US-Präsident Donald Trump hat Kanada mit zusätzlichen Zöllen auf kanadische Importe gedroht und die Waldbrände in der kanadischen Provinz Ontario als Begründung angeführt.
Trump schrieb auf seiner Online-Plattform Truth Social, Kanada habe seine Wälder nicht ordnungsgemäß gepflegt und die Brände deshalb erst ermöglicht. Die den USA entstehenden Kosten müssten "zwangsläufig" den bestehenden Zöllen auf kanadische Importe hinzugerechnet werden, teilte er mit.
Ihm zufolge werden die USA "unnötigerweise mit dreckiger, verschmutzter und ungesunder Luft belastet, deren Qualität gefährlich und völlig inakzeptabel ist!" Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Nachbarländern ohnehin angespannt sind.
Auswirkungen in mehreren US-Großstädten
In der kanadischen Provinz Ontario gibt es derzeit fast 200 Waldbrände, deren Rauch weiträumig über die Grenze zieht. Das führt auch im Nordosten und im Mittleren Westen der USA zu Beeinträchtigungen. Betroffen sind unter anderem die Städte Chicago, Detroit und New York, wo die Luftqualität zeitweise deutlich gesunken ist.
Carney weist Vorwürfe zurück
Kanadas Premierminister Carney erklärte, dass es in der Verantwortung beider Länder liege, den Klimawandel zu bekämpfen. "Denn genau das haben wir auch für unsere amerikanischen Freunde getan", sagte Carney demnach mit Blick auf gemeinsame Anstrengungen beider Staaten. Die kanadische Regierung wies die Unterstellung zurück, das Land habe seine Wälder vernachlässigt.
Hintergrund: Klimawandel als Hauptursache
Wissenschaftliche Erkenntnisse führen Waldbrände in Nordamerika jedoch primär auf den Klimawandel zurück. Trockenheit, höhere Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster begünstigen die Ausbreitung von Feuern in den borealen Wäldern Kanadas. Die aktuelle Brandsaison in Ontario zählt nach Einschätzung von Beobachtern zu den intensivsten der vergangenen Jahre.
Bestehende Zölle als Ausgangspunkt
Bereits jetzt gibt es Zölle auf kanadische Importe in die USA, auf die Trump die zusätzlichen Kosten aufschlagen will. Ein konkretes Datum oder eine genaue Höhe der angedrohten Aufschläge nannte er in seinem Post nicht. Die kanadische Regierung kündigte an, die Lage zu prüfen und sich mit internationalen Partnern abzustimmen.
Die Nachricht wurde am 18. Juli 2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Beobachter in Washington werten die Drohung als Teil einer breiteren Strategie, Handelsdruck als politisches Druckmittel einzusetzen. Umweltorganisationen auf beiden Seiten der Grenze forderten unterdessen eine stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Waldbrandbekämpfung und beim Klimaschutz.
