Bei der Parlamentswahl in Algerien haben am Donnerstag mehr als 10.000 Kandidaten auf Hunderten Listen um 407 Sitze in der Nationalen Volksversammlung konkurriert.
Der Wahlkampf dauerte rund drei Wochen und führte die Bewerber durch Städte und Dörfer. Im Mittelpunkt standen Themen wie Kaufkraft, steigende Preise, Jugendarbeitslosigkeit und soziale Gerechtigkeit. Der algerisch-schweizerische Politikwissenschaftler Hasni Abidi erklärte, eine weiter sinkende Beteiligung wäre nicht nur Ausdruck tiefer Unzufriedenheit, sondern auch eine Ohrfeige für die regierenden Eliten.
Wahlbeteiligung als Gradmesser
Analysten gehen davon aus, dass die Beteiligung erneut niedrig ausfallen wird. Bei der vorherigen Parlamentswahl 2021 lag die Wahlbeteiligung bei nur 23 Prozent der Wahlberechtigten, ein historischer Tiefstwert. Beobachter werten den Urnengang weniger als Richtungsentscheidung denn als Stimmungsbild über das Verhältnis zwischen Bevölkerung und politischer Klasse.
