Der Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu, wichtigster Rivale von Recep Tayyip Erdogan, ist am 12. September 2026 von einem Gericht in Istanbul zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.
Die Verurteilung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu durch ein Istanbuler Gericht am 12. September 2026 markiert eine weitere Eskalation des innenpolitischen Machtkampfs in der Türkei. Imamoglu galt seit langem als aussichtsreichster Herausforderer von Recep Tayyip Erdogan für eine mögliche künftige Präsidentschaftswahl. Das Strafmaß von zwei Jahren Freiheitsstrafe dürfte seine Ambitionen auf die höchste Staatsspitze nun erheblich in Frage stellen und die türkische Opposition vor neue Herausforderungen stellen.
Imamoglu, dessen Name untrennbar mit dem Aufstieg Istanbuls als wirtschaftlichem und kulturellem Zentrum der Türkei verbunden ist, hatte sich über Jahre als Aushängeschild der säkular-kemalistischen Republikanischen Volkspartei (CHP) profiliert. Bei der Kommunalwahl 2019 hatte er überraschend gegen den Kandidaten der Regierungspartei AKP gewonnen und 2024 seinen Posten verteidigt. Mit dem Urteil verliert die größte türkische Oppositionspartei nun ihren prominentesten Kopf in einem politisch entscheidenden Moment, in dem die Türkei wirtschaftlich unter hoher Inflation und einer Währungskrise leidet.
