Tunesien verliert 0:4 gegen Japan und scheidet als Gruppenletzter aus
Monterrey, 21. Juni 2026
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Kurzfassung
Tunesien hat sein zweites Gruppenspiel bei der WM 2026 in Monterrey gegen Japan mit 0:4 verloren und ist damit bereits vor dem letzten Spieltag als Gruppenletzter der Gruppe F ausgeschieden. Die Tore für Japan erzielten Daichi Kamada, Ayase Ueda (2) und Junya Ito; für die Nordafrikaner war es die siebte WM-Vorrunden-Pleite in Folge.
Tunesien hat in seinem zweiten Gruppenspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Monterrey eine deutliche 0:4-Niederlage gegen Japan kassiert und ist damit vorzeitig aus dem Turnier ausgeschieden.
Verlauf: Vier Tore, klare Dominanz
Die Partie, die vor 51.243 Zuschauern im Stadion von Monterrey ausgetragen wurde, war das 1000. Spiel der WM-Geschichte – 96 Jahre nach dem ersten Weltmeisterschaftsspiel. Die Tore erzielten Daichi Kamada in der 4. Minute, Ayase Ueda in der 31. und 83. Minute sowie Junya Ito in der 69. Minute. Schiedsrichter war Istvan Kovacs aus Ungarn; Gelbe Karten wurden in der Begegnung keine gezeigt.
Bereits in der Anfangsphase deutete sich die Überlegenheit der Japaner an. Eine Hereingabe von Keito Nakamura von der linken Seite lenkte Kamada, einst für Eintracht Frankfurt in der Bundesliga aktiv, mit dem Fuß ins tunesische Tor ab. Es war sein erster Treffer in diesem Turnier.
Nur wenige Minuten später verhinderte Tunesiens Torhüter Aymen Dahmen mit einer Glanzparade einen höheren Rückstand. In der 10. Minute lenkte Takehiro Tomiyasu einen Distanzschuss von Ueda im Fünfmeterraum ab; Dahmen kratzte den Ball nach Angaben der Torlinientechnologie nur wenige Millimeter vor der Linie weg. In der 31. Minute sorgte Ueda dann mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze für das 2:0, ehe Junya Ito in der 69. Minute nach einem Steilpass und nur zwei Pässen vor dem gegnerischen Tor souverän zum 3:0 einschob. Den Schlusspunkt setzte Ueda in der 83. Minute per Kopfballheber nach einer Maßflanke – sein Doppelpack an diesem Abend.
Tunesien ohne Offensivakzente
Tunesien, das sein Auftaktspiel gegen Schweden mit 1:5 verloren hatte, brachte in der ersten Halbzeit keinen einzigen Schuss auf das gegenseitige Tor. Die einzige nennenswerte Gelegenheit hatte Hannibal Mejbri in der 3. Minute, in der 48. Minute verfehlte ein Schuss von Ao Tanaka knapp das tunesische Gehäuse, eine Minute später konnte Sebastian Tounekti den Ball im japanischen Strafraum nicht kontrollieren. Nach der Pause bemühte sich Tunesien sichtlich, blieb in der Offensive aber weitgehend harmlos.
Mit dem höchsten WM-Sieg seiner Geschichte – der bisherige Rekord war ein 3:1 gegen Dänemark – festigte Japan seine Position in Gruppe F. Durch das Unentschieden zum Auftakt gegen die Niederlande (2:2) und den klaren Erfolg gegen Tunesien haben die Japaner vor dem letzten Spieltag vier Punkte auf dem Konto. Tabellenführer sind die Niederlande, die im Parallelspiel Schweden mit 5:1 besiegten und ebenfalls vier Zähler aufweisen. Schweden ist mit drei Punkten Dritter.
Renards Rettungsmission gescheitert
Verlierer des Abends war zweifellos Tunesien. Die Mannschaft, die zu WM-Beginn noch von Sabri Lamouchi betreut worden war und diesen nach der 1:5-Klatsche gegen Schweden entlassen hatte, ist nun auch unter dem neuen Coach Hervé Renard ohne Punktgewinn und als Gruppenletzter bereits vor dem abschließenden Spiel gegen die Niederlande aus dem Turnier. Es ist das siebte WM-Aus in der Vorrunde bei ebensovielen Teilnahmen der Nordafrikaner, die wegen ihres Wappens auch „Die Adler von Karthago“ genannt werden.
Renard, der bereits Marokko bei der WM 2018 und Saudi-Arabien bei der WM 2022 betreut hatte, war erst während des Turniers als „Feuerwehrmann“ auf der tunesischen Rettungsmission engagiert worden. Nach dem Spiel zeigte sich der 57-jährige Franzose gefasst, betonte aber, dass sein Team auf eine klar überlegene Mannschaft getroffen sei: „Wir sind auf eine Mannschaft getroffen, die uns deutlich überlegen war“, sagte Renard. Er ergänzte: „kein Zauberer“ zu sein, und fügte hinzu: „Wir haben noch ein Spiel. Obwohl wir bereits ausgeschieden sind, repräsentieren wir immer noch ein Land“.
Moriyasus Jubiläumsversprechen eingelöst
Japan-Coach Hajime Moriyasu hatte im Vorfeld angekündigt, dass er und seine Spieler dafür sorgen wollten, „dass es ein brillantes Spiel wird, das es verdient, das 1.000. Spiel der Weltmeisterschaften zu sein“. Diese Ansage löste die Mannschaft auf dem Rasen ein. Unter den Augen von FIFA-Präsident Gianni Infantino und der japanischen Prinzessin Hisako Takamado boten die Asienmeister, die den Kontinentalpokal bereits viermal gewonnen haben, eine reife Vorstellung und kombinierten sicher nach vorne.
Das 1000. WM-Spiel der Geschichte hatte jedoch nicht nur sportlich, sondern auch historisch Gewicht. Die Begegnung erinnerte daran, dass die Weltmeisterschaft 96 Jahre nach ihrer Premiere nun in Nordamerika ausgetragen wird. Für Tunesien bleibt die Erinnerung an einen gebrauchten Abend, an dem weder Defensivarbeit noch offensive Akzente fruchteten. Renard versuchte, mit einem Doppelwechsel zur Halbzeit neue Impulse zu setzen – Ben Hmida kam für Bronn, Gharbi für Saad – doch auch diese Maßnahme verpuffte.
Ausblick: Letzter Gruppenspieltag
In den Schlussminuten wechselte Japan noch mehrfach durch: Sugawara kam in der 74. Minute für Doan, J. Suzuki in der 74. für Kamada, Seko und Y. Suzuki folgten in der 78. Minute, Goto wurde in der 84. Minute eingewechselt. Renard brachte in der 64. Minute Chaouat für Tounekti und in der 90. Minute Khedira und Achouri. Die Wechsel änderten nichts mehr am Spielverlauf.
Im anderen Spiel der Gruppe F gewannen die Niederlande mit 5:1 gegen Schweden. Damit halten die Niederlande und Japan vor dem dritten und letzten Spieltag bei vier Punkten, Schweden ist mit drei Zählern Dritter, Tunesien mit null Punkten Letzter. Japan trifft am nächsten Donnerstag in Dallas auf Schweden, Tunesien zur selben Zeit auf die Niederlande. Die abschließenden Spiele der Gruppe F werden in der Nacht auf Freitag um 1 Uhr Schweizer Zeit angepfiffen.
Fragen & Antworten
Wer ist Hervé Renard und warum wurde er Tunesiens Trainer?
Hervé Renard ist ein 57-jähriger französischer Fußballtrainer, der bereits Marokko bei der WM 2018 und Saudi-Arabien bei der WM 2022 betreut hatte. Er übernahm Tunesien während des laufenden Turniers, nachdem der tunesische Verband Sabri Lamouchi nach der 1:5-Auftaktpleite gegen Schweden entlassen hatte; Medien bezeichneten ihn als „Feuerwehrmann“ auf einer Rettungsmission.
Welche Bedeutung hatte das Spiel Japan gegen Tunesien?
Die Partie in Monterrey war das 1000. Spiel der WM-Geschichte und fand 96 Jahre nach dem ersten Weltmeisterschaftsspiel statt. Japan gewann mit 4:0 und übertraf damit den bisherigen WM-Rekordsieg der Japaner, ein 3:1 gegen Dänemark.
Wie geht es in Gruppe F weiter?
Japan spielt am Donnerstag in Dallas gegen Schweden, Tunesien trifft zur selben Zeit auf die Niederlande. Japan und die Niederlande haben vor dem letzten Spieltag je vier Punkte, Schweden drei und Tunesien null; Tunesien ist als Gruppenletzter bereits ausgeschieden.
Tunesien 0:4 Japan WM 2026: Renard scheitert, Japan im | nachrichten360