Die Parlamentswahl in Armenien hat am Sonntag unter massiven Spannungen mit Russland begonnen, wobei die Polizei bei Razzien in Oppositionsbüros mehr als zehn Menschen festnahm und die OSZE eine zunehmende Polarisierung des Wahlkampfs beklagte.
Die Südkaukasusrepublik Armenien hat am Sonntagmorgen ein neues Parlament gewählt. Die Wahllokale öffneten nach Angaben der Zentralen Wahlkommission um 08:00 Uhr Ortszeit (06:00 Uhr MESZ). Bis 11:00 Uhr Ortszeit (09:00 Uhr MESZ) hatten demnach bereits knapp 15 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichtete von einer lebhaften Beteiligung an den Urnen.
Schon vor Beginn der Abstimmung kam es zu Festnahmen. Wie die Polizei mitteilte, wurden mehr als zehn Personen unter dem Verdacht des Stimmenkaufs in Gewahrsam genommen. In der Stadt Gjumri durchsuchten Einsatzkräfte nach Medienberichten das Büro der Oppositionspartei Starkes Armenien, die vom russlandnahen Milliardär Samwel Karapetjan geführt wird. Drei Mitglieder einer lokalen Wahlkommission seien zudem in der Nacht vor dem Wahltag festgesetzt worden.
