Die Pkw-Dichte in Deutschland ist auf einen Rekordwert von 593 Autos je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner gestiegen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Die Zahl der zugelassenen Personenkraftwagen ist binnen eines Jahres um rund 200.000 auf 49,5 Millionen Stück gestiegen. Pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner kommen damit im Schnitt drei Autos mehr als im Vorjahr. Das Statistische Bundesamt sprach von einer Rekord-Fahrzeugdichte."Daraus ergibt sich nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes eine Rekord-Fahrzeugdichte von 593 Autos pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner."

Bundesweit gesehen nimmt die Pkw-Dichte den Angaben zufolge bereits seit 2008 kontinuierlich zu. "Auch in sämtlichen anderen Flächenstaaten nahm die Fahrzeugdichte noch einmal zu." Eine Ausnahme bilden nach den Daten die Stadtstaaten: "In Berlin und Bremen ging die Zahl der Autos pro Einwohner zurück, während sie in Hamburg stagnierte." Die geringste Autodichte wurde demnach in der Hauptstadt verzeichnet: "In der Hauptstadt Berlin wurde mit 330 Autos pro 1.000 Einwohner auch die geringste Autodichte festgestellt."

Regionale Unterschiede: Stadtstaaten am unteren Ende

Unter dem gesamtdeutschen Schnitt lagen neben den Stadtstaaten sämtliche ostdeutschen Flächenländer. An der Spitze der Flächenstaaten steht das Saarland mit 649 Autos je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner – drei mehr als im Vorjahr. Es folgt Rheinland-Pfalz (644) und Bayern (639). Damit liegen die drei Länder allesamt über dem bundesweiten Durchschnitt."Auf den Plätzen folgen Rheinland-Pfalz (644) und Bayern (639)."

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland leicht über dem EU-Durchschnitt. "Spitzenreiter in der EU ist aber Italien mit über 700 Wagen pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern." Der Abstand zwischen Deutschland und dem Spitzenreiter ist damit deutlich.

Pkw-Dichte im europäischen Vergleich

Parallel zur steigenden Zahl der Fahrzeuge wächst auch die Fahrleistung. Für das Jahr 2024 weist die umweltökonomische Gesamtrechnung für Deutschland eine Fahrleistung von 576,3 Milliarden Kilometern aus. Das entspricht einem Plus von "7,0 Prozent mehr als im Corona-Jahr 2020". Den Vorkrisenwert aus dem Jahr 2019 hat der Pkw-Verkehr bislang aber nicht wieder erreicht: "Die fast 640 Milliarden Kilometer aus dem Jahr 2019 vor der Pandemie wurden aber längst nicht mehr erreicht."

Fahrleistung steigt, bleibt aber unter Vorkrisenniveau

Die Pkw-Dichte gilt als ein Indikator für die Motorisierung der Gesellschaft. Der Anstieg in Ostdeutschland und die Stadtstaaten zusammengenommen verweisen auf strukturelle Unterschiede: Während ländlich geprägte Flächenländer besonders viele Autos aufweisen, bleibt der Bestand pro Kopf in den Stadtstaaten niedriger. Berlin bildet mit 330 Autos je 1.000 Einwohner das untere Ende der Skala.

Die Fahrleistung der Pkw ist aus Sicht der Statistik ein wichtiger Indikator für Umweltbelastungen wie den Ausstoß von Treibhausgasen und Schadstoffen. Mit einer Gesamtfahrleistung von 576,3 Milliarden Kilometern im Jahr 2024 liegt der Pkw-Verkehr in Deutschland zwar deutlich unter dem Vorkrisenniveau, aber über dem Pandemietief. Der erneute Anstieg gegenüber 2020 deutet auf eine Normalisierung des Mobilitätsverhaltens hin, allerdings unterhalb des Niveaus von 2019.

Die Daten stammen aus der amtlichen Statistik des Statistischen Bundesamtes mit Sitz in Wiesbaden. Die Behörde erhebt jährlich den Bestand an zugelassenen Fahrzeugen und berechnet daraus die Pkw-Dichte. Veröffentlichungen dieser Art dienen unter anderem als Grundlage für verkehrs- und umweltpolitische Entscheidungen.

Insgesamt spiegelt der Rekordwert den anhaltenden Trend zur Motorisierung wider. Die Verteilung bleibt regional unterschiedlich: Während das Saarland, Rheinland-Pfalz und Bayern an der Spitze liegen, weist Berlin mit großem Abstand die niedrigste Dichte auf. Mit der steigenden Zahl von Neufahrzeugen wird zugleich die Diskussion über Elektromobilität und CO2-Reduktion im Straßenverkehr weiter an Bedeutung gewinnen.