Der US-Präsident Donald Trump hat den Präsidenten des Fußball-Weltverbands FIFA, Gianni Infantino, als möglichen nächsten Generalsekretär der Vereinten Nationen ins Spiel gebracht, wie die "New York Post" berichtet.
Laut der "New York Post" schlägt Donald Trump FIFA-Präsident Gianni Infantino als Nachfolger von António Guterres vor, dessen Amtszeit als UN-Generalsekretär regulär ausläuft. Die Initiative wurde demnach von Trumps Sondergesandtem für globale Partnerschaften, Paolo Zampolli, öffentlich begrüßt. Gegenüber der Zeitung sagte Zampolli, "nur Präsident Trump konnte auf diese geniale Idee kommen". Damit macht Washington einen ungewöhnlichen Vorschlag für die Nachfolge an der Spitze der Weltorganisation, denn traditionell bewerben sich erfahrene Diplomaten oder ehemalige Minister auf den Posten.
Hürden im Sicherheitsrat und in der Generalversammlung
Trumps Unterstützer verweisen auf die diplomatischen Erfahrungen des Schweizers Infantino. Eine dem Präsidenten nahestehende Quelle sagte der "New York Post", Trump glaube, dass Infantino "von allen auf der ganzen Welt respektiert wird und dass er eine besondere Fähigkeit besitzt, Menschen zusammenzubringen". Ein weiterer Diplomat bezeichnete Infantino als jemanden, der "eine großartige Arbeit leisten würde" und "von allen geliebt wird". Infantino selbst hat sich bisher nicht zu den Trump-Vorschlägen geäußert, wie die "New York Post" weiter berichtete.
Die Hürden für eine solche Personalentscheidung sind allerdings hoch. Um Generalsekretär zu werden, müsste Infantino zunächst die Zustimmung des 15-köpfigen Sicherheitsrats gewinnen, in dem die fünf ständigen Mitglieder – die USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich – jeweils ein Vetorecht haben. Erst danach wäre eine Bestätigung durch die Generalversammlung erforderlich, in der die Vereinten Nationen insgesamt 193 Mitgliedstaaten zählen. Die USA könnten den Vorschlag also unterstützen, ein Veto eines anderen ständigen Mitglieds würde ihn jedoch stoppen.
Verhältnis zwischen Trump und Infantino
Bereits im Vorfeld soll Trump abfällig über die bisher diskutierten Kandidaten gesprochen haben. Nach Angaben eines Insiders bezeichnete Trump die sieben in der engeren Auswahl befindlichen Personen als "langweilig". Diese Bewertung gilt als Auslöser für die Suche nach einem profilierteren Kandidaten außerhalb des klassischen UN-Personals. Mit Infantino bringe Trump einen Sportfunktionär ins Gespräch, der international bekannt ist und in den vergangenen Jahren durch die Vergabe großer Turniere politisch stark an Profil gewonnen hat.
Das Thema dürfte auch den laufenden Wahlkampf um die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 berühren, die in den USA, Kanada und Mexiko stattfinden wird. Trump und Infantino pflegen seit Monaten ein öffentlich sichtbares Verhältnis: Der FIFA-Präsident hatte sich im Vorfeld des Turniers wiederholt lobend über Trump geäußert. Die "New York Post" zeichnet das Bild einer politischen Annäherung, in der Sportdiplomatie und Weltpolitik zunehmend ineinandergreifen.
Zahlreiche Details des Vorgangs sind bisher nicht offiziell bestätigt. Die "New York Post" beruft sich auf eigene Quellen aus dem Umfeld des Präsidenten und auf diplomatische Kreise. Weder das Weiße Haus noch die FIFA oder der UN-Sicherheitsrat haben sich zu dem Bericht bisher öffentlich positioniert. Auch über konkrete Gespräche zwischen Trump und Infantino über das Amt des UN-Generalsekretärs gibt es keine belastbaren Angaben.
Finanzielle Aspekte und Gegenstimmen
Würde Infantino tatsächlich Generalsekretär, müsste er deutliche finanzielle Einbußen hinnehmen. Nach Angaben des Berichts erhielte er als UN-Generalsekretär "nur" rund 418.000 US-Dollar im Jahr. Derzeit soll Infantino als FIFA-Präsident etwa 6 Millionen US-Dollar jährlich verdienen. Die persönlichen Einkünfte dürften bei einer möglichen Kandidatur daher eine Rolle spielen, auch wenn beide Seiten dies bisher nicht thematisiert haben.
Die Tatsache, dass die FIFA über mehr als 200 Mitgliedsverbände verfügt, wird von Trumps Unterstützern als Beleg für Infantinos Führungserfahrung angeführt. So erklärte ein Diplomat der "New York Post": "Die FIFA hat über 200 Mitglieder, und Giannis beeindruckende Erfolgsbilanz beweist, dass er weiß, wie man erfolgreich führt". Kritiker wenden ein, dass ein Sportverband weder in Struktur noch Auftrag mit der UNO vergleichbar sei. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der ungewöhnliche Vorstoß Washingtons über die bisherigen Berichte hinaus weitere konkrete Schritte nach sich zieht.
