SMAG Börsengang: Schwacher Start in Frankfurt, Kurs unter | nachrichten360
SMAG startet schwach an der Frankfurter Börse – Aktie bricht zum Handelsbeginn ein
Frankfurt, 13. Juli 2026
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Kurzfassung
Der Rüstungszulieferer SMAG Mobile Antenna Masts hat am 13. Juli den Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen – mit einem schwachen Marktdebüt. Die Aktie fiel im ersten Kurs auf 35,00 Euro und notierte damit rund 23 Prozent unter dem Ausgabepreis von 46 Euro.
Der Rüstungszulieferer SMAG Mobile Antenna Masts hat am 13. Juli den Handel im Scale-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen, wobei der erste Kurs bei 35,00 Euro lag und damit deutlich unter dem Ausgabepreis von 46 Euro.
Den Ausgabepreis hatte das Unternehmen bereits am 8. Juli auf 46 Euro je Aktie festgesetzt, das untere Ende der zuvor ausgerufenen Spanne von 46 bis 54 Euro. Der Handelsstart an der Frankfurter Börse verzögerte sich um etwa eine Viertelstunde, weil zunächst nicht genügend Käufer gefunden werden konnten. SMAG ist damit nach Vincorion und Gabler das dritte Rüstungsunternehmen, das in diesem Jahr an die Börse geht – und insgesamt der fünfte klassische Börsengang in Deutschland 2026.
Im weiteren Handelsverlauf bewegt sich der Kurs zeitweise 29,5 Prozent schwächer bei 32,43 Euro. Der Erstkurs lag in Frankfurt bei 35,00 Euro, was einem Minus von rund 23 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 46 Euro entspricht. SMAG-CEO Ulrich Feindt läutete die Eröffnungsglocke an der Frankfurter Börse, Mitarbeiter waren eigens aus dem niedersächsischen Salzgitter zur IPO-Zeremonie angereist.
Kursverlust und Details zur Platzierung
Platziert wurden laut einer Mitteilung der Deutschen Börse insgesamt 2.817.500 Aktien, darunter 650.000 neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie 1.800.000 bestehende Aktien der Altaktionärin SMAG Group GmbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Beteiligungsgesellschaft AEQUITA, dazu 367.500 Aktien aus der Mehrzuteilungsoption. Bei voller Ausübung des Greenshoe ergibt sich ein Platzierungsvolumen von rund 129,6 Millionen Euro, die Marktkapitalisierung liegt bei knapp 260 Millionen Euro.
Den angestrebten Nettoerlös von rund 30,5 Millionen Euro aus der Kapitalerhöhung erreicht das Unternehmen mit dem gewählten Mindestpreis nicht. Das Geld soll unter anderem in Automatisierung, den Kapazitätsausbau am Standort Salzgitter und den Vertrieb fließen. Der Stabilisierungszeitraum, in dem der Konsortialführer Cantor den Kurs stützen darf, beginnt mit der Handelsaufnahme und endet spätestens 30 Kalendertage danach.
Hintergrund: Vom Bergbau zum Rüstungszulieferer
Das Unternehmen ist zu über 99 Prozent ein Rüstungsunternehmen. SMAG baut mobile Antennenmastsysteme für missionskritische Einsätze. Das bedeutet, dass wir für die Armeen dieser Welt eine mobile Kommunikationsinfrastruktur aufbauen. Der Bereich Antennenbau wurde 1974 als eine der Töchter der damaligen Bergbautechnik-Firma gegründet, die 1919 von einem Bergbauingenieur als Salzgitter Maschinenbau ins Leben gerufen worden war. Der Hauptsitz befindet sich in Salzgitter.
Während SMAG einen holprigen Einstand feierte, sammelte das Münchner Drohnenunternehmen Helsing nach eigenen Angaben 1,8 Milliarden US-Dollar frisches Kapital ein und wird nun mit 18 Milliarden US-Dollar bewertet. Das unterstreicht das hohe und wachsende Vertrauen in KI-gestützte und softwarebasierte Verteidigungstechnologie. Die im Mai von der Financial Times gemeldete Finanzierungsrunde belief sich auf 1,2 Milliarden US-Dollar; Helsing erklärte, die Nachfrage habe das verfügbare Volumen deutlich überstiegen.
Helsing sammelt Milliarden ein
An Helsings jüngster Runde beteiligten sich neue und bestehende Investoren wie Disruptive, Iconiq, Goldman Sachs, JPMorganChase und der kanadische Pensionsfonds CPP Investments. Federführend waren die US-Wagniskapitalgeber Dragoneer Investment Group und Lightspeed Venture Partners. Es war die fünfte Finanzierungsrunde seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2021. In der vorherigen Runde war Helsing mit zwölf Milliarden US-Dollar bewertet worden, insgesamt hat das Unternehmen seit seinem Bestehen mehr als drei Milliarden US-Dollar eingesammelt.
Rüstungsboom mit Fragezeichen
Nicht alle Rüstungsunternehmen können den Sprung an die Börse derzeit meistern. Der Panzerbauer KNDS hatte seinen eigenen Börsengang dagegen Anfang Juli auf Eis gelegt. Die Rüstungsindustrie ist ein extrem dynamischer Sektor, wird aber lange nicht in der Lage sein, den Stellenwert der Automobilindustrie zu übernehmen, und wird damit auch lange nicht in der Lage sein, wegfallende Arbeitsplätze aus der Automobilindustrie zu übernehmen, sagte ING-Bank-Chefvolkswirt Carsten Brzeski.
Als prominente Beispiele für Unternehmen, die ihre Rüstungsbereiche strategisch ausbauen, gelten Mercedes Benz, der Autozulieferer Schaeffler und Heidelberger Druckmaschinen. Auch der Kölner Motorenhersteller Deutz übernimmt den in Flensburg ansässigen Militärfahrzeugbauer FFG, mit dem Ziel, Fahrzeuge für die Bundeswehr und NATO-Partner zu entwickeln. Der Kontext eines wachsenden europäischen Verteidigungsmarktes dürfte dennoch nicht ausgereicht haben, um den ersten Handelstag der SMAG-Aktie zu stützen.
Feindt steht seit Jahresbeginn an der Spitze des Unternehmens und steuert SMAG klar in Richtung Verteidigung. Der Kursverlauf am ersten Handelstag zeigt, wie schwer es selbst für Unternehmen mit militärischem Fokus ist, am Kapitalmarkt zu überzeugen, wenn Ausgabepreis und Nachfrage nicht zusammenfinden. Ob die Stabilisierungsmaßnahmen des Konsortialführers Cantor in den kommenden Wochen greifen, bleibt abzuwarten.
Der Artikel wurde von den Redakteurinnen Evelyn Schmal und Julia Walter des finanzen.net-Teams verfasst.
Evelyn Schmal, Julia Walter, Redaktion finanzen.net
Fragen & Antworten
Wie viel Prozent verlor die SMAG-Aktie am ersten Handelstag?
Der Erstkurs in Frankfurt lag bei 35,00 Euro und damit rund 23 Prozent unter dem Ausgabepreis von 46 Euro; im weiteren Verlauf fiel der Kurs zeitweise um 29,5 Prozent auf 32,43 Euro.
Welchen Nettoerlös hatte SMAG aus der Kapitalerhöhung angepeilt?
SMAG wollte mit der Kapitalerhöhung rund 30,5 Millionen Euro netto erlösen, wurde dieses Ziel mit dem gewählten Mindestpreis von 46 Euro aber nicht erreichen.
Wer führt das Bankenkonsortium beim SMAG-Börsengang?
Die US-Bank Cantor fungiert als Konsortialführer des SMAG-Börsengangs und darf während des bis zu 30 Kalendertage dauernden Stabilisierungszeitraums den Kurs stützen.