SpaceX IPO: 75 Milliarden Dollar bei Rekord-Börsengang | nachrichten360
SpaceX plant Rekord-Börsengang: 75 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 1,8 Billionen
New York, 04 Juni 2026
Bruno Sanchez-Andrade Nuño from Washington, DC, USA / Wikimedia Commons / CC BY 2.0
Kurzfassung
Das Raumfahrtunternehmen SpaceX bereitet einen Börsengang an der NASDAQ vor, der bis zu 75 Milliarden US-Dollar einbringen soll. Bei einem Ausgabepreis von 135 Dollar pro Aktie würde das Unternehmen mit fast 1,8 Billionen Dollar bewertet – obwohl im vergangenen Jahr ein Verlust von rund 4,94 Milliarden Dollar ausgewiesen wurde.
New York, 04 Juni 2026
Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX plant am 12. Juni 2026 seinen Börsengang an der NASDAQ unter dem Tickersymbol SPCX und will dabei rund 75 Milliarden US-Dollar einsammeln.
Der größte Börsengang der Geschichte
Der geplante Börsengang wäre der größte in der Finanzgeschichte. Bei einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar pro Aktie strebt SpaceX nach Insiderangaben eine Gesamtbewertung von etwa 1,75 Billionen Dollar an, die je nach Berechnung bis nahe 1,8 Billionen Dollar reichen kann. Die US-Börsenaufsicht SEC bestätigte, dass mehr als 555 Millionen Aktien zu einem einheitlichen Preis ausgegeben werden sollen.
Damit würde SpaceX den bisherigen Rekord deutlich übertreffen. Der saudische Ölkonzern Aramco hatte 2019 mit knapp über 29 Milliarden Dollar den bis dahin größten Börsengang der Geschichte absolviert. SpaceX würde diesen Wert in etwa verdreifachen.
Ungewöhnlich ist auch der Vertriebsweg: Nach Angaben aus den Verkaufsunterlagen soll fast ein Drittel der Aktien an private Kleinanlegerinnen und Kleinanleger gehen. Üblich sind ansonsten nur fünf bis zehn Prozent. SpaceX setzt zudem keinen Preisrahmen fest, der sich nach dem Interesse institutioneller Investoren richtet, sondern legt den Preis eigenständig fest.
Ungewöhnliche Konditionen und Kleinanleger im Fokus
Die NASDAQ hat nach Angaben der Verkaufsunterlagen ihre Regeln speziell für diesen Börsengang angepasst. Die Roadshow, also die Präsentation des Unternehmens vor Investoren, beginnt am Donnerstag. Nach Angaben des dpa-Berichts werden Führungskräfte institutionelle Investoren treffen und sich zudem auch Kleinanlegern vorstellen.
Hinter SpaceX steht Elon Musk, der nach dem Börsengang mehr als 80 Prozent der Stimmrechte behalten soll. Erreicht wird dies über Vorzugsaktien mit überlegenen Stimmrechten. Eine andere Quelle spricht von 82 Prozent. Sein Aktienanteil an SpaceX wäre dem Ausgabepreis zufolge rund 866,5 Milliarden Dollar wert.
Elon Musk bleibt mit deutlicher Mehrheit an der Macht
Hinzu kommt Musks Beteiligung am Elektroautohersteller Tesla in Höhe von rund 350 Milliarden Dollar. Musk ist laut den Verkaufsunterlagen die reichste Person der Welt und CEO von Tesla. Mit der Verschmelzung seiner KI-Firma xAI und der Onlineplattform X in SpaceX wurde zudem ein kombinierter Konzern geschaffen, der bei der Fusion laut Medienberichten mit 1,25 Billionen Dollar bewertet wurde.
Die Geschäftszahlen, die SpaceX den Investoren präsentiert, sind durchwachsen. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar, was knapp über 16 Milliarden Euro entspricht. Gleichzeitig wies es einen Verlust von rund 4,94 Milliarden Dollar aus.
Hauptgrund für die roten Zahlen sind laut den Verkaufsunterlagen hohe Entwicklungskosten für die Starship-Rakete, die 124 Meter hoch ist. Starship soll laut NASA-Plänen erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen auf den Mond bringen. Ende Mai absolvierte die Rakete einen erfolgreichen Testflug, wenn auch mit kleineren Problemen.
Starlink trägt das Geschäft, Starship kostet
Den Löwenanteil der Einnahmen erwirtschaftet derweil der Satelliten-Internetdienst Starlink. Laut den Unterlagen generierte Starlink im Jahr 2025 rund 11,4 Milliarden Dollar Umsatz, fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Starlink ist demnach der zentrale Umsatzträger des Unternehmens.
SpaceX ist nach eigener Darstellung in der Trägerraketen-Branche dominant und spielt im US-Raumfahrtprogramm eine Schlüsselrolle. Das Unternehmen hat profitable Verträge mit der NASA und ist in Starbase im US-Bundesstaat Texas ansässig. Im Vergleich mit anderen Tech-Giganten fällt die Bewertung hoch aus: Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, kommt laut den Verkaufsunterlagen auf eine Marktkapitalisierung von etwa 1,6 Billionen Dollar und meldete im letzten Quartal einen Gewinn von rund 26,8 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 56 Milliarden Dollar.
Die Marktreaktion auf den bevorstehenden Börsengang ist enorm. Wie zwei britische Marktbeobachter über den Account GagolaValueCapital auf X schreiben, sind seit Musks Bestätigung des Börsengangs rund 14 Milliarden Dollar in SpaceX-bezogene Fonds geflossen. Sie schreiben wörtlich: „Rund 14 Milliarden Dollar sind in Fonds mit SpaceX-Bezug geflossen, seit Musk den Börsengang bestätigt hat“.
Über das Ausmaß dieser Kapitalströme zeigten sich die beiden Beobachter beeindruckt. Wörtlich erklärten sie: „Das hat es noch nie gegeben“. Der Zufluss gilt als Indiz dafür, dass institutionelle Investoren auf einen erfolgreichen Börsengang setzen.
Riesige Kapitalströme schon vor dem Handelsstart
Zum Vergleich: Die Investmentfirma Berkshire Hathaway von Warren Buffett hat sich laut den Verkaufsunterlagen bereits mit zehn Milliarden Dollar an einer Kapitalerhöhung von Alphabet, der Muttergesellschaft von Google, beteiligt. Alphabet selbst plant eine Kapitalerhöhung von 80 Milliarden Dollar, um weitere Investitionen in künstliche Intelligenz zu finanzieren.
Die Nachfrage nach SpaceX-Aktien ist auch deshalb bemerkenswert, weil das Unternehmen nach eigenen Angaben zum Zeitpunkt des Börsengangs weiterhin Verluste schreibt. Mit dem Erlös aus dem IPO dürfte SpaceX vor allem die Entwicklung der Starship-Rakete und den Ausbau des Starlink-Netzes finanzieren. Langfristig verfolgt Musk das Ziel, mit Starship auch bemannte Missionen zum Mars zu ermöglichen.
Zum Handelsstart am 12. Juni 2026 werden zunächst 555 Millionen Aktien angeboten, was etwa 4,3 Prozent des Unternehmens entspricht. Mit dem gewählten Tickersymbol SPCX und einer direkten Notierung an der NASDAQ will SpaceX Anlegerinnen und Anlegern weltweit erreichen. Branchenkenner werten den Börsengang als vorläufigen Höhepunkt einer Phase, in der Tech-Unternehmen trotz zum hoher Bewertungen und teils roter Zahlen verstärkt an die Börse drängen.
Fragen & Antworten
Welche Bewertung strebt SpaceX beim Börsengang an?
SpaceX zielt nach Insiderangaben auf eine Gesamtbewertung von etwa 1,75 Billionen US-Dollar, die je nach Berechnung bis nahe 1,8 Billionen Dollar reichen kann, bei einem Ausgabepreis von 135 Dollar pro Aktie.
Wie hoch fällt Elon Musks Stimmrechtsanteil nach dem IPO aus?
Elon Musk wird nach dem Börsengang laut Verkaufsunterlagen mehr als 80 Prozent der Stimmrechte halten, vermittelt durch Vorzugsaktien mit überlegenen Stimmrechten; eine andere Quelle spricht von 82 Prozent.
Im vergangenen Jahr wies SpaceX einen Verlust von rund 4,94 Milliarden US-Dollar aus, weil die Entwicklung der 124 Meter hohen Starship-Rakete hohe Kosten verursacht, während der Satelliten-Internetdienst Starlink mit 11,4 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2025 den Großteil der Erlöse liefert.