Iran-Deal: Trump will Abkommen nicht überstürzen – Ölpreise | nachrichten360
Trump bremst Hoffnungen auf schnelle Einigung mit Iran: „Nichts überstürzen“
Washington, 25. Mai 2026
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Kurzfassung
US-Präsident Donald Trump hat Spekulationen über einen raschen Durchbruch in den Verhandlungen mit Teheran gedämpft. Während die Ölpreise deutlich nachgaben, betonte er, seine Unterhändler angewiesen zu haben, nichts zu überstürzen.
US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch bei den Verhandlungen über eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus und ein Ende des Iran-Kriegs gebremst.
Widersprüchliche Signale aus Washington
Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, die Verhandlungen verliefen „geordnet und konstruktiv“, fügte aber hinzu: „ich habe meine Vertreter angewiesen, beim Deal nichts zu überstürzen“. Er betonte, dass „die Zeit auf unserer Seite ist“ und beide Seiten sich Zeit nehmen müssten, um alles richtig zu machen. „Es darf keine Fehler geben!“, schrieb Trump.
Noch am Samstag hatte der US-Präsident erklärt, Washington und Teheran hätten eine Absichtserklärung zur Wiedereröffnung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus „weitgehend ausgehandelt“. Diese unterliege jedoch der endgültigen Fertigstellung durch die USA, den Iran und andere Länder.
Die widersprüchlichen Signale aus dem Weißen Haus sorgten an den Rohstoffmärkten für Bewegung. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel am Montag um 4,55 Prozent auf 98,83 US-Dollar. Die US-Sorte WTI gab um 4,73 Prozent auf 92,03 Dollar nach. Beide Kontrakte fielen im Handelsverlauf auf den tiefsten Stand seit dem 7. Mai.
Analyst Saul Kavonic von MST Marquee kommentierte die Entwicklung mit den Worten: „Trotz aller verbleibenden Vorbehalte und Risiken mit Blick auf das Friedensabkommen und die Straße von Hormus gibt es nun Licht am Ende des Tunnels.“
US-Außenminister Marco Rubio, der sich am Wochenende zu einem bilateralen Besuch in Neu-Delhi aufhielt, bekräftigte das diplomatische Engagement Washingtons. „Wir werden der Diplomatie jede Chance auf Erfolg geben, bevor wir die Alternativen prüfen“, sagte Rubio. Er sprach von einem „ziemlich soliden Angebot auf dem Tisch“.
Drohungen und Provokationen
Gleichzeitig machte Rubio deutlich, dass die Geduld der USA nicht unbegrenzt sei. Es werde entweder eine gute Vereinbarung geben oder man werde mit dem Land „auf andere Weise“ umgehen, sagte er mit Blick auf den Iran. Rubio erwarte, dass Teheran zu „sehr realen, bedeutenden, zeitlich begrenzten Verhandlungen zu dem Atom-Thema“ bereit sei.
Trump selbst drohte am Montag, dass die Verhandlungen ohne einen „guten Deal“ auf „andere Weise“ fortgesetzt würden, was als versteckte Drohung mit einer militärischen Eskalation verstanden wurde. Zuvor hatte er auf Truth Social ein KI-generiertes Bild veröffentlicht, das eine MQ-9-Reaper-Drohne zeigt, die zwei iranische Marineboote zerstört und Revolutionsgardisten durch die Luft schleudert – versehen mit dem Wort „Adios“.
Trotz dieser Provokation setzten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Pakistan, die Türkei, Jordanien und Bahrain ihre diplomatischen Bemühungen um eine vorläufige Einigung fort. Die USA koordinierten sich direkt mit Israel, das dem Deal skeptisch gegenübersteht und als Kriegspartei gilt.
Die Verhandlungen drehen sich um ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges, der Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begann. Teheran reagierte mit Attacken auf Israel sowie auf US-Stützpunkte und Staaten in der Golfregion, darunter Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Die Vorgeschichte des Konflikts
Der Iran blockierte daraufhin die Straße von Hormus, was eine globale Krise auf dem Öl- und Gasmarkt auslöste. Vor dem Konflikt wurde ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen durch die Meerenge transportiert. Seit Anfang April gilt ein fragiler Waffenstillstand.
Einem US-Regierungsvertreter zufolge hat Teheran grundsätzlich zugestimmt, die Straße von Hormus im Austausch für ein Ende der US-Marineblockade zu öffnen. Auch sei der Iran bereit, sein hochangereichertes Uran abzugeben. Details zum Atomprogramm müssten jedoch noch verhandelt werden.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte, beide Seiten hätten sich in vielen Punkten geeinigt, was aber nicht bedeute, dass Teheran kurz vor einer Unterzeichnung stehe. Der Iran verhandle über ein Ende des Krieges und diskutiere derzeit nicht über Nuklearfragen.
Zwei zentrale Streitpunkte – die Zukunft der iranischen Raketenproduktion und die Bedingungen für das Atomprogramm – sollen in einer zweiten Phase über 60 Tage verhandelt werden. Der Iran besitzt schätzungsweise 400 Kilogramm auf bis zu 60 Prozent angereichertes Uran, dessen genauer Aufenthaltsort nicht vollständig bestätigt ist, aber in der Nähe von Isfahan vermutet wird.
Der Atomstreit als Kernproblem
US-israelische Spezialoperationen zur Beschlagnahmung des angereicherten Urans wurden einem Bericht zufolge mehrfach erwogen und offenbar wegen der Schwierigkeit verworfen. Unter dem von der Obama-Regierung über zwei Jahre ausgehandelten JCPOA-Abkommen waren einst 97 Prozent des hochangereicherten Materials nach Russland verbracht worden. Trump hatte das 160-seitige Atomabkommen während seiner ersten Amtszeit aufgekündigt.
Der Iran fordert ein Ende der US-Angriffe und ein Ende des parallelen Konflikts im Libanon, während Israel Handlungsfreiheit gegen die Hisbollah verlangt. Die Hisbollah erklärte am Samstag, ihre Verbindungen zu Teheran seien weiterhin stark. Es bleibt unklar, ob der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu von einer Fortsetzung des Krieges gegen die Hisbollah im Südlibanon abgebracht werden kann.
Trump versicherte Netanjahu, er werde in jedem Abkommen auf einem Stopp des iranischen Atomprogramms bestehen. Der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses, Roger Wicker, nannte den möglichen Deal ein „Desaster“ und bezweifelte, dass der Iran jemals in gutem Glauben handeln werde.
Erste Bewegung in der Blockade
Unterdessen mehren sich Anzeichen für eine leichte Entspannung der Schifffahrtsblockade. Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete unter Berufung auf die Marine der Revolutionsgarden, dass innerhalb von 24 Stunden 33 Schiffe mit iranischer Genehmigung die Straße von Hormus passiert hätten. Ein mit Flüssiggas beladenes Schiff verließ die Meerenge am Montag in Richtung Pakistan, ein Supertanker mit irakischem Rohöl für China hatte die Region bereits am Samstag verlassen.
Beide Schiffe waren fast drei Monate festsessen. Sie gehören zu einer Handvoll Tanker, die in diesem Monat den Persischen Golf über eine vom Iran vorgeschriebene Transitroute verlassen haben. In der Vorwoche waren bereits drei große Rohöltanker mit sechs Millionen Barrel in Richtung China und Südkorea ausgelaufen.
Dennoch warnte der Chef der Abu Dhabi National Oil Company vergangene Woche, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus selbst bei einem sofortigen Kriegsende frühestens 2027 wieder das Normalniveau erreichen werde. Vor Kriegsausbruch passierten täglich durchschnittlich 125 bis 140 Schiffe die Meerenge. Rund 20.000 Seeleute sitzen weiterhin auf Hunderten von Schiffen im Persischen Golf fest.
Die Chefunterhändler des Iran reisten unterdessen zu Gesprächen nach Katar. Die Unterhändler arbeiteten an den letzten ein bis zwei Kapiteln eines Memorandum of Understanding, das den Weg zu einem Friedensabkommen ebnen soll.
Fragen & Antworten
Warum hat Donald Trump die Hoffnungen auf eine schnelle Einigung mit dem Iran gedämpft?
Trump erklärte, er habe seine Unterhändler angewiesen, nichts zu überstürzen, und betonte, dass die Zeit auf Seiten der USA sei. Er will nach eigenen Angaben sicherstellen, dass es keine Fehler gibt.
Welche Rolle spielt die Straße von Hormus in den Verhandlungen?
Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus ist ein zentraler Bestandteil des möglichen Abkommens. Der Iran blockierte die Meerenge zu Beginn des Krieges, was eine globale Öl- und Gaskrise auslöste.
Was sind die größten Streitpunkte zwischen den USA und dem Iran?
Neben der Aufhebung der US-Marineblockade und der Öffnung der Straße von Hormus geht es vor allem um die Zukunft des iranischen Atomprogramms und der Raketenproduktion. Diese Themen sollen in einer zweiten Verhandlungsphase geklärt werden.