Im Landgericht Hamburg hat am 56. Verhandlungstag im Strafprozess gegen die Unternehmerin Christina Block ein 68-jähriger israelischer Zeuge die mutmaßliche Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder aus Dänemark rekonstruiert und sein Mitgefühl bekundet.

Der Zeuge, nach Angaben aus dem Verfahren der mutmaßliche Kopf der eingesetzten israelischen Sicherheitsfirma, sagte vor Gericht, die Kinder hätten während der Rückholaktion geweint. „Die Kinder haben geweint, sie waren geschockt und sehr unglücklich", schilderte er den Abend in der Silvesternacht 2023/24. Er habe seinem Team vorab aufgetragen, „jegliche Gewalt zu minimieren" und die Aktion so schonend wie möglich durchzuführen.

Auf Nachfrage der Nebenklägerseite, ob die Männer Waffen getragen hätten, antwortete der Zeuge kurz: „Niemals." Zu seinem persönlichen Empfinden sagte er: „Es tat mir sehr leid für sie." Der 68-Jährige war nach Deutschland mit sicherem Geleit gekommen, um in dem Verfahren auszusagen, und gilt als Schlüsselfigur im Prozess.