Die rechtskonservative polnische Oppositionspartei PiS hat sich nach einem internen Richtungsstreit gespalten; mehr als 30 Abgeordnete um den früheren Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki verlassen die Partei, wie deren Vorsitzender Jarosław Kaczyński am Freitag in Warschau mitteilte.

Ausgangslage: PiS vor der Spaltung

Die rechtskonservative PiS regierte Polen von 2015 bis 2023 und ist seitdem die größte Oppositionspartei des Landes. Nun zerfällt der einst dominierende Machtblock am Vorabend der Parlamentswahl 2027 in zwei Lager. Parteichef Jarosław Kaczyński, der die PiS im Jahr 2001 gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Lech gegründet hatte und sie seit einem Vierteljahrhundert prägt, erklärte am Freitagmittag in Warschau, dass die genaue Zahl der Abgeordneten, die ihre Mitgliedschaft aufgekündigt hätten, noch nicht feststehe. „Etwa dreißig Abgeordnete unserer Fraktion haben ihre Parteimitgliedschaft gekündigt“, sagte der 77-Jährige.