Stichwahl Peru 2026: Fujimori vs. Sánchez – enges Rennen | nachrichten360
Stichwahl in Peru: Fujimori liegt knapp vor Sánchez, Auszählung noch nicht abgeschlossen
Lima, 08 Juni 2026
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Kurzfassung
Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru zeichnet sich ein enges Rennen zwischen der rechtskonservativen Keiko Fujimori und dem Linkspolitiker Roberto Sánchez ab. Nach Auszählung von über 45 Prozent der Stimmen führt Fujimori mit rund 53 Prozent knapp vor Sánchez mit 47 Prozent.
Lima, 08 Juni 2026
Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru liegt die konservative Politikerin Keiko Fujimori nach Auszählung von über 45 Prozent der Stimmen knapp vor dem Linkspolitiker Roberto Sánchez.
Die 51-jährige Keiko Fujimori kam nach offiziellen Angaben am Sonntagabend auf rund 53 Prozent der Stimmen, auf ihren linken Herausforderer Roberto Sánchez entfielen 47 Prozent. Das teilte die Wahlbehörde des südamerikanischen Landes in der Nacht zum Montag (Ortszeit) mit. Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru zeichnet sich ein enges Rennen zwischen der rechtskonservativen Kandidatin Keiko Fujimori und dem Linkspolitiker Roberto Sánchez ab.
Die konservative Politikerin Keiko Fujimori tritt bereits zum vierten Mal in Folge als Präsidentschaftskandidatin an. Sie ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 regierte. Fujimori gehört der rechtskonservativen Partei Fuerza Popular an und kündigte für den Fall eines Wahlsieges einen harten Kurs gegen Kriminalität und illegale Migration an.
Hintergrund: Die Kandidaten
Ihr Kontrahent Roberto Sánchez ist 57 Jahre alt und kandidiert erstmals für das Präsidentenamt. Der Linkspolitiker gehört dem Bündnis Juntos por el Perú an und war von 2021 bis 2022 Minister für Außenhandel und Tourismus in der Regierung des früheren Präsidenten Pedro Castillo. Er setzt sich für die Rechte der armen ländlichen Bevölkerung ein und fordert eine Reform von Polizei und Justiz.
Mehr als 27 Millionen Peruaner waren am Sonntag zur Stichwahl aufgerufen worden. Nach der vollständigen Auszählung hat das Oberste Wahlgericht noch bis Mitte Juli Zeit, offiziell einen Sieger zu verkünden. Die Amtseinführung des neuen Präsidenten ist für den 28. Juli geplant.
In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl waren Fujimori und Sánchez jeweils auf weniger als 30 Prozent der Stimmen gekommen. Da keiner der 35 Kandidaten im April die erforderliche Mehrheit erzielt hatte, war die Stichwahl notwendig geworden. Auch vor der Stichwahl galt ein Fünftel der rund 27 Millionen Wahlpflichtigen Meinungsforschern zufolge noch als unentschieden.
Der Wahlgang und die vorläufigen Ergebnisse
Exit Polls der Institute Ipsos und Daum hatten Fujimori unmittelbar nach Schließung der Wahllokale einen knappen Vorsprung vor Sánchez gegeben. Nach Auszählung von etwa 36 Prozent der Stimmen lag Fujimori mit rund 53 Prozent gegen Sánchez mit 47 Prozent vorne. Nach der Auszählung von etwas mehr als der Hälfte der Wahllokale betrug der Vorsprung Fujimoris knapp sechs Prozentpunkte.
Es wurde erwartet, dass Fujimoris Vorsprung schrumpfen würde, sobald die Ergebnisse aus den ländlichen Gebieten ausgezählt sind. Fujimori ist japanischer Abstammung und wurde im Alter von 19 Jahren bekannt, als sie nach der Trennung ihrer Mutter von ihrem Vater die Rolle der First Lady übernahm.
Der Analyst Paulo Vilca vom Institut für peruanische Studien (IEP) sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Ergebnis spiegele die Spaltung des Landes wider und keine politische Kraft nehme eine Vormachtstellung ein. Die politische Lage Perus ist demnach von einem permanenten Konflikt zwischen Parlament und Regierung geprägt.
Politische Lage Perus
Der Kongress kann Präsidenten wegen "moralischer Unfähigkeit" des Amtes entheben. In den vergangenen zehn Jahren hatte Peru acht Präsidenten. Peru hat rund 35 Millionen Einwohner.
Keiko Fujimori plant im Falle eines Wahlsiegs in den ersten hundert Tagen im Amt den Einsatz des Militärs, die Verschärfung der Haftbedingungen und die Abschiebung von Migranten ohne Aufenthaltsstatus. Außerdem plant sie eine Deregulierung der Wirtschaft. Vor der ersten Runde sagte die 51-jährige Fujimori: "Heute, da Peru unter Kriminellen und Erpressern leidet, verlangen die Menschen nach einer Fujimori - hier bin ich".
Fujimoris Wahlversprechen
Roberto Sánchez hingegen kündigte für den Fall eines Wahlsieges an, Gesetze abschaffen zu wollen, die seiner Meinung nach das organisierte Verbrechen begünstigen. Sánchez wirft Fujimori vor, zur politischen Krise beigetragen zu haben. Ihre Partei habe den Sturz mehreren Präsidenten mitzuverantworten.
Sánchez setzt sich zudem für eine stärkere Rolle des Staates in der Wirtschaft ein. Er betrachtet den Ex-Präsidenten als Opfer eines politischen Manövers. Sánchez wird von Anhängern des linken Ex-Präsidenten Pedro Castillo unterstützt, der nach einem versuchten Staatsstreich im Gefängnis sitzt. Nach der Stimmabgabe besuchte Sánchez Pedro Castillo im Gefängnis.
Sánchez Pläne und Castillo
Im Falle eines Wahlsieges kündigte Sánchez an, Pedro Castillo begnadigen zu wollen. Pedro Castillo ist derzeit inhaftiert.
Der Wahlkampf war von Gewalt und Wut auf die politischen Führer geprägt, die viele Wähler für die jahrelange Instabilität des Landes verantwortlich machen. Ein führender Gewerkschafter warf Fujimori vor, einen "langsamen Staatsstreich" durchführen zu wollen.
Keiko Fujimori wurde nach einer erfolglosen Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2006 in den Kongress Perus gewählt. Sie gründete die Partei "Fuerza Popular" und konzentrierte sich später auf deren Führung. Im Oktober 2018 wurde Fujimori wegen des Verdachts der Bestechung in Untersuchungshaft genommen. Das Verfassungsgericht hob die Untersuchungshaft ein Jahr später wieder auf.
Vergangenheit der Fujimori-Familie
Bei der Präsidentschaftswahl 2021 versuchte Keiko Fujimori erfolglos, einen Teil der abgegebenen Stimmen für ungültig erklären zu lassen. Alberto Fujimori wurde von seinen Anhängern für die Besiegung der linksgerichteten Rebellengruppe "Leuchtender Pfad" (Shining Path) und die Stabilisierung der Wirtschaft gefeiert. Später wurde Alberto Fujimori wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verurteilt. Alberto Fujimori starb im Jahr 2024, dessen Vermächtnis die politische Identität seiner Tochter prägt.
Fragen & Antworten
Wer ist Keiko Fujimori?
Keiko Fujimori ist eine 51-jährige konservative Politikerin der Partei Fuerza Popular, die zum vierten Mal als Präsidentschaftskandidatin antritt. Sie ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 regierte und später wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt wurde.
Wer ist Roberto Sánchez?
Roberto Sánchez ist ein 57-jähriger Linkspolitiker, der für das Bündnis Juntos por el Perú antritt. Er war von 2021 bis 2022 Minister für Außenhandel und Tourismus unter Ex-Präsident Pedro Castillo und kandidiert erstmals für das Präsidentenamt.
Warum ist die Stichwahl notwendig geworden?
Die Stichwahl wurde notwendig, da in der ersten Runde im April keiner der 35 Kandidaten die erforderliche Mehrheit erreichen konnte. Sowohl Fujimori als auch Sánchez hatten dabei jeweils weniger als 30 Prozent der Stimmen erhalten.