Tunesien trennt sich nach WM-Debakel von Lamouchi und holt Renard
Monterrey, 17 Juni 2026
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Kurzfassung
Nach der 1:5-Auftaktpleite gegen Schweden hat der tunesische Fußballverband Nationaltrainer Sabri Lamouchi freigestellt und Hervé Renard als Nachfolger verpflichtet. Der Franzose soll das Team bei den noch ausstehenden Gruppenspielen gegen Japan und die Niederlande betreuen.
Monterrey, 17 Juni 2026
Der tunesische Fußballverband hat sich einen Tag nach der 1:5-Auftaktniederlage gegen Schweden von Nationaltrainer Sabri Lamouchi getrennt und den Franzosen Hervé Renard als Nachfolger verpflichtet.
Der tunesische Fußballverband hat am Dienstagmorgen die Trennung von Nationaltrainer Sabri Lamouchi bekannt gegeben. Wie das staatliche Fernsehen unter Berufung auf Verbandspräsident Moez Nasri berichtete, habe Lamouchi das Quartier der Nationalmannschaft in Mexiko verlassen, "nachdem man sich auf die Beendigung des Vertragsverhältnisses geeinigt hatte". Der 54 Jahre alte Franzose war erst nach dem Afrika-Cup im Januar dieses Jahres in sein Amt gerückt.
Auslöser der Trennung war das deutliche 1:5 im WM-Auftaktspiel gegen Schweden in Monterrey. "Das 1:5 im WM-Auftaktspiel in Monterrey gegen Schweden war das letzte Spiel als Nationaltrainer für Lamouchi", hieß es in Berichten. Das Ergebnis markierte den vorläufigen Tiefpunkt einer ohnehin enttäuschenden Amtszeit. Seit seiner Verpflichtung als Nationaltrainer Tunesiens im Januar dieses Jahres hatte es unter Lamouchi nur einen einzigen Sieg gegeben, ein 1:0 gegen Haiti.
Stationen einer gescheiterten Amtszeit
Die Bilanz des früheren französischen Nationalspielers fällt damit ernüchternd aus: In fünf Partien setzte es vier Niederlagen, darunter auch eine 0:1-Testspielpleite gegen Österreich in Wien zwei Wochen vor Turnierbeginn. Beim letzten Härtetest, dem sogenannten Generalprobe-Match, kassierte Tunesien gar ein 0:5 gegen Belgien. Lamouchi, der eigentlich noch bis Sommer 2028 unter Vertrag stand, ist damit nach nur einem WM-Spiel Geschichte.
Die Nachfolge tritt Hervé Renard an, der bereits Erfahrung mit großen afrikanischen Turnieren mitbringt: "führte Sambia sowie die Elfenbeinküste zum Afrika-Cup-Titel", wie es in den Berichten heißt. "Der 57 Jahre alte Renard war zuletzt als Trainer Saudi-Arabiens tätig" und saß dort auch 2022 auf der Trainerbank. Zudem trainierte er die französische Frauen-Nationalmannschaft. Der Verband teilte mit, Renard solle "bis zum Ende der Weltmeisterschaft 2026 die Leitung der Nationalmannschaft übernehmen".
Renard übernimmt in Monterrey
Renard muss noch ins Quartier der tunesischen Nationalmannschaft in Mexiko reisen. Es wird erwartet, dass Renard zeitnah im Teamcamp eintrifft, um die Vorbereitung auf das zweite Spiel gegen Japan am Sonntag (MESZ) zu übernehmen. "Renard wird am Dienstag in Monterrey eintreffen, wo er die erste Trainingseinheit mit der Mannschaft leiten wird." Das Spiel gegen Japan ist für Sonntag um 6:00 Uhr MESZ angesetzt – ein früher Termin, der die Mannschaft unter zusätzlichen logistischen Druck setzt.
Die personelle Rochade ist ein Novum bei dieser Weltmeisterschaft: "Es ist die erste Trainer-Entlassung bei dieser WM." Historisch ist der Vorgang in Tunesien allerdings nicht: "Lamouchi ist bereits der zweite tunesische Nationaltrainer, der während einer WM entlassen wurde." Bereits 1998 musste Henryk Kasperczak aus Polen nach zwei Niederlagen (0:2 gegen England und 0:1 gegen Kolumbien) seine Koffer packen. Damals übernahm interimsmäßig der Tunesier Ali Selmi.
Historische Parallelen zu 1998
Internationale Vergleichsfälle zeigt eine bemerkenswerte Parallele: Auch bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich wurde Saudi-Arabiens brasilianischer Coach Carlos Alberto Parreira im Turnierverlauf entlassen, ebenso Südkoreas Trainer Bum-Kun Cha. Renard kennt beide Welten – er war Nationaltrainer Saudi-Arabiens, bevor er im April 2026 dort freigestellt wurde und nun wenige Wochen später in Mexiko einen neuen Anlauf nimmt.
Sportlich bleibt die Lage für Tunesien prekär. "In den verbleibenden beiden WM-Vorrundenspielen steht Tunesien gegen Japan (Sonntag, 6 Uhr) und gegen die Niederlande (26. Juni, 1 Uhr) in der Gruppe F stark unter Druck." Nach Japan wartet mit den Niederlanden ein weiterer schwerer Brocken als Gegner in der Gruppe F. Der Kader Tunesiens, dessen Team mit einem Kaderwert von rund 70 Millionen Euro im unteren WM-Drittel rangiert, gilt als personell limitiert.
Schwere Aufgaben in Gruppe F
Die Ausgangslage vor dem zweiten Gruppenspiel ist unübersichtlich: Tunesien steht mit 0:5-Toren und null Punkten am Tabellenende und braucht gegen Japan dringend einen Sieg, um die Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale zu wahren. Ein neuer Trainer kann zwar taktische Impulse setzen, doch die Zeit für Eingewöhnung und Teambuilding ist auf wenige Tage komprimiert.
Renard bringt indessen reichlich Turniererfahrung mit: Er coachte Saudi-Arabien bei der WM 2022, erreichte mit der Elfenbeinküste den Afrika-Cup-Titel und führte Sambia ebenfalls zum kontinentalen Triumph. Diese Erfolge auf höchstem internationalen Niveau könnten für die Spieler in einer Drucksituation wie der aktuellen ein wichtiger psychologischer Faktor sein.
Die Verbandsspitze hatte keine Zeit zu verlieren. Bereits am Montagabend sickerte durch, dass der Verband nach nur einem Spiel bei der laufenden WM Sabri Lamouchi als Nationaltrainer durch Hervé Renard ersetzt. Die Bestätigung folgte am Dienstagmorgen auf den Social-Media-Kanälen des Verbandes, zitiere das staatliche Fernsehen den Verbandspräsidenten Moez Nasri.
Mit der Verpflichtung Renards setzt Tunesien auf einen Trainer, der für klare Ansprache und disziplinarische Härte bekannt ist. Sein erster Auftritt in Monterrey am Dienstag wird daher mit Spannung erwartet – nicht nur von den Anhängern in Tunesien, sondern auch von den Beobachtern der Gruppe F, in der weiterhin intensive Duelle erwartet werden.
Erste Bewährungsprobe gegen Japan
Ob der Personalwechsel den erhofften Effekt bringt, werden bereits die kommenden Tage zeigen. Schon am Sonntagmorgen MESZ muss Renard mit seiner neuen Mannschaft gegen Japan bestehen – eine erste Standortbestimmung für den Franzosen und ein Lackmustest für die verbleibenden Ambitionen Tunesiens bei dieser Weltmeisterschaft.
Gelingt gegen Japan kein Sieg, droht das Turnier für Tunesien früh zu enden. Verbandspräsident Moez Nasri und die Fans im nordafrikanischen Land setzen daher große Hoffnungen in den neuen Mann an der Seitenlinie, der mit seinen bisherigen Stationen bewiesen hat, dass er Mannschaften in entscheidenden Phasen wachrütteln kann.
Fragen & Antworten
Warum wurde Sabri Lamouchi als tunesischer Nationaltrainer entlassen?
Der tunesische Fußballverband trennte sich am Dienstagmorgen von Lamouchi, nachdem sein Team das WM-Auftaktspiel in Monterrey 1:5 gegen Schweden verloren hatte. Lamouchi hatte das Amt erst nach dem Afrika-Cup im Januar 2026 übernommen und in fünf Spielen nur einen Sieg (1:0 gegen Haiti) eingefahren.
Wer ist der neue tunesische Nationaltrainer?
Hervé Renard übernimmt das Amt für den Rest der WM. Der 57 Jahre alte Franzose führte zuvor Sambia und die Elfenbeinküste zum Afrika-Cup-Titel und war zuletzt Trainer Saudi-Arabiens, das er auch bei der WM 2022 betreute.
Wann und gegen wen bestreitet Tunesien das nächste WM-Spiel?
Tunesien spielt am Sonntag um 6:00 Uhr MESZ in Gruppe F gegen Japan. Anschließend folgt am 26. Juni um 1:00 Uhr MESZ die Partie gegen die Niederlande.
Tunesien: Renard folgt auf Lamouchi als Nationaltrainer | nachrichten360