Der tunesische Fußballverband hat Nationaltrainer Sabri Lamouchi nach der 1:5-Niederlage gegen Schweden freigestellt; Wahbi Khazri soll die Mannschaft interimsweise betreuen.
Die Trennung erfolgte nur wenige Tage nach dem deutlichen 0:5 in der Testspiel-Niederlage gegen Belgien sowie dem 1:5 gegen Schweden in der Nacht auf Montag. Wie der Journalist Romain Molina berichtete, habe sich der Verband entschieden, den seit Januar amtierenden Coach freizustellen. Ein offizielles Statement des tunesischen Verbandes lag zunächst nicht vor.
Lamouchi, der im Januar dieses Jahres sein Amt angetreten hatte, betreute die tunesische Nationalmannschaft in fünf Partien. Dabei gelangen ihm lediglich ein Sieg – ein 1:0 gegen Haiti – sowie vier Niederlagen. Besonders schwer wogen die zwei deftigen Pleiten in der Endphase seiner Amtszeit, in denen Tunesien jeweils fünf Gegentore hinnehmen musste.
Hintergrund: Lamouchis kurze Amtszeit
Der 54-jährige Franzose übernahm die Mannschaft mit dem Ziel, sie erfolgreich durch die Weltmeisterschaftsgruppe mit den Niederlanden, Japan und Schweden zu führen. Nach den jüngsten Auftritten schwand jedoch offenbar das Vertrauen in seine Arbeit. Mit der Entlassung reagierte der Verband auf die sportliche Talfahrt, die durch die 0:5-Niederlage gegen Belgien nochmals verschärft worden war.
Als Reaktion auf die Trennung wurde Wahbi Khazri zum Interimscoach für die verbleibenden Gruppenspiele gegen Japan und die Niederlande bestimmt. Das Spiel gegen die Niederlande ist für den 26. Juni angesetzt, Anpfiff ist um 01:00 Uhr Ortszeit. Khazri, ehemaliger Stürmer, spielte in seiner aktiven Karriere unter anderem für AS Saint-Étienne und den AFC Sunderland und kennt daher das internationale Geschäft aus eigener Erfahrung.
Khazri übernimmt interimsweise
Mit Khazri übernimmt eine Ikone des tunesischen Fußballs die Verantwortung in einer entscheidenden Phase des Turniers. Seine Spielerkarriere und sein Standing im Team sollen dabei helfen, die Mannschaft schnell zu stabilisieren und auf die kommenden Aufgaben einzustellen. Die Zeit für eine grundlegende taktische Umstellung ist begrenzt, da bereits das Spiel gegen Japan unmittelbar bevorsteht.
Zugleich steht der Verband vor der Frage, welche langfristige Lösung auf der Trainerposition angestrebt wird. Sollte die Mannschaft die Gruppenphase nicht überstehen, dürfte die Suche nach einem Nachfolger für die kommenden Qualifikationsspiele an Dynamik gewinnen. Bis dahin liegt die Verantwortung bei Khazri, der die sportliche Wende einleiten soll.
Ausblick auf die WM-Spiele
Die Aufgabe für den Interimstrainer ist klar umrissen: Die Defensive, die in den vergangenen beiden Partien jeweils fünf Gegentreffer kassierte, muss umgehend stabilisiert werden. Gleichzeitig gilt es, die Offensive um den verletzungsbedingt fehlenden Spielführer wieder in Schwung zu bringen und den Teamgeist in der Kürze der verbleibenden Zeit zu stärken.
Für die Mannschaft beginnt damit eine Phase der Unsicherheit, die sie sportlich beantworten muss. Khazri wird als erfahrener Ex-Profi zugeschrieben, die nötige Ruhe und Autorität auszustrahlen, um in dieser Übergangslösung Akzente zu setzen.
