Atommüll-Bergung Asse verzögert sich bis 2039

Die Bergung von radioaktivem Abfall aus dem maroden Atommülllager Asse in Niedersachsen wird sich um mehrere Jahre verzögern und kann voraussichtlich erst 2039 beginnen.

Hintergrund

Die Asse, ein ehemaliges Salzbergwerk im Landkreis Wolfenbüttel, diente in den 1960er und 1970er Jahren als Lagerstätte für schwach- und mittelradioaktiven Abfall. Etwa 126.000 Fässer mit Atommüll wurden dort eingelagert. Aufgrund der Instabilität des Bergwerks und der Gefahr von Wassereinbrüchen besteht seit Jahren die dringende Notwendigkeit, die Fässer zu bergen.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ist für die Bergung verantwortlich. Ein Gesetz, die sogenannte Lex Asse, schreibt vor, dass das Bergwerk geräumt und stillgelegt werden muss. Bisher wurde mit einem Beginn der Bergung im Jahr 2033 gerechnet, doch dieser Zeitplan ist nun hinfällig.

Gründe für die Verzögerung

Laut der BGE muss zunächst ein neuer Schacht, Asse 5, mit einer entsprechenden Hebeeinrichtung gebaut werden, bevor mit den Vorbereitungen für die Bergung begonnen werden kann. Die operative Bereitschaft dieser Einrichtung wird erst für das Jahr 2039 erwartet.

„Derzeit bestehen noch so viele Unsicherheiten im Gesamtsystem, so dass seriös kein neuer Rückholbeginn genannt werden kann“, erklärte die BGE. Die Verzögerung wird auf mindestens sechs Jahre geschätzt. Die ursprünglich geplanten Kosten von über drei Milliarden Euro werden sich voraussichtlich erhöhen.