Spielberg-GP unter Hitzewarnung: Mercedes sieht Hamilton als Bedrohung, Formel 1 rüstet sich für 36 Grad
Spielberg, 26 Juni 2026
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Kurzfassung
Beim Großen Preis von Österreich am Red Bull Ring in Spielberg erwartet die Formel 1 Temperaturen von bis zu 36 Grad Celsius, weshalb die FIA eine Hitzewarnung ausgerufen hat. Während Mercedes vor Lewis Hamilton warnt, führt Antonelli die WM mit 156 Punkten vor Hamilton (115) und Russell (106) an. Das Rennen startet am Sonntag um 15:00 Uhr, wird über 71 Runden ausgetragen und ist auf ServusTV und Sky zu sehen.
Spielberg, 26 Juni 2026
Vor dem achten Grand Prix der Formel-1-Saison am Red Bull Ring in Spielberg hat die FIA wegen erwarteter Temperaturen von bis zu 36 Grad Celsius eine Hitzewarnung ausgerufen, während Mercedes-Teamchef Toto Wolff das Heimspiel als Bewährungsprobe für den Spitzenreiter Kimi Antonelli sieht.
Hitzewarnung und Pflicht-Kühlsystem
Die Formel 1 steuert auf einen Hitzesonntag in der Steiermark zu. Wie Geosphere-Meteorologe Martin Kulmer ankündigte, werden am Samstag und Sonntag am Red Bull Ring bis zu 36 Grad Celsius erwartet, nachdem bereits am Donnerstag 32 Grad gemessen wurden – und der Wind nur schwach weht. Die FIA hat daraufhin die offizielle Hitzewarnung ausgelöst, weil die Schwelle von 31 Grad überschritten wird. In diesem Fall müssen die Teams ein spezielles Kühlsystem in den Autos installieren.
Im Mittelpunkt des Wochenendes steht aber nicht nur das Wetter. Mercedes-Teamchef Toto Wolff sprach nach Barcelona von einem "Realitätscheck" – dem ursprünglichen deutschen Wort entsprechend – und verwies darauf, dass beide Mercedes zuvor in dieser Saison wegen Batterieproblemen ausgefallen waren. Zum Rennen in Spielberg hat Ferrari einen verbesserten Motor mitgebracht, Mercedes will Zuverlässigkeit und Performance weiter steigern. Wolff warnte zudem vor Lewis Hamilton, der nach seinem Barcelona-Sieg als größter Herausforderer gilt.
Antonelli führt, Hamilton lauert
Der Brite Hamilton, der in Barcelona seinen ersten Sieg nach 686 Tagen ohne Erfolg und seinen ersten Triumph für Ferrari gefeiert hatte, war zuvor in Monaco und Montreal Zweiter geworden. Mit 115 Punkten liegt er in der Fahrerwertung hinter Antonelli, der mit 156 Zählern führt. George Russell, Hamiltons ehemaliger Teamkollege, ist mit 106 Punkten Dritter und hatte den Auftakt in Melbourne gewonnen.
Antonelli, WM-Spitzenreiter und mit fünf Siegen aus sieben Runden der dominante Pilot der ersten Saisonphase, zeigte sich im Vorfeld gelassen. Auf die Hitze angesprochen, sagte der 19-jährige Italiener laut APA: "Ich bin Italiener, deswegen bin ich dieses Wetter gewohnt". Allerdings verzichtet er freiwillig auf das eigentlich erlaubte Kühlwams unter dem Rennoverall. "Jedes Mal, wenn ich diese Weste benutzt habe, hat es nicht so gut funktioniert. Danach war ich ziemlich fertig", erklärte er.
Kühlwesten: Geteiltes Echo im Fahrerlager
Das Kühlsystem, das die FIA bei dieser Hitzewarnung erlaubt, pumpt eine gekühlte Glykol-Flüssigkeit durch feine Schläuche in einem speziellen Shirt unter dem Rennoverall. Wer es nutzt, muss 0,5 Kilogramm Ballast als Gewichtsausgleich im Cockpit mitführen. Fahrer dürfen das System freiwillig nutzen, in dieser Saison ist es nach Singapur und Austin im Oktober 2024 erst das dritte Mal, dass es eingesetzt werden darf.
Die Piloten sind in ihren Einschätzungen allerdings gespalten. Red-Bull-Fahrer Isack Hadjar meinte, die Kühlung helfe nur etwa zehn Minuten: "Es hilft wirklich gut, für zehn Minuten. Dann ist es wieder warm". Sein Teamkollege Max Verstappen, der mit fünf Siegen Rekordhalter in Spielberg ist und in dieser Saison erst einen Podestplatz in Montreal holte, will nur ein Eis-Wams vor dem Einsteigen tragen und sagte: "Es ist heiß, aber es ist okay." Oscar Piastri, dessen McLaren-Team Spielberg 2025 mit einem Doppelsieg durch Lando Norris und ihn selbst dominiert hatte, war nüchterner: "Wenn das System gut funktioniert, kann es ein wenig helfen", sagte der Australier, der sich mit Saunagängen vorbereitet hatte.
McLaren geht dennoch als einer der Favoriten in das achte Saisonrennen. Norris hatte zuletzt den Sprint in Miami gewonnen und war vergangenes Jahr in Spielberg Weltmeister geworden. Red Bull hat für den RB22 ebenfalls Updates mitgebracht, und Alpine sowie Racing Bulls hatten in Barcelona mit beiden Autos in den Punkten überzeugt.
Logistik und Zuschauer im Blick
Neben dem technischen und sportlichen Programm stehen in Spielberg vor allem logistische Fragen im Mittelpunkt. Die Veranstalter rechnen erneut mit rund 300.000 Besuchern über vier Tage, nachdem im Vorjahr ein ähnlicher Wert erreicht worden war. Für Anreisende aus Wien, Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark verkehren am Wochenende Regionalbusse zu 120 Stationen, die Schnellstraße S6 durch den Semmering ist rund um das Rennwochenende jedoch nur einstreifig befahrbar.
Für die Zuschauer auf den unüberdachten Tribünen ist die Hitze die größte Herausforderung. Die Organisatoren empfehlen Kopfbedeckungen und bieten kostenlose Wasserspender, Wassernebelanlagen hinter allen Tribünen und Sonnencreme an. Plastikflaschen, Getränkedosen und Thermoskannen bis 1,5 Liter sind erlaubt, Glasbehälter und Alkohol dagegen verboten.
Blick auf Strecke und Programm
Im Hintergrund blickt die Szene auch auf die Historie der Strecke: In den vergangenen vier Jahren gewannen in Spielberg vier verschiedene Fahrer aus vier verschiedenen Teams. Der Hitzerekord für ein Formel-1-Rennen liegt bei 42,5 Grad Celsius, aufgestellt 2005 in Bahrain – ein Wert, der in der Steiermark zwar nicht erreicht wird, aber dennoch den Charakter des Wochenendes prägt. Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger zeigte sich im Gespräch mit APA überzeugt: "Mercedes wird wieder relativ schnell zeigen, wer der Herr im Haus ist."
Der achte Grand Prix der Saison startet am Sonntag um 15:00 Uhr und wird über 71 Runden ausgetragen. Übertragen wird das Rennen live auf ServusTV und Sky. Der Zeitplan beginnt am Donnerstag mit dem Medientag, am Freitag stehen zwei Freie Trainings an, am Samstag folgen ein drittes Training und das Qualifying um 16:00 Uhr. Als Rahmenrennen treten Formel 3, Formel 2 und der Porsche Supercup an.
Während die Teams die Kühl- und Update-Pakete schnüren, richtet sich der Blick der Formel 1 am Wochenende zunehmend auch auf die Leistungsentwicklung von Mercedes. Wolff sprach von einem "Realitätscheck" in Barcelona – das Heimspiel in Spielberg soll nun zeigen, ob die Stuttgarter die Kurve tatsächlich bekommen haben. Die Hitzewarnung der FIA macht das Unterfangen nicht leichter.
Fragen & Antworten
Wer führt die Formel-1-Weltmeisterschaft vor dem Großen Preis von Österreich an?
Kimi Antonelli führt die Fahrerwertung mit 156 Punkten an. Lewis Hamilton folgt mit 115 Punkten, George Russell mit 106.
Warum hat die FIA für das Rennen in Spielberg eine Hitzewarnung ausgerufen?
Die FIA löst eine Hitzewarnung aus, wenn Temperaturen über 31 Grad Celsius erwartet werden – am Red Bull Ring sind bis zu 36 Grad vorhergesagt. In diesem Fall müssen die Teams ein spezielles Kühlsystem in den Autos installieren.
Wann startet der Grand Prix von Österreich und wo ist er zu sehen?
Das Rennen startet am Sonntag um 15:00 Uhr, wird über 71 Runden ausgetragen und ist auf ServusTV und Sky live zu sehen.
Formel 1 Spielberg 2026: Hitzewarnung, Hamilton und | nachrichten360