Oliver Glasner wechselt zu Nottingham Forest und wird der fünfte Trainer binnen eines Jahres
London, 06. Juli 2026
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Kurzfassung
Der österreichische Fußballtrainer Oliver Glasner übernimmt den englischen Premier-League-Klub Nottingham Forest und folgt auf den entlassenen Vítor Pereira. Damit ist Glasner bereits der fünfte Cheftrainer des Vereins innerhalb eines Jahres; sein Vertrag soll laut Medienberichten bis 2029 laufen.
Der österreichische Trainer Oliver Glasner ist am Montag offiziell als neuer Cheftrainer des englischen Premier-League-Klubs Nottingham Forest vorgestellt worden und tritt damit die Nachfolge des wenige Tage zuvor entlassenen Vítor Pereira an.
Nottingham Forest gab die Verpflichtung des 51-jährigen Österreichers am 6. Juli 2026 bekannt. Glasner, geboren am 28. August 1974, kommt vom Ligakonkurrenten Crystal Palace und erhält nach britischen Medienberichten einen Vertrag mit einer Laufzeit bis 2029. Damit ist er der fünfte Cheftrainer, den der Klub innerhalb von weniger als zwölf Monaten einsetzt – ein außergewöhnlicher Personalwechsel im englischen Fußball.
Bereits am Donnerstag zuvor hatte sich Nottingham Forest von seinem portugiesischen Coach Vítor Pereira getrennt. Pereira hatte die Mannschaft erst im Februar 2026 übernommen und in der abgelaufenen Saison in das Halbfinale der Europa League geführt; insgesamt war er für 20 Pflichtspiele verantwortlich. Sein Ausscheiden soll laut Medienberichten durch eine bis zum 30. Juni geltende Vertragsklausel ausgelöst worden sein. Pereira habe bereits Vorbereitungspläne in Portugal sowie ein Freundschaftsturnier gegen Udinese und den FC Barcelona in Udine vorbereitet.
Hintergrund: Der Wechsel im Zeitraffer
Vor Pereira hatte Sean Dyche die Mannschaft betreut, der auf 25 Pflichtspiele kam. Zudem war Ange Postecoglou im Amt, der insgesamt 32 Spiele verantwortete und damit noch vor Dyche und Pereira eingesetzt worden war. Bereits im September 2025 hatte zudem Nuno Espírito Santo den Klub verlassen. Keiner der vier Trainer der Saison 2025/26 erreichte dabei einen Punkte-pro-Spiel-Schnitt von 1,5.
Glasner kann auf eine erfolgreiche Trainerkarriere zurückblicken. Mit Eintracht Frankfurt gewann er 2022 die Europa League. Bei Crystal Palace, das er ab Februar 2024 trainierte, sicherte er sich in der Saison 2024/25 den FA Cup und in der Spielzeit 2025/26 den englischen Community Shield sowie die UEFA Conference League. In der Liga landete Crystal Palace unter Glasner auf Rang 15. Im Mai 2026 hatte sich Glasner mit einem Sieg in der Conference League von den Eagles verabschiedet; sein Abschied aus London stand bereits seit dem Jahreswechsel fest, da sein Vertrag am Saisonende auslief.
Vor seinem Wechsel nach Nottingham war Glasner auch mit dem FC Liverpool, Bayer Leverkusen und dem AC Mailand in Verbindung gebracht worden. Der Wechsel auf die Trainerbank eines direkten Ligakonkurrenten unterstreicht die Wertschätzung, die der Österreicher aus Riedau in Oberösterreich in England genießt. Mit einem Jahresgehalt von nach Angaben der Zeitung The Sun rund 15 Millionen Euro gehört Glasner künftig zu den bestbezahlten Trainern der Premier League.
Glasners Bilanz: Titel bei Frankfurt und Crystal Palace
Klubeigentümer Evangelos Marinakis, der Nottingham Forest seit dem Sommer 2017 besitzt und als Milliardär sowie als temperamentvoll und eigensinnig beschrieben wird, äußerte sich ausführlich zur Verpflichtung. „In unseren Gesprächen mit Oliver wurde deutlich, dass wir dieselbe Vision, denselben Ehrgeiz und denselben unermüdlichen Erfolgswillen teilen. (…) Es war schon immer unser Ziel, Nottingham Forest wieder zu einem der führenden Vereine in England und Europa zu machen. Unser Ehrgeiz besteht nicht einfach darin, mitzuspielen – unser Ehrgeiz ist es, zu gewinnen, um große Titel mitzukämpfen und einen Fußballverein zu schaffen, auf den unsere Fans noch viele Jahre lang stolz sein können. Oliver ist ein Gewinner. Er hat sich durch seine Führungsqualitäten, seine Persönlichkeit und den Spielstil seiner Mannschaften Erfolg erarbeitet. Wir glauben, dass er die richtige Person ist, um uns in dieses nächste Kapitel zu führen“, so Marinakis.
Marinakis und die Vision des Klubs
Auch Glasner selbst begründete seine Entscheidung ausführlich. „Ich freue mich sehr, als Trainer zu Nottingham Forest zu kommen. Schon bei meinen ersten Gesprächen mit dem Eigentümer und der Führungsriege wurde mir klar, dass sie eine klare Vision für diesen Verein haben und volles Vertrauen in mich und meinen Stab setzen, um gemeinsam langfristig eine starke Zukunft aufzubauen. Dieses Vertrauen und das gemeinsame Engagement sowie das Potenzial, das ich in diesem Kader sehe, waren für mich entscheidende Faktoren. Ich bin gespannt darauf, was wir gemeinsam erreichen können“, sagte der neue Trainer bei seiner Vorstellung.
Den Verein bezeichnete Glasner als „ein[en] Verein mit unglaublichem Prestige und einer großartige[n] Geschichte, ein[en] zweifache[n] Europacup-Sieger mit einer der leidenschaftlichsten Fangemeinden im Fußball. Unser Ziel ist es, eine Mannschaft aufzubauen, die den Verein in den kommenden Jahren auf die nächste Stufe führen kann und auf die unsere Fans stolz sein können. Mein unmittelbarer Fokus liegt darauf, die Spieler und den Stab kennenzulernen und mit der Arbeit zu beginnen, sobald die Saisonvorbereitung startet“.
Nottingham Forest: Tradition und turbulente Gegenwart
Nottingham Forest blickt auf eine traditionsreiche Historie zurück. Der 1865 gegründete Verein errang in der Saison 1977/78 die englische Meisterschaft und feierte 1979 den Gewinn des Europapokals der Landesmeister, den er ein Jahr später erfolgreich verteidigte. Zudem gewann der Klub zweimal den FA Cup (1898 und 1959). Seine größte Ära hatte Nottingham Forest damit Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre. In der jüngeren Vergangenheit hatte der Verein mit häufigen Trainerwechseln und schwankenden Leistungen zu kämpfen.
In der Premier League war Nottingham Forest zuletzt Achter (2024/25) und in der abgelaufenen Spielzeit 2025/26 unmittelbar hinter Crystal Palace platziert; zudem hatte der Klub in der Vorsaison als 16. abgeschlossen, nachdem es bereits zu mehreren Trainerwechseln gekommen war. Glasner ist seit dem Einstieg von Marinakis im Sommer 2017 insgesamt der elfte Cheftrainer des Klubs. Der aktuelle Kader hat laut Marktwertanalysen einen Gesamtwert von 517,80 Millionen Euro und umfasst 28 Spieler; der bislang letzte Transfer ist Luca Netz.
Bei Crystal Palace hatte Glasner zuvor wichtige Leistungsträger verloren: Im Sommer 2025 wechselte Eberechi Eze für 69 Millionen Euro zu Arsenal, zudem wurde Marc Guéhi für 23 Millionen Euro an Manchester City abgegeben. Trotz dieser Abgänge konnte Glasner mit den Eagles den FA Cup sowie den Community Shield und die Conference League gewinnen.
Statistisch bringt Glasner bemerkenswerte Konstanten mit: An seinen vergangenen vier Stationen – Crystal Palace, Eintracht Frankfurt, VfL Wolfsburg und LASK – betreute er jeweils über 80 Pflichtspiele und erreichte einen Punkte-pro-Spiel-Schnitt von mehr als 1,5. Diese Bilanz hebt ihn deutlich von den vier Nottingham-Trainern der Vorsaison ab, die diesen Wert jeweils verfehlten.
Der Wechsel an die Seitenlinie des Stadtrivalen ist für Glasner eine ungewohnte Konstellation, da Crystal Palace und Nottingham Forest direkte Ligakonkurrenten sind. Umso größer sind die Erwartungen an den neuen Trainer, der laut Vereinbarung am 6. Juli 2026 offiziell das Amt antrat und umgehend mit der Saisonvorbereitung beginnen soll.
Britische Medien berichten zudem über eine geplante dreijährige Zusammenarbeit zwischen Glasner und Nottingham Forest; offizielle Angaben zur Vertragslaufzeit machte der Klub zunächst nicht.
Ausblick auf die neue Saison
Mit der Verpflichtung des Österreichers verbindet Nottingham Forest die Hoffnung auf sportliche Stabilität nach einer Phase rasch wechselnder Trainer und enttäuschender Ergebnisse. Ob Glasner an die Erfolge bei Crystal Palace und Frankfurt anknüpfen kann, wird sich in der Vorbereitung und am Saisonstart der Premier League zeigen.
Der Verein selbst sprach in einer Mitteilung von einer „klaren Vision“ und einem starken Kader, die Glasner überzeugt hätten. Damit ist die Weichenstellung für die kommende Spielzeit offiziell vollzogen, und Nottingham Forest setzt im elften Anlauf seit Marinakis‘ Einstieg auf einen Trainer mit internationaler Titelerfahrung.
Fragen & Antworten
Wer ist Oliver Glasner und woher kommt er?
Oliver Glasner ist ein 51-jähriger österreichischer Fußballtrainer, geboren am 28. August 1974 in Riedau in Oberösterreich. Er trainierte zuletzt Crystal Palace und wechselt nun zu Nottingham Forest.
Warum ist Glasner bereits der fünfte Trainer bei Nottingham Forest in einem Jahr?
Weil sich der Klub innerhalb der Saison 2025/26 von Nuno Espírito Santo, Ange Postecoglou, Sean Dyche und Vítor Pereira trennte und Glasner als Nachfolger von Pereira verpflichtete. Damit ist er der fünfte Cheftrainer binnen weniger als zwölf Monate.
Welche Erfolge hat Glasner als Trainer vorzuweisen?
Glasner gewann mit Eintracht Frankfurt 2022 die Europa League und mit Crystal Palace den FA Cup 2024/25 sowie den Community Shield und die UEFA Conference League in der Saison 2025/26.
Glasner zu Nottingham Forest: Fünfter Trainer in einem Jahr | nachrichten360