Istanbul, 24 August 2026

Ein Gericht in Istanbul hat im Prozess gegen Oppositionspolitiker langjährige Haftstrafen verhängt, während die Türkei zugleich eine Welle von Festnahmen oppositioneller Bürgermeister erlebt.

Das Urteil markiert einen vorläufigen Höhepunkt eines politisch aufgeladenen Verfahrens, das in der Türkei seit Monaten mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wird. Angeklagt waren Mitglieder der größten Oppositionspartei CHP, denen die Staatsanwaltschaft unter anderem Korruption und illegale Finanzgeschäfte vorwirft. Die Verteidigung hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und von einem politisch motivierten Prozess gesprochen.

Der Prozess wurde in der Türkei auch vor dem Hintergrund einer Verhaftungswelle gegen oppositionelle Bürgermeister und der Festnahme des ehemaligen Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu aufmerksam verfolgt. İmamoğlu gilt als aussichtsreicher Präsidentschaftskandidat der Opposition und war im Frühjahr festgenommen worden. Seine Inhaftierung hatte international Kritik ausgelöst und Sorgen um die demokratische Grundordnung des Landes verstärkt.