Ein Schwarz-Weiß-Foto aus dem Jahr 1933 hat im Bayerischen Nationalmuseum zur Identifizierung zweier Reliefs als mutmaßliche Raubkunst aus der Zeit des Nationalsozialismus geführt.

Ein Foto als Schlüsselbeleg

Die Aufnahme, die nach Angaben aus den Recherchen nun als zentraler Beleg gilt, zeigt die Reliefs in einem dokumentierten Kontext, der ihre Herkunft aus einer privaten Kunstsammlung vor 1933 belegt. Damit konnten die Werke einer konkreten Sammlung zugeordnet werden, die während der NS-Zeit systematisch auseinandergerissen wurde. Die Auswertung des Bildes erfolgte im Rahmen laufender Provenienzforschungen, die das Haus seit Jahren betreibt.

Im Zentrum steht die Sammlung des Bankiers Jakob Goldschmidt, die zu den bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Deutschlands im frühen 20. Jahrhundert zählte. Goldschmidt musste sein Vermögen und seine Kunst unter dem Druck der NS-Verfolgung veräußern. Die Erben des Bankiers verfolgen seit Jahrzehnten die Frage, welche Objekte aus der Sammlung heute noch in öffentlichen Museen hängen – und fordern deren Rückgabe.