St. Pölten, 10 Juli 2026

Vor dem Landesgericht St. Pölten ist am Donnerstag der Prozess gegen zwei Brüder fortgesetzt worden, denen die Staatsanwaltschaft die Planung eines Terroranschlags auf die Vienna Pride im Juni 2023 zur Last legt.

Hintergrund der Anschlagspläne

Den beiden österreichischen Staatsbürgern im Alter von 20 und 23 Jahren wird vorgeworfen, in einer einschlägigen Telegram-Gruppe Anschlagspläne auf die Regenbogenparade erörtert zu haben. Laut Anklageschrift stellte der ältere Bruder in Aussicht, in der Tschechischen Republik ein Sturmgewehr der Marke AK-47 und ein großes Messer für einen Terroranschlag zu erwerben, um einen Anschlag auf die am 17. Juni 2023 in Wien stattfindende LGBTQ-Pride zu verüben.

Bekannt wurden die angeblichen Anschlagspläne erst am Tag nach der Regenbogenparade. Die Ermittlungen führten die Behörden auf eine Spur von Chat-Nachrichten, in denen die Beschuldigten den Kontakt zu einem Ukrainer suchten, der sich zu einem Selbstmordattentat bereit erklärte. Die beiden Brüder sollen diesen wiederholt in seinen Absichten bestärkt und zur Tatumsetzung gedrängt haben.

Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, sollen die drei ursprünglich beschuldigten Ex-Anhänger der radikalislamischen Terrormiliz Islamischer Staat in der Telegram-Gruppe "psychology1444" auf gewaltaffine und stark radikalisierte ausländische Gleichgesinnte gestoßen sein. In Chats soll auch die Ideologie des IS und der daraus hervorgegangenen Gruppe Islamischer Staat - Provinz Khorasan (ISPK) verbreitet worden sein.