Vor 40 Jahren: Wie James Cameron mit „Aliens – Die Rückkehr" ein Science-Fiction-Meisterwerk schuf
Los Angeles, 18 Juli 2026
AI-generated image (z-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Vor genau 40 Jahren, am 18. Juli 1986, kam James Camerons „Aliens – Die Rückkehr" in die US-Kinos und wurde zur bis heute einflussreichsten Fortsetzung der Science-Fiction-Geschichte. Mit Sigourney Weaver als Action-Heldin Ellen Ripley verband der Regisseur Horror, Kriegsfilm und Familiendrama zu einem Werk, das in Deutschland erst am 13. November 1986 anlief.
Los Angeles, 18 Juli 2026
Vor 40 Jahren brachte James Cameron mit „Aliens – Die Rückkehr" eine Fortsetzung in die Kinos, die dem Kultfilm „Alien" ebenbürtig wurde und das Action-Kino nachhaltig prägte.
Camerons Weg zu „Aliens"
Am 18. Juli 1986 feierte „Aliens – Die Rückkehr" in den Vereinigten Staaten Premiere, vier Monate später, am 13. November 1986, startete der Film auch in den deutschen Kinos. In seinem Heimatland landete das Werk mit 85 Millionen Dollar Einspielergebnis auf Platz 5 der Jahrescharts – ein beachtlicher Erfolg, gemessen an Herstellungskosten von nur 18,5 Millionen Dollar. Der Film trägt das R-Rating, darf also in den USA nur in Begleitung Erwachsener gesehen werden, was seinen Erfolg keineswegs schmälerte.
„Aliens" ist ein Frühwerk von James Cameron – und zugleich nicht. Blickt man auf sein filmisches Schaffen, ist es bereits der dritte Spielfilm, in dem Cameron Regie führt. Deckt man über den Erstling „Piranha II – Fliegende Killer" den Mantel des Schweigens, einen Horror-Trash, auf den er nur sehr begrenzt Einfluss hatte, bleiben nur neun Filme. Von diesen neun gehören drei zu den fünf erfolgreichsten Filmen aller Zeiten: „Titanic" und die ersten beiden „Avatar"-Filme – der dritte „Avatar" ist „nur" auf Platz 16. Wem gerade nicht einfällt, welche die anderen Filme sind: „True Lies" und „The Abyss" und natürlich die beiden ersten „Terminator"-Filme. Die dritte Zusammenarbeit ist „Avatar".
Camerons Weg zu „Aliens" beginnt Ende der 1970er Jahre in der Talente-Schmiede von Roger Corman, dem Produzenten hunderter B-Movies. Dort sammelt der junge Kanadier Erfahrungen und knüpft Kontakte, darunter zu Gale Anne Hurd, die als Produzentin durchstarten will. Gemeinsam setzen sie „Terminator" um. Durch den Erfolg des mittlerweile erschienenen „Terminator"-Films geschieht es, dass ihm auch die Regie für den zweiten Alien-Film angeboten wird. Es basiert auf älteren Ideen, die er bereits unter dem Einfluss von „Alien" verfasst hatte: Ein Außerirdischer auf einer Raumstation, ein gieriger Konzern, Lade-Roboter und eine Alien-Mutter, die Eier legt. Hinzu kommen große Filmstudios und erfahrene britische Crews, von denen einige bereits an „Alien" mitgearbeitet haben.
Ein Film, zwei Genres
Während Ridley Scott 1979 in „Alien" mit einem düsteren Horrorfilm über ein unheimliches Wesen verstört, das die Besatzung eines Raumschiffs nach und nach tötet, setzt James Cameron im Nachfolger auf Action, Feuerkraft, lärmende Marines – und auf eine Gejagte, die zur Jägerin wird. Cameron selbst bringt die Idee auf den Punkt: „Ein Thema des Films ist, dass diese Soldaten an einem technologisch unterlegenen Feind scheitern. Eine Metapher für den Vietnamkrieg, in dem US-Truppen von barfüßigen Dschungelbewohnern gejagt wurden, weil sie diesen Krieg nicht zu führen wussten und den Feind nicht verstanden."
Im Zentrum steht Ellen Ripley, dargestellt von Sigourney Weaver. Das Drehbuch Von „Terminator" gibt es nur ein Drehbuch, als Cameron den Produzenten von „Alien" eine Idee verkaufen will. Ihr gefällt die Idee, ihre Rolle auszubauen – und dafür eine Gage von einer Million Dollar zu erhalten. Die höchste Summe, die bisher an eine Schauspielerin bezahlt wird, abgesehen von Elizabeth Taylor für „Cleopatra" (1963). Weaver nimmt in doppelter Hinsicht eine Mutterrolle ein: am Set und im Film. Als Cameron sie gegen Ende des Films, als sie im Kokon sitzt, mit Schleim einschmiert, kommentiert sie aus Spaß: „Es sollte verboten werden, kleinen Kindern so etwas anzutun." Sigourney Weaver, die zum Zeitpunkt noch kein Kind hat, nimmt in doppelter Hinsicht eine Mutterrolle ein: am Set und im Film. Der Schere zum Opfer fällt eine Schlüsselszene, in der Ripley erfährt, dass ihre Tochter während ihres 57-jährigen Tiefschlafs bereits gestorben ist.
Für die Rolle des Kyle Reese verpflichtet Cameron Michael Biehn, den Kyle Reese aus den ersten beiden „Terminator"-Teilen. Auch Lance Henriksen ist bereits in „Piranha II" zu sehen, und Bill Paxton spielt einen der Punks in „Terminator". Er hat auch in „The Abyss" eine Hauptrolle. Der feiert später seinen großen Durchbruch mit der Sitcom „Verrückt nach dir" an der Seite von Helen Hunt. Damit der Zuschauer erst spät erkennt, dass der Konzern-Schlipsträger Carter Burke der Böse im Film ist, besetzt ihn Cameron mit dem sympathisch wirkenden Stand-up-Comedian Paul Reiser, den er in „Beverly Hills Cop" entdeckt.
Ein wiederkehrendes Ensemble
Eine Entdeckung ist auch Jenette Goldstein. Jenette Goldstein liest in einem Zeitungsinserat, dass Schauspieler für den Film „Aliens" gesucht werden. Im Film wird ihr Irrtum aufgegriffen, was aber in der Übersetzung verloren geht: „Wenn Vasquez was von Außerirdischen hört, dann ist sie nicht zu halten, dann ist sie voll da." So feuert sie hinter dem Studio eine Salve Kugeln aus einem Maschinengewehr – und meint verschmitzt: „Das macht wirklich Spaß." In „Terminator 2" ist sie die Pflegemutter von John Connor. In „Titanic" spielt sie eine irische Mutter, die in die USA ausreist – hier greift Cameron das Wort „Alien" erneut auf.
Dreharbeiten in England
Wie schon „Alien" wird auch der Nachfolger in England gedreht. Hinzu kommen große Filmstudios und erfahrene britische Crews, von denen einige bereits an „Alien" mitgearbeitet haben. Die aus Hollywood gewohnten langen Arbeitstage von bis zu 14 Stunden kollidieren mit der stark gewerkschaftlich geprägten Studio-Kultur in Großbritannien. Teile der Kolonie werden in einem stillgelegten Kohle-Kraftwerk gedreht; das Set bleibt stehen und ist auch in „Batman" (1989) mit Michael Keaton Kulisse. Der „Panzer" ist ein umgebauter Schlepper für große Flugzeuge auf Airports. Das Raumschiff „Sulaco" ist ein rund zwei Meter großes Modell aus Kunststoff nach Entwürfen von Syd Mead, der zuvor unter anderem „Tron" und „Blade Runner" seinen Stempel aufdrückt. Weil Sigourney Weaver durch das viele Kriechen und Bücken Rückenschmerzen hat, trägt sie in einigen Aufnahmen am Ende des Films nur eine Newt-Attrappe: ein Mädchen in dem Alter wiegt mehr als 30 Kilogramm.
Musikalische Begleitung
Bei „Aliens" stellen sich das Studio und Cameron hingegen orchestrale Musik vor. Damit kommt James Horner ins Spiel, den Cameron seit ihrer gemeinsamen Arbeit an „Sador" kennt. Später schreibt Horner die Musik für „Titanic", für die er seine beiden Oscars empfängt: für den Soundtrack und für das Lied von Celine Dion – den Preis für den besten Filmsong erhalten Komponist und Texter, nicht aber der Interpret. Doch 2015 stürzt Horner mit seinem Kleinflugzeug ab, und er kann Cameron bei seiner Reise durch Pandora nicht mehr begleiten. Bei „Terminator" (und später seinem Nachfolger) komponiert der Synthesizer-Spezialist Brad Fiedel die Musik.
Für die visuellen Effekte gewinnt Cameron den begnadeten Stan Winston, der bereits an „Terminator" mitarbeitet. Da Cameron einen nahtlosen Übergang von Teil 1 zu Teil 2 möchte, studiert er den Stil von Ridley Scott, um daran anzuknüpfen – ohne ihn nur zu kopieren. Bei Teil 2 kann er nicht dabei sein, da er mit „Poltergeist 2" beschäftigt ist. Giger entwirft in „Alien" alles, was zum Alien gehört – das Alien, die Eier, den Facehugger, der sich an das Gesicht klammert, die Umgebung im Alien-Raumschiff.
Die Alien-Königin und ihre Erbauer
Das Herzstück der Effekte ist die Alien-Königin. Er erweckt Camerons Skizze der Alien-Königin zum Leben: „Das ist die größte Marionette in der Geschichte des Films. Stockpuppen, Hydraulik, was damals ein echter Durchbruch war, Fernsteuerung mit Drähten und Stangen, alles in einem Biest." Neben dem vier Meter großen 1:1-Modell der Queen gibt es ein 1:4-Modell, das für Bewegungen einfacher zu handhaben ist, und dem eine 1:4-Version des Laderoboters gegenübersteht. Übrigens: In keinem der vier „Alien"-Filme betritt Ripley die Erde.
Schnitte und Sondereditionen
Als der Film soweit fertig ist, verlangt das Studio, ihn um rund 20 Minuten auf 130 Minuten zu kürzen. Bei der ersten TV-Ausstrahlung sind die Tochter und die Maschinengewehre wieder dabei; die Vorgeschichte in der Kolonie wird zum ersten Mal in der „Special Edition" gezeigt, die 1989 auf Laserdisc erscheint. Die Zahl der Nominierungen ist für das Genre dennoch erstaunlich hoch – aber nicht einzigartig, denkt man an „Krieg der Sterne" oder „Der Exorzist".
Vier Jahrzehnte später bleibt „Aliens – Die Rückkehr" ein Meilenstein, der zeigt, wie eine Fortsetzung das Erbe ihres Vorgängers nicht nur bewahren, sondern erweitern kann. Mit der Kombination aus Horror, Kriegsfilm und Familiendrama schuf Cameron einen Film, der bis heute Maßstäbe setzt. Die Gage von einer Million Dollar, die Sigourney Weaver für ihre Rolle erhielt, markierte einen Wendepunkt in der Bezahlung von Hauptdarstellerinnen.
Der Einfluss des Films zeigt sich in unzähligen Nachfolgern, die Camerons Mischung aus Action und atmosphärischem Horrorkino übernommen haben. Auch die ikonische Alien-Königin, die größte Marionette der Filmgeschichte, lebt in den Köpfen der Zuschauer weiter. „Aliens" bewies, dass Sequels mehr sein können als bloße Wiederholungen – sie können eigenständige Meisterwerke sein.
Rückblickend zeigt sich, dass „Aliens – Die Rückkehr" nicht nur Camerons Karriere auf ein neues Niveau hob, sondern auch die Erwartungen an Science-Fiction-Fortsetzungen für immer veränderte. Die Verbindung von packender Action, starken Charakteren und handwerklicher Perfektion macht den Film bis heute zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Kinogeschichte.
Fragen & Antworten
Wer ist James Cameron und warum ist „Aliens – Die Rückkehr" ein Wendepunkt in seiner Karriere?
James Cameron ist ein kanadischer Regisseur, der mit „Aliens – Die Rückkehr" 1986 seinen Durchbruch als Science-Fiction-Regisseur feierte. Der Film war nach „Piranha II" und „Terminator" sein dritter Spielfilm und bewies, dass er eigenständige Fortsetzungen schaffen kann, die dem Original ebenbürtig sind.
Welche Gage erhielt Sigourney Weaver für ihre Rolle als Ripley in „Aliens"?
Sigourney Weaver erhielt für ihre Rolle als Ellen Ripley eine Gage von einer Million Dollar – die höchste Summe, die bis dahin an eine Schauspielerin gezahlt wurde, abgesehen von Elizabeth Taylor für „Cleopatra" (1963).
Welche ikonische Kreatur wurde für „Aliens" geschaffen und wie wurde sie umgesetzt?
Die Alien-Königin wurde als vier Meter große Marionette von Stan Winston und seinem Team gebaut. Sie galt als die größte Marionette der Filmgeschichte und kombinierte Stockpuppen, Hydraulik und Fernsteuerung mit Drähten und Stangen.
40 Jahre „Aliens – Die Rückkehr": Camerons Meisterwerk 1986 | nachrichten360