Der Prozess gegen den ehemaligen BVT-Chefinspektor Egisto Ott wird am Montag am Landesgericht Wien fortgesetzt. Gleichzeitig wurden 36.368 Mitarbeiter des Innenministeriums über neue Ermittlungen gegen Ott informiert, die einen der schwersten Datenschutzvorfälle in der Geschichte Österreichs betreffen könnten.
Ermittlungen und Vorwürfe
Die Staatsanwaltschaft Wien hat über die Ediktsdatei der Justiz alle Beschäftigten des Innenministeriums, die am 1. Februar 2018 im Dienst waren, über die neuen Ermittlungen gegen Ott unterrichtet. Der ehemalige Chefinspektor wird verdächtigt, am 4. März 2020 gegen seine Schweigepflicht verstoßen zu haben, indem er das elektronische Personalverzeichnis des Ministeriums weitergegeben haben soll.
In diesem Verzeichnis waren persönliche und dienstbezogene Daten aller 36.368 Mitarbeiter des Innenministeriums enthalten. Die Ermittler des Bundeskriminalamts beschlagnahmten im September 2021 bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung des ehemaligen FPÖ-Nationalratsabgeordneten Hans-Jörg Jenewein einen USB-Stick, auf dem sich das elektronische Personalverzeichnis befand.
Datenleck mit möglichen internationalen Verbindungen
Der Fall könnte eines der gravierendsten Datenlecks in der Geschichte der Republik Österreich darstellen. Laut Ermittlungen könnten die sensiblen Daten an politische und nachrichtendienstliche Netzwerke weitergegeben worden sein, möglicherweise sogar an den russischen Geheimdienst.

