Sturm Graz deklassiert Heart of Midlothian mit 4:0 im Champions-League-Hinspiel
Graz, 21. Juli 2026
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Kurzfassung
Sturm Graz hat das Hinspiel der zweiten Champions-League-Qualifikationsrunde gegen Heart of Midlothian vor heimischer Kulisse in Liebenau deutlich mit 4:0 (1:0) gewonnen. Mit einem Doppelschlag zwischen der 50. und 59. Minute entschieden die Steirer die Partie nach der Pause endgültig.
Österreichs Vizemeister Sturm Graz hat am Dienstagabend das Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League gegen den schottischen Vizemeister Heart of Midlothian in der Grazer Merkur Arena mit 4:0 (1:0) gewonnen und sich damit eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel verschafft.
Vor 15.822 Zuschauern im Stadion Graz-Liebenau erwischten die Hausherren einen Traumstart. Nach einer frühen brenzligen Parade von Schlussmann Khudyakov (2.) schlug der SK Sturm eiskalt zu: Kapitän Jon Gorenc Stankovic köpfte in der 4. Minute nach einem weiten Einwurf von Jeyland Mitchell zur frühen Führung ein. Die Grazer drückten in der ersten Hälfte konsequent auf den zweiten Treffer, scheiterten aber mehrfach knapp.
Traumstart in Liebenau
In der 10. Minute traf Seedy Jatta aus kurzer Distanz nur den Pfosten, ehe Hödl (19.) mit einem abgefälschten Abschluss am Gästekeeper scheiterte. Eine weitere gute Möglichkeit ergab sich für das Team von Trainer Fabio Ingolitsch noch vor der Pause, als die Schotten bei einem groben Patzer von Mitchell im Herausspielen durch Alexandros Kyziridis nicht konsequent genug verteidigten (34.). Auf der Gegenseite vergaben die Gäste aus aussichtsreicher Position den möglichen Ausgleich.
Die Schotten kamen einem Treffer bei einem zu zentral angetragenen Schuss von Pierre Kabore nahe (25.). Kurz vor dem Seitenwechsel krampfte die Partie noch einmal: Ein bereits zugesprochener Handelfmeter für die Hausherren wurde vom Videoschiedsrichter nach VAR-Überprüfung wieder zurückgenommen. Der ungarische Referee Gergo Bogar revidierte seine Entscheidung ohne große Grazer Proteste. So ging es mit der knappen 1:0-Führung für die Hausherren in die Kabinen.
VAR-Eingriff vor der Pause
Nach dem Wiederanpfiff brachte Ingolitsch mit Kiteishvili (46.) frischen Wind, was sich umgehend bezahlt machen sollte. Bei den von 1.300 mitgereisten Fans unterstützten Hearts gab es im Sommer beginnend beim Cheftrainer deutlich mehr Rochaden. Eine Gelbe Karte gegen McEntee (47.) leitete die entscheidende Phase ein.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit sorgten Jeyland Mitchell (50.), Luca Weinhandl (53.) und Jürgen Heil (59.) binnen zehn Minuten für ein klares Resultat. Sturms Abwehr stand in den zweiten 45 Minuten zunehmend sicherer, und die Schwarz-Weißen brannten ein echtes Offensivfeuerwerk ab: Innerhalb von nur neun Minuten schraubten die Steirer das Ergebnis uneinholbar in die Höhe.
Drei Tore in neun Minuten
Zunächst staubte Mitchell nach einer Kiteishvili-Ecke zum 2:0 ab, ehe Weinhandl nur wenig später auf 3:0 erhöhte. Wieder schlug Sturm aus einem ruhenden Ball zu und legte kurz darauf noch das dritte Tor nach. Nachdem Soglo (57.) nur die Stange traf, setzte Neuzugang Heil nach Vorarbeit von Weinhandl den Schlusspunkt zum 4:0-Endstand.
Auch Gelbe Karten für Stankovic (56.) und Ba-Sy (86.) sowie späte Wechsel – unter anderem kam Weiper (71.) für Jatta – änderten nichts mehr am verdienten Erfolg. Guendouz (82.) prüfte noch einmal Khudyakov, doch die Steirer brachten das Ergebnis trocken über die Zeit.
Rückspiel in Edinburgh und nächster Gegner
Mit dem klaren 4:0-Heimerfolg verschafft sich Sturm Graz eine glänzende Ausgangslage für das Rückspiel am Dienstag, 28. Juli (20.45 Uhr, live in ORF 1) in Edinburgh. Der Sieger dieses Duells trifft in der dritten Qualifikationsrunde auf den Gewinner der Partie zwischen Fenerbahce Istanbul und Gornik Zabrze. Der Großclub aus Istanbul siegte im Hinspiel gegen die Polen zu Hause 1:0.
Der Verlierer der dritten Qualifikationsrunde steigt in die dritte Qualifikationsrunde der Europa League ein, womit für beide Teams weiterhin ein europäischer Herbst möglich bleibt. Österreichs Vizemeister ist mit einem regelrechten Paukenschlag in die Europacup-Saison 2026/27 gestartet.
In der Gesamtbilanz unterstrich Sturm Graz mit dem souveränen Auftritt seine Ambitionen auf die erste Teilnahme an der Champions League seit vielen Jahren. Der Aufsteiger in die dritte Qualifikationsrunde trifft nun auf einen Hochkaräter aus Istanbul oder den polnischen Vertreter aus Zabrze.
Das Rückspiel steigt am kommenden Dienstag in Edinburgh und wird live in ORF 1 übertragen. Sollte Sturm den Vorsprung halten, winkt das Duell mit Fenerbahce oder Gornik Zabrze als nächstes Etappenziel auf dem Weg in die Gruppenphase der Königsklasse.
Ausblick auf Königsklasse und Liga
Die Grazer können mit breiter Brust nach Schottland reisen. Trainer Ingolitsch hat sein Team offensichtlich optimal auf den Rhythmus der englischen Wochen eingestellt und die Wechsel frühzeitig genutzt, um frische Impulse zu setzen.
Im Kader von Sturm standen beim Hinspiel unter anderem Chudjakow, Heil, Vallci, Mitchell, Soglo (79. Malic), Seidl (46. Kiteischwili), Gorenc Stankovic, Weinhandl, Hödl (71. Fosso), Wlodarczyk (71. Kayombo) und Jatta (71. Weiper). Bei Hearts liefen Schwolow, Borchgrevink, Fagan-Walcott, McCart, Milne, Spittal (75. Kerjota), Braga, Kyziridis (59. Guendouz) und Kabore (59. Ba-Sy) auf.
Mit Blick auf die kommenden Aufgaben bleibt abzuwarten, wie Ingolitsch die Belastung steuert. Das Team hat mit dem 4:0 nicht nur sportlich überzeugt, sondern auch das Selbstvertrauen für die kommenden Herausforderungen in der heimischen Bundesliga und im Europacup gestärkt.
Fragen & Antworten
Warum wurde der Handelfmeter für Sturm Graz zurückgenommen?
Der ungarische Schiedsrichter Gergo Bogar zeigte in der ersten Halbzeit auf den Elfmeterpunkt, revidierte seine Entscheidung jedoch nach einem VAR-Einspruch ohne größere Proteste der Grazer. Über die konkreten Beweggründe des VAR liegen keine Details vor.