Porsche-Aufsichtsrat stützt weiteres Sparpaket – bis zu 5.000 Jobs auf dem Spiel
Stuttgart, 22 Juli 2026
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Kurzfassung
Der Aufsichtsrat der Porsche AG hat dem seit Monaten verhandelten Zukunftspaket seine Unterstützung zugesichert. Berichten zufolge könnten im Zuge des zweiten Sparpakets bis zu 5.000 weitere Stellen wegfallen – vor allem in Verwaltung und Entwicklung.
Stuttgart, 22 Juli 2026
Der Aufsichtsrat der Porsche AG hat in seiner Sitzung dem seit Monaten verhandelten Zukunftspaket seine Unterstützung zugesichert, während Medienberichten zufolge bis zu 5.000 weitere Stellen auf dem Spiel stehen.
Wie ein Sprecher des Sportwagenbauers mitteilte, hat der Vorstand den Aufsichtsräten den aktuellen Stand der Verhandlungen vorgestellt: "Im Rahmen der heutigen Aufsichtsratssitzung der Porsche AG hat der Vorstand den aktuellen Stand der Verhandlungen des Zukunftspakets vorgestellt". Das Gremium habe hierfür seine Unterstützung zugesagt. "Jetzt gilt es die letzten Schritte zu finalisieren." Weiter Angaben, etwa zu den Inhalten des Pakets, machte der Sprecher nicht.
Verhandlungen über das Zukunftspaket
Nach dpa-Informationen sind am Montag Betriebsversammlungen angesetzt. Berichten zufolge stehen mehrere Tausend Stellen zur Disposition – vor allem in Verwaltung und Entwicklung. Das Manager Magazin hatte zuvor berichtet, dass durch das zweite Sparpaket bis zu 5.000 weitere Stellen abgebaut werden könnten.
Porsche spricht von einem "Zukunftsplan". Die Verhandlungen zwischen dem Management um Chef Michael Leiters und den Arbeitnehmervertretern laufen bereits seit Monaten. Leiters hatte bereits im März angekündigt, Porsche deutlich verschlanken und die bisher zu diesem Zweck aufgelegten Programme verschärfen zu wollen. Das schließe auch einen Stellenabbau ein, sagte er damals.
Bereits laufende Sparmaßnahmen
Es ist nicht das erste Sparpaket, das die VW-Tochter auflegen muss: Bereits vor eineinhalb Jahren hatte Porsche verkündet, dass in der Region Stuttgart bis 2029 rund 1.900 Stellen sozialverträglich wegfallen sollen. Zusätzlich sind die Verträge von rund 2.000 befristeten Angestellten ausgelaufen. Außerdem wurden im Leipziger Werk Stellen abgebaut, und drei Tochterfirmen mit zusammen rund 500 Beschäftigten sollen ebenfalls geschlossen werden.
Hintergrund der Anpassungen ist ein deutlich gesunkenes Produktionsvolumen. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte Porsche 122.306 Fahrzeuge aus, 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Setzt sich in China der schwache Verkauf weiter fort, wird Porsche auf dem weltweit größten Automarkt dieses Jahr unter der Marke von 30.000 Auslieferungen bleiben. Porsche-Manager würden dies schon intern als "Liebhabervolumen" bezeichnen.
Sinkende Auslieferungen und das „Liebhabervolumen
Alle Werke und Abteilungen, die auf eine Kapazität bis zu 400.000 Autos eingestellt sind, sollen sich nun auf ein Volumen in Richtung 200.000 orientieren, berichtet das Handelsblatt. Bei der Hauptversammlung im Juni wurde als Ziel eine operative Rendite zwischen zehn und 15 Prozent ausgegeben. Üblich sind in der Branche 25 bis 55 Prozent.
Im Gegenzug könnte die Beschäftigungssicherung, die bisher betriebsbedingte Kündigungen bis Mitte 2030 ausschließt, verlängert werden. Für die deutschen Standorte soll die Beschäftigungssicherung bis Ende 2035 verlängert werden. Damit würde Porsche deutlich länger als bisher auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten.
Die finanziellen Einschnitte für die Belegschaft sind bereits spürbar: Für das Geschäftsjahr 2025 haben Porsche-Mitarbeiter erstmals keine Sonderzahlung erhalten. 2023 gab es noch eine Prämie von bis zu 9.690 Euro. Allerdings wurde das Weihnachtsgeld weiterhin freiwillig auf bis zu 100 Prozent eines Monatsgehalts aufgestockt.
Beschäftigungssicherung und finanzielle Einbußen
Bis Oktober muss Strategie und neues Team stehen: Beim Kapitalmarkttag am 7. Oktober muss Porsche-Chef Leiters seine "Strategie 2035" vorstellen. Damit will der Sportwagenbauer den Weg aus der Krise weisen und den Konzern langfristig aufstellen.
An der Börse spiegeln sich die Sorgen der Anleger wider. Seit dem Börsengang 2022 hat die Aktie des Stuttgarter Sportwagenbauers schon rund 45 Prozent an Wert verloren. Investoren wetten dem Vernehmen nach auf weiter fallende Kurse. RBC Capital Markets stufte die VW-Vorzugsaktie am 14. Juli 2026 allerdings mit "Outperform" ein – ein Signal, dass es bei dem Mutterkonzern auch gegenläufige Einschätzungen gibt.
Kursverluste und Börsenstimmung
Die Verhandlungen über das Zukunftspaket gelten als einer der größten Einschnitte in der jüngeren Unternehmensgeschichte des Sportwagenbauers. Branchenbeobachter werten die nun angekündigte Unterstützung des Aufsichtsrats als Signal, dass die Belegschaft in den kommenden Wochen mit konkreten Ankündigungen rechnen muss.
Unter den Beschäftigten wächst daher die Unsicherheit. Die für Montag angesetzten Betriebsversammlungen sollen laut Gewerkschaftskreisen auch dazu dienen, die Belegschaft über den Stand der Verhandlungen und mögliche Folgen für einzelne Standorte zu informieren.
Porsche ist eine Tochtergesellschaft des Volkswagen-Konzerns und damit indirekt auch von den Entscheidungen des Mutterkonzerns abhängig. Die Renditeziele, die Porsche sich selbst gesetzt hat, liegen mit zehn bis 15 Prozent deutlich unter dem Branchenniveau von 25 bis 55 Prozent – ein Hinweis darauf, wie angespannt die wirtschaftliche Lage des Herstellers derzeit eingeschätzt wird.
Für die kommenden Wochen gilt die "Strategie 2035" als zentrales Dokument, an dem sich die weitere Entwicklung des Unternehmens messen lassen muss. Sollte es Porsche nicht gelingen, das Produktionsvolumen zu stabilisieren und die Kosten nachhaltig zu senken, dürfte der Druck auf weitere Stellenpläne zunehmen.
Fragen & Antworten
Wer ist Michael Leiters bei Porsche?
Michael Leiters wird in den Berichten als Chef von Porsche bezeichnet. Er hatte bereits im März angekündigt, das Unternehmen deutlich verschlanken und bestehende Restrukturierungsprogramme verschärfen zu wollen.
Wie viele Stellen könnten bei Porsche zusätzlich wegfallen?
Berichten zufolge könnten durch das zweite Sparpaket bis zu 5.000 weitere Stellen abgebaut werden, vor allem in Verwaltung und Entwicklung.
Warum muss Porsche so stark sparen?
Im ersten Halbjahr 2026 lieferte Porsche 16 Prozent weniger Fahrzeuge aus als im Vorjahreszeitraum, intern als „Liebhabervolumen" bezeichnet. Die Werke sollen sich künftig an einem Volumen in Richtung 200.000 statt zuvor 400.000 Autos orientieren.
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