Kiew, 16 Juni 2026
In der Nacht zum 15. Juni 2026 hat Russland die Ukraine mit Dutzenden Raketen und Hunderten Drohnen angegriffen und dabei unter anderem die Hauptkirche des UNESCO-geschützten Kiewer Höhlenklosters in Brand gesetzt; ukrainische Behörden meldeten mindestens elf Tote und Dutzende Verletzte.
Was ist neu seit dem 15. Juni
Update vom 16. Juni 2026: Ukrainische Behörden haben die Opferzahlen der russischen Luftangriffswelle präzisiert. In Kiew gehen die Behörden inzwischen von vier bis fünf Toten und etwa 30 Verletzten aus, darunter mindestens 23 Verletzte in drei Stadtteilen nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko. Landesweit summieren sich die Opfer nach offiziellen Angaben auf mindestens elf Tote.
In Kiew gingen nach Militärgouverneur Tymur Tkatschenko etwa 30 Fahrzeuge in Flammen auf. Tkatschenko sprach in einer Telegram-Mitteilung von mehr als 40 Einschlägen in der Hauptstadt und von ernsthaften Schäden auf dem Gelände des Höhlenklosters. Eine dpa-Korrespondentin berichtete von nahezu zwei Dutzend Explosionen, die in der Kiewer Innenstadt in der Nacht zu hören waren und vermutlich durch den Einsatz der Flugabwehr ausgelöst wurden.
Ausmaß der Angriffe in Kiew
Das Herzstück der seit 1990 zum Weltkulturerbe zählenden Klosteranlage, die 1941 im Zweiten Weltkrieg zerstörte und erst Ende der 1990er Jahre wieder aufgebaute Mariä-Entschlafens-Kathedrale, geriet in Brand. Bilder in sozialen Netzwerken zeigten Flammen auf dem Dach unter den vergoldeten Kuppeln. Zunächst blieb unklar, ob das Feuer durch direkte russische Treffer oder durch herabfallende Trümmer nach dem Einsatz der ukrainischen Luftabwehr entstand.
Die ukrainische Ministerpräsidentin Yulia Svyrydenko veröffentlichte ein Video der Flammen auf dem Dach des Hauptgebäudes der Anlage und sprach von einem "brutal assault on our people and our heritage". Sie bezeichnete den Angriff als das "wahre Gesicht der orthodoxen Werte Russlands".
Reaktionen aus Kiew und Moskau
Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf der Plattform X, ein russischer Angriff auf die Kiewer Petscherska Lawra habe die Kathedrale in Brand gesetzt – eine Kirche, deren Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Er nannte dies eines der schwerwiegendsten Verbrechen Russlands gegen die christliche Kultur und forderte die G7-Staaten zu entschlossenem Handeln auf.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warf dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf X "Barbarei" vor. Selenskyj drohte Moskau mit einer "gerechten Antwort" Kiews. Die russische Regierung bezeichnete ihre Angriffe dagegen als Vergeltung für ukrainische Drohnenschläge auf russisches Gebiet.
Angriffe auf Charkiw, Dnipro und Saporischschja
Auch außerhalb der Hauptstadt war die Gewalt der Nacht verheerend. In Charkiw wurden nach Angaben von Gouverneur Oleh Synjehubow fünf Rettungskräfte getötet und vier weitere Menschen verletzt. In der südukrainischen Region Saporischschja starb nach Behördenangaben eine 73-jährige Frau durch eine russische Drohne. In Dnipro wurde nach ukrainischen Angaben mindestens ein Mensch verletzt, und ein großes Musikinstrumentenmuseum wurde getroffen. Das Kunstmuseum in Charkiw erlitt schwere Schäden.
