Trump droht Iran nach Huthi-Angriffen auf saudische Tanker mit Vergeltung
Washington, 23 Juli 2026
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Kurzfassung
Nach Angriffen der Huthi-Miliz auf zwei saudiarabische Öltanker im Roten Meer hat US-Präsident Donald Trump dem Iran mit schweren militärischen Strafmaßnahmen gedroht. Der Ölpreis stieg daraufhin über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel.
Washington, 23 Juli 2026
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran nach Angriffen der Huthi-Miliz auf zwei saudiarabische Öltanker im Roten Meer mit schweren militärischen Strafmaßnahmen gedroht und die Miliz zugleich vor einer "bedeutenden militärischen Bestrafung" gewarnt.
Die Huthi-Miliz teilte am Donnerstag mit, sie habe in der Nacht die saudiarabischen Öltanker "Encelia" und "Layla" mit Raketen und Drohnen angegriffen, weil diese die von der Miliz ausgerufene "Blockade" im Roten Meer verletzt hätten. Wie die von den Huthi kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtete, handelte es sich um eine "gezielte militärische Operation" gegen die beiden Schiffe. An Bord der "Encelia" brach nach dem Angriff ein Feuer aus, der Vorfall ereignete sich rund 130 Kilometer südwestlich von Al-Shuqaiq in Saudi-Arabien.
Trump reagierte am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social und kündigte "schwere militärische Strafen gegen den Iran und natürlich auch gegen die Huthi selbst" an. "Sollten sie dies erneut tun, werden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als Stellvertreter des Irans agieren", schrieb der US-Präsident. Zugleich zeigte er sich "sehr enttäuscht" über die mit dem Iran verbündete Miliz und warnte: "Es hat ihnen noch nicht genug wehgetan."
Hintergrund: Huthi-Miliz und ihre Rolle im regionalen Konflikt
US-Außenminister Marco Rubio sprach am Rande des Außenministertreffens der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN in Manila von einem "gefährlichen Präzedenzfall" und sagte: "Ich glaube, dass die Huthi offen gesagt den Iranern in dieser Sache auf den Leim gegangen sind." Bisher habe sich die Miliz "weitestgehend klug" verhalten und sich aus dem Konflikt herausgehalten, sagte Rubio. Nun aber sei die Bereitschaft zu einem Deal offenbar nicht gegeben: "Es sieht also so aus, als wären sie nicht bereit für einen Deal, also werden sie weiterhin einen Preis zahlen." Dieser Preis steige Nacht für Nacht, warnte Rubio.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi kritisierte am Donnerstag seinerseits die Einstellung der USA gegenüber dem Iran und ihre Vorgehensweise. Er verurteilte das "irrationale, überzogene und herrische" Vorgehen der USA. "Vielleicht sind sie in ein paar Tagen bereit für einen Deal, sobald sie erkennen, dass dies für sie keine vorteilhafte Lösung ist", sagte Araghtschi. Ein Sprecher der iranischen Armee kündigte im Staatsfernsehen an, die Vergeltungsangriffe würden "so lange weitergehen, wie die Angriffe der USA auf die Infrastruktur und die Küstengebiete des Landes weitergehen".
Die Huthi hatten am Montag eine "Blockade" der Seefahrt für Saudi-Arabien erklärt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Nachbarland des Jemen, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein "Verbot der Schifffahrt", hieß es. Saudi-Arabien kündigte an, "alle notwendigen Schritte" zum Schutz seiner Schiffe zu unternehmen.
US-Drohungen: Trump kündigt Vergeltung an
Die Angriffe auf die Tanker sind Teil einer neuen Eskalationsstufe im Nahost-Konflikt. Bereits im Frühjahr 2025 hatte das US-Militär Ziele im Jemen bombardiert, um Angriffe der Huthi auf die Schifffahrt zu stoppen. Nach Angaben des Nachrichtenportals Axios unter Berufung auf ein Interview mit Trump könnten die neuen Strafmaßnahmen umfangreicher ausfallen als die Angriffe während der damaligen "Operation Epic Fury".
Die EU reagierte ebenfalls besorgt: Die EU-Außenbeauftragte Kallas betonte, dass der EU-Marineeinsatz "Aspides" weiter bereit sei, die Freiheit der Schifffahrt im Roten Meer und den angrenzenden internationalen Gewässern zu schützen. Die EU forderte die Huthis auf, ihre Drohungen gegen den internationalen Schiffsverkehr im Roten Meer zu beenden. Das Außenministerium in Maskat äußerte "große Besorgnis" über die Lage im Roten Meer.
Die Märkte reagierten nervös auf den neuen Schauplatz im Nahost-Krieg: Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent überschritt die symbolische Marke von 100 US-Dollar - der höchste Stand seit Anfang Juni. Ein Barrel der Nordseesorte Brent legte bis auf 100,36 US-Dollar (rund 88 Euro) zu. Das waren 6,6 Prozent mehr als am Vortag.
Internationale Reaktionen: EU und Oman zeigen sich besorgt
Durch das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab ("Tor der Tränen" oder "Tor der Klagen") vor Jemens Küste führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa. Seit 2023 beeinträchtigten die Huthi mit Angriffen im Roten Meer - seinerzeit im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg - den Welthandel bereits massiv. Die aktuelle Eskalation verschärft die Situation für die globale Energielieferung weiter.
Ein chinesischer Öltanker erhielt unterdessen die Genehmigung zur Durchfahrt durch die Meerenge, wie das Fachmedium "Lloyd's List" am Donnerstag berichtete. Dies nährte Spekulationen über mögliche Absprachen zwischen China und den Huthi. Die Huthi-Miliz hatte zuvor erklärt, nur Schiffe bestimmter Länder anzugreifen - eine Praxis, die international als selektive Blockade kritisiert wird.
Die internationale Besorgnis über die Lage wächst. "Das Ganze hat fatale Folgen für die Menschen in der Region, aber eben auch für alle Länder der Welt, die von Energielieferungen und anderen Lieferungen aus der Region abhängen", warnte ein Diplomat. "Das geht ganz eindeutig in die falsche Richtung", sagte er mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen.
Auswirkungen auf den Welthandel
Die Huthi-Miliz kontrolliert große Teile des Nordjemen, einschließlich der Hauptstadt Sanaa, und wird vom Iran unterstützt. Die Miliz hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Schiffe im Roten Meer angegriffen, zunächst aus erklärter Solidarität mit den Palästinensern im Gaza-Krieg. Die neuen Angriffe auf saudische Tanker markieren eine Ausweitung des Konflikts auf einen weiteren regionalen Akteur.
Saudi-Arabien und der Jemen sind Nachbarländer, die durch eine jahrzehntelange Konfrontation geprägt sind. Die Huthi-Miliz führt seit mehr als zehn Jahren Krieg gegen die international anerkannte Regierung des Jemen, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Die jüngsten Angriffe auf saudische Tanker könnten die Spannungen zwischen den beiden Ländern weiter verschärfen.
Geopolitische Dimension: Spannungen zwischen den Regionalmächten
Die US-Regierung steht vor der Herausforderung, eine Eskalation zu vermeiden, ohne die eigene Glaubwürdigkeit zu untergraben. Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt eine harte Linie gegenüber dem Iran eingefordert. Die Ankündigung "schwerer militärischer Strafen" könnte als Signal an Teheran gewertet werden, dass Washington bereit ist, seine Drohungen wahr zu machen.
Die Entwicklungen im Roten Meer haben unmittelbare Auswirkungen auf den globalen Handel und die Energieversorgung. Der Anstieg des Ölpreises über die 100-Dollar-Marke zeigt, wie sensibel die Märkte auf geopolitische Spannungen in dieser strategisch wichtigen Region reagieren. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die diplomatischen Kanäle zwischen Washington und Teheran noch funktionieren oder ob eine weitere militärische Eskalation droht.
Fragen & Antworten
Wer hat die saudischen Tanker im Roten Meer angegriffen?
Die Huthi-Miliz aus dem Jemen hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Donnerstag die saudiarabischen Öltanker "Encelia" und "Layla" mit Raketen und Drohnen angegriffen, weil diese die von der Miliz ausgerufene "Blockade" verletzt hätten.
Wie hat US-Präsident Trump auf die Angriffe reagiert?
Trump drohte auf Truth Social dem Iran mit "schweren militärischen Strafen" und kündigte an, dass die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen würden, "da die Huthi als Stellvertreter des Irans agieren".
Welche Auswirkungen haben die Angriffe auf den Ölpreis?
Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg am Donnerstag auf bis zu 100,36 US-Dollar - der höchste Stand seit Anfang Juni. Das waren 6,6 Prozent mehr als am Vortag.
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