Antonelli siegt in Monaco: Fünfter Monaco-Sieg in Folge | nachrichten360
Antonelli gewinnt auch das Chaos-Rennen in Monaco und baut WM-Führung aus
Monte Carlo, 07. Juni 2026
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Kurzfassung
Kimi Antonelli hat den Großen Preis von Monaco gewonnen und damit seinen fünften Formel-1-Erfolg in Folge eingefahren. Das Rennen wurde durch eine Rotphase, einen Defekt bei Max Verstappen und mehrere Unfälle überschattet.
Der 19-jährige Italiener Kimi Antonelli hat am Sonntag den Großen Preis von Monaco gewonnen und mit seinem fünften Sieg in Folge die Führung in der Formel-1-Weltmeisterschaft ausgebaut.
Antonelli, der von der Pole-Position gestartet war, führte das Feld von Beginn an an und geriet im Rennen nach Angaben seines Teams nie ernsthaft in Gefahr. „Das war ein unglaubliches Rennen. Einer dieser Tage, wo alles passt, man diese unglaubliche Pace hat - ich konnte alles kontrollieren, das gab mir die Selbstsicherheit, voll zu pushen“, sagte der Mercedes-Pilot nach dem Rennen. Bereits am Samstag hatte er im Qualifying in 1:12,051 Minuten die schnellste Runde gedreht und sich damit seine vierte Pole-Position in dieser Saison gesichert.
Hinter Antonelli überquerte Lewis Hamilton im Ferrari als Zweiter die Ziellinie. Für den Briten, der nach dem Qualifying 0,228 Sekunden Rückstand auf Antonelli gehabt hatte, war es sein achter Podestplatz in Monaco. „Zuerst einmal möchte ich Kimi und dem Mercedes-Team gratulieren“, sagte Hamilton. Isack Hadjar komplettierte im Red Bull das Podium und fuhr als Dritter sein erstes Top-3-Ergebnis in der Formel 1 ein.
Qualifying: Antonelli schnappt sich die Pole
Das Rennen stand jedoch im Schatten mehrerer Zwischenfälle. Schon am Start blieb Max Verstappen, der von Platz zwei ins Rennen gegangen war, mit seinem Red Bull stehen und wurde vom gesamten Feld überholt. „Der Motor ging einfach aus. Ich hatte erst nach der ersten Kurve wieder etwas Leistung. Der Motor klang wirklich schrecklich, ich konnte nicht Vollgas geben, also sind wir in die Box gefahren. Wir haben noch keine Ahnung, was genau passiert ist“, erklärte der Niederländer, der den Großen Preis von Kanada zuletzt noch als Dritter beendet hatte. Sein Team wies ihn über Boxenfunk an: „Komm einfach nach Hause.“
Verstappen, vierfacher Weltmeister, scherzte vor dem Start noch zu Antonelli, er solle eine Sekunde warten, bis die Ampeln erloschen seien. Wenig später war sein eigenes Rennen nach einer Runde beendet. Anschließend stieg er in der Garage aus und kündigte an, in seine Wohnung zu gehen, die nur 500 Meter von der Strecke entfernt liegt.
Rund zehn Runden vor dem Ende schlug Charles Leclerc im zweiten Ferrari in Kurve 19 in die Leitplanken und sorgte damit für eine Rotphase des Rennens. Kurz zuvor war bereits Lance Stroll im Aston Martin in derselben Kurve verunglückt, was eine Safety-Car-Phase ausgelöst hatte. Als Ursache für beide Unfälle wurde der brüchige Asphalt in der Engstelle des Stadtkurses ausgemacht.
Unfälle in Kurve 19 erzwingen Rotphase
Die Rennleitung unterbrach das Rennen etwa 37 Minuten lang, um die beschädigte Stelle zu reparieren. Danach wurde das Feld hinter dem Safety-Car von Bernd Mayländer neu sortiert und das Rennen mit einem stehenden Start fortgesetzt. Insgesamt dauerte der Großen Preis von Monaco fast zweieinhalb Stunden, wobei 60 reguläre Runden plus zehn zusätzliche Runden nach dem Restart gefahren wurden.
Auch der amtierende Weltmeister Lando Norris schied im McLaren aus. Nach 45 Runden musste er seinen Wagen mit einem vermuteten Batteriedefekt abstellen - für ihn war es der zweite Ausfall in Folge nach dem Großen Preis von Kanada. Das Rennen in Monaco war für McLaren das 1000. Grand-Prix-Wochenende in der Teamgeschichte.
George Russell, Antonellis Teamkollege bei Mercedes, erhielt im Rennen eine Drive-Through-Strafe und beendete den Grand Prix außerhalb der Punkteränge. Zwischenzeitlich wurde er von Antonelli überrundet. Bereits im Qualifying war Russell auf Startplatz sechs gelandet und hatte damit klar hinter seinem Teamkollegen gelegen.
Strafen gegen Hamilton, Russell und Hülkenberg
In der Box sorgte eine weitere Strafe für Diskussionen: Sowohl Hamilton als auch Russell hatten beim Reifenwechsel eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse kassiert. Bei Hülkenberg sorgte eine Zehn-Sekunden-Strafe dafür, dass er von Platz acht auf Rang 14 zurückfiel und seine ersten WM-Punkte in dieser Saison verpasste. Audi hat in der laufenden Saison bislang nur zwei Zähler auf dem Konto, beide aus dem Auftaktrennen.
Nico Hülkenberg war als einziger deutscher Fahrer im Feld gestartet. Gabriel Bortoleto im zweiten Audi belegte den zwölften Platz, nachdem er im Qualifying keine Zeit gesetzt hatte. Bei Cadillac schied Valtteri Bottas vorzeitig aus.
Sorgen um Ferrari-Teamchef Vasseur
In der WM-Wertung baute Antonelli seinen Vorsprung deutlich aus. Nach sechs von 22 Läufen führt er mit 66 Punkten vor Hamilton, der damit hinter seinem Mercedes-Teamkollegen Russell auf Gesamtrang zwei liegt. Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der in Österreich geboren wurde, warnte angesichts der Dominanz seines Schützlings vor überzogenen Erwartungen: „Wir müssen aufpassen, dass er nicht Ikarus wird, wir müssen ihn auf dem Boden halten.“ Wolff hatte den Qualifying-Lauf zuvor bereits als „eine Runde für die Geschichtsbücher“ bezeichnet.
Bei Ferrari stand der Sonntag unter dem Eindruck der gesundheitlichen Probleme von Teamchef Frédéric Vasseur. Der 58-jährige Franzose hatte das Qualifying am Samstag aus einer Klinik verfolgt, nachdem er zur Beobachtung stationär aufgenommen worden war. Am Renntag kehrte er an die Boxenmauer zurück. Ferrari machte keine Angaben zur genauen Diagnose.
Unter den Zuschauern in Monaco befanden sich neben Hollywood-Stars wie Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones auch die deutschen Fußball-Weltmeister Mario Götze, Mats Hummels und Lukas Podolski. Kim Kardashian und ihre Schwester Khloe waren auf Einladung Hamiltons an die Strecke gekommen.
Blick auf die WM-Tabelle und den Saisonkalender
Bereits am kommenden Wochenende steht mit dem Großen Preis von Barcelona der siebte Saisonlauf an. Danach folgt eine zweiwöchige Pause, bevor die Formel 1 in Österreich auf dem Red Bull Ring gastiert.
Antonelli, der im Qualifying 0,043 Sekunden schneller gewesen war als Verstappen, sagte im Hinblick auf seine fünfte Pole: „Das war eine magische Runde, ich habe alles zusammengebracht. Es war so eng mit Max. Ich bin super happy, wir haben uns massiv verbessert.“ Sein fünfter Sieg in Serie gelang ihm ausnahmslos unter trockenen Bedingungen - das einzige Rennen dieser Saison, das er nicht gewann, war der Auftakt in Australien, in dem Russell triumphiert hatte.
Mit dem Monaco-Erfolg ist Antonelli zugleich der jüngste Sieger des Großen Preises von Monaco in der Geschichte der Formel 1. Mercedes-Teamchef Wolff ordnete den Auftritt seines Piloten als historisch ein und betonte zugleich, wie wichtig Disziplin und Bodenhaftung im weiteren Saisonverlauf seien.
Fragen & Antworten
Wer ist Kimi Antonelli?
Kimi Antonelli ist ein 19-jähriger italienischer Formel-1-Fahrer, der für Mercedes startet. Nach dem Großen Preis von Monaco führt er die Fahrerwertung klar an und ist der jüngste Sieger dieses Rennens in der Geschichte der Königsklasse.
Warum wurde das Rennen in Monaco unterbrochen?
Die Rennleitung unterbrach den Grand Prix rund 37 Minuten lang mit der Roten Flagge, weil der Asphalt in Kurve 19 durch den Druck der Formel-1-Autos aufgebrochen war. Zuvor hatten in derselben Kurve Stroll und Leclerc Unfälle.
Wie geht es im Formel-1-Kalender weiter?
Bereits am kommenden Wochenende steht in Barcelona der siebte Saisonlauf an. Danach folgt eine zweiwöchige Pause, bevor der Große Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring ausgetragen wird.