Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Montag neue Luftangriffe auf Hisbollah-Stellungen in den südlichen Vororten Beiruts befohlen, obwohl seit Mitte April offiziell eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft ist.

Die Ankündigung aus Netanjahus Büro in Jerusalem erfolgte, nachdem bei einem nächtlichen Hisbollah-Drohnenangriff ein israelischer Soldat im Südlibanon getötet worden war. Laut libanesischer Staatsagentur NNA kamen bei einem israelischen Angriff in der Nacht zuvor im Südlibanon acht Menschen ums Leben, 19 weitere wurden verletzt.

Die südlichen Vororte Beiruts, bekannt als Dahiya, gelten als Hochburg der pro-iranischen Hisbollah-Miliz und sind dicht besiedelt. Seit Verkündung der Waffenruhe Mitte April hatte Israel das Gebiet auf Bitten der US-Regierung nur noch selten angegriffen. Nun scheint diese Zurückhaltung beendet.

Bodenoffensive und die Burg Beaufort

Die israelische Armee hat ihre Bodenoffensive im Südlibanon in den vergangenen Tagen weiter nach Norden ausgedehnt. Am Wochenende brachten die Truppen die strategisch gelegene Kreuzfahrerburg Beaufort unter ihre Kontrolle. Netanjahu sprach von einem „entscheidenden Wendepunkt“ und kündigte an, die Kontrolle über ehemalige Hisbollah-Gebiete zu vertiefen und auszuweiten.