Die Tschechische Republik will die Betriebsdauer ihres ältesten Kernkraftwerks, Dukovany, auf bis zu 80 Jahre verlängern.

Hintergrund

Das Kernkraftwerk Dukovany ist eines der ältesten Atomkraftwerke in Tschechien. Die vier Reaktorblöcke des Typs WWER-440/213 wurden zwischen 1985 und 1987 ans Netz angeschlossen. Ursprünglich war eine Betriebsdauer von etwa 40 Jahren vorgesehen, doch die tschechische Regierung erwägt nun, die Anlage deutlich länger in Betrieb zu halten.

Laut aktuellen Plänen könnten die Reaktoren bis 2065–2067 Strom produzieren. Diese Entscheidung steht im Einklang mit der tschechischen Energiepolitik, die auf eine langfristige Nutzung der Kernenergie setzt.

Reaktionen und Kritik

Umweltschützer, darunter auch aus Österreich, betrachten das bestehende Kernkraftwerk Dukovany als veraltet und gefährlich. Sie warnen vor den Risiken einer solchen Laufzeitverlängerung und fordern stattdessen einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien.

Die Kritik aus Österreich ist besonders bemerkenswert, da das Land traditionell skeptisch gegenüber der Kernenergie ist. Wien hat in der Vergangenheit mehrfach Bedenken gegenüber tschechischen Atomprojekten geäußert.

Zukunftspläne

Parallel zur Laufzeitverlängerung plant die Tschechische Republik den Bau von zwei neuen Reaktoren in Dukovany. Der Auftrag für dieses Projekt wurde im vergangenen Jahr an das südkoreanische Energieunternehmen KHNP vergeben.