angegriffen. Russische Stellen bestätigten den Angriff; der Betreiber RSCC erklärte, weder Personal noch TV-Übertragung seien beeinträchtigt; das Schadensausmaß wird noch ermittelt.
Welche Bedeutung hat die Anlage in Dubna?
Laut dem Betreiber RSCC handelt es sich um die größte Satelliten-Bodenstation Russlands und eine der größten in Europa. Sie wurde 1980 für die Übertragung der Olympischen Spiele in Moskau errichtet, steuert nach ukrainischen Angaben einen großen Teil der zivilen russischen Satellitenflotte und erfüllt zugleich militärische und sicherheitsrelevante Funktionen.
Wie reagiert Russland auf die ukrainischen Angriffe?
Russland griff mehrere ukrainische Regionen mit Drohnen und Raketen an; in Odessa, Saporischschja und Sumy gab es Tote und Verletzte, darunter ein 13-jähriger Junge. Auf der Krim verhängten die Behörden einen Tankstellen-Stopp für Privatpersonen, schlossen Ferienlager und sagten öffentliche Veranstaltungen ab; zudem schloss Russland vorübergehend alle vier Moskauer Flughäfen wegen Drohnenannäherungen.