Berlin/Rom, 30. April 2026 Israel stoppt Gaza-Flotte Rom und Berlin kritisieren

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Die Regierungen Italiens und Deutschlands haben den Stopp der "Global Sumud"-Flotille durch Israel in internationalen Gewässern scharf kritisiert und dessen Vereinbarkeit mit dem Völkerrecht infrage gestellt.

Völkerrechtliche Bedenken

In einer gemeinsamen Erklärung äußerten Rom und Berlin "große Besorgnis" über die Aktion der israelischen Marine. "Wir rufen zur uneingeschränkten Achtung des geltenden Völkerrechts sowie zur Unterlassung unverantwortlicher Handlungen auf", hieß es darin. Die Erklärung legt nahe, dass der Stopp der Flotte möglicherweise nicht mit internationalem Recht vereinbar sei.

Die israelische Marine hatte westlich der griechischen Insel Kreta mehr als 20 Boote der Hilfsflotte gestoppt und Dutzende Aktivisten festgenommen. Die Flotte war am Sonntag von Sizilien aus Richtung Gazastreifen aufgebrochen, um gegen die seit 2007 bestehende israelische Seeblockade zu protestieren. Berlin und Rom betonten zugleich die Bedeutung humanitärer Hilfe für Gaza "im Einklang mit dem Völkerrecht und internationalen Standards".

Forderungen und internationale Reaktionen

Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni forderte die "sofortige Freilassung aller rechtswidrig festgehaltenen Italiener", wie aus einer Mitteilung nach einem Ministertreffen hervorging. Die "Global Sumud Flotilla" hatte bereits im vergangenen Herbst einen ähnlichen Versuch unternommen, damals jedoch von israelischen Spezialeinheiten gestoppt worden. Ihr erklärtes Ziel ist es nicht nur, Hilfsgüter zu liefern, sondern auch einen dauerhaften humanitären Korridor für Gaza zu etablieren.