Nottingham Forest trennt sich von Pereira – Glasner vor Engagement
Nottingham, 03. Juli 2026
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Kurzfassung
Der englische Fußballclub Nottingham Forest hat sich nach einer enttäuschenden Saison von Trainer Vítor Pereira getrennt. Als Nachfolger soll laut BBC Oliver Glasner übernehmen, es seien nur noch Formalitäten zu klären. Forest war in der Premier League nur auf Rang 16 gelandet.
Der englische Fußballclub Nottingham Forest hat sich von Cheftrainer Vítor Pereira getrennt und steht laut BBC vor der Verpflichtung von Oliver Glasner, bei dem nur noch Formalitäten zu klären seien.
Nottingham Forest hat sich nach nur 20 Spielen wieder von Vítor Pereira getrennt. Der portugiesische Coach war erst im Frühjahr als vierter Trainer der abgelaufenen Saison zum Klub gestoßen, nachdem die vorherigen Engagements von Nuno Espírito Santo, Sean Dyche und einem weiteren Coach nicht den gewünschten Erfolg gebracht hatten. Pereiras Vorgänger Sean Dyche hatte mit 25 Partien immerhin noch fünf Spiele mehr als Pereira absolviert.
Forest beendete die abgelaufene Saison in der Premier League auf Rang 16 und verpasste damit die eigenen Ambitionen deutlich. In der Europa League waren die "Reds" unter Pereira bis ins Halbfinale vorgestoßen, was den Klub allerdings nicht vor einer weiteren Trainerrochade bewahrte. Klubbesitzer Evangelos Marinakis hatte seit dem Wiederaufstieg 2022/23 rund 677 Millionen Euro in den Kader investiert – der sportliche Ertrag blieb hinter den Erwartungen zurück.
Trennung nach 20 Spielen
Wie der Klub am Mittwoch mitteilte, richtete Forest an Pereira "aufrichtigen Dank" für "unermüdlichen Einsatz und Engagement". Eine genauere Begründung für die Trennung gab der Verein nicht bekannt. Dass mit Oliver Glasner bereits ein Nachfolger bereitstehen könnte, hatte unter anderem "The Athletic" berichtet.
Glasner war nach seinem Engagement bei Eintracht Frankfurt, wo er 2022 die Europa League gewann, ab Februar 2024 bei Crystal Palace tätig. Im Mai verabschiedete er sich dort mit dem Triumph in der Conference League, nachdem er ein Jahr davor den FA-Cup mit den "Eagles" gewonnen hatte. Diese beiden Titel machen ihn zu einem der erfolgreichsten Trainer der jüngeren Crystal-Palace-Geschichte.
Glasners Bilanz bei Crystal Palace
Dass sein Team durch die lukrativen Verkäufe von Eberechi Eze (für 69 Millionen Euro zu Arsenal) und Marc Guéhi (für 23 Millionen Euro zu Man City) in der abgelaufenen Saison jedoch entscheidend geschwächt wurde, konnte Glasner – auch öffentlich – aber nicht verhehlen. Diese Erfahrung mit einem Klub im Umbruch könnte bei Forest, das selbst mit einem Millionenetat arbeitet, von Vorteil sein.
Bei Forest wartet auf den neuen Coach ein Kader mit einem Gesamtmarktwert von rund 517,80 Millionen Euro. Allerdings hatte Glasner bei Crystal Palace in der vergangenen Saison gegen den eigenen Vorstand gearbeitet, da er die Verkäufe der Leistungsträger Eze und Guéhi nicht mittragen wollte. Auch bei Forest gehört der Verkauf von Leistungsträgern zu den wiederkehrenden Diskussionen, weshalb eine Verpflichtung Glasners nicht ohne Risiko wäre.
Laut BBC seien zwischen Forest und Glasner "nur noch Formalitäten zu klären". Eine offizielle Bestätigung des Klubs für die Verpflichtung Oliver Glasner stand zunächst aus. Sollte der Wechsel zustande kommen, würde Glasner bei Forest einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027 erhalten und ab dem 15. Februar 2026 formal im Amt sein.
Die Historie von Nottingham Forest
Die größte Zeit erlebte der 1865 gegründete Club Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre. In der Saison 1977/78 krönte sich Nottingham Forest zum englischen Meister. Dazu kommen auf nationaler Ebene zwei Siege im FA-Cup (1898 und 1959). Diese Historie macht den Klub zu einem der traditionsreichsten Englands, auch wenn die letzten Jahrzehnte von Höhen und Tiefen geprägt waren.
Ein kurzes Aufflackern alter Erfolge gelang Forest in der Saison 2024/215, als man in der Liga Siebenter wurde. Danach stagnierte die Entwicklung, was die hohe Trainerfluktuation unter Marinakis erklärt. Der griechische Reeder hat seit dem Aufstieg 2022/23 vier Trainer verschlissen – ein Wert, der die Unzufriedenheit des Besitzers mit den sportlichen Ergebnissen unterstreicht.
Hohe Investitionen, wechselnde Trainer
Für Pereira bedeutet die Trennung das Ende seines kurzen Intermezzos in Nottingham. Er war nach Stationen unter anderem bei Fenerbahçe und Al-Shabab nach England gekommen, um den Klub zurück in die europäische Spitze zu führen. Dieses Ziel verfehlte er deutlich: Statt eines Europapokalplatzes stand am Ende Platz 16 zu Buche.
Glasner wiederum würde mit Forest einen Verein übernehmen, der trotz hoher Investitionen sportlich noch nicht in der obersten Liga Englands angekommen ist. Der Kader ist mit 28 Spielern quantitativ gut aufgestellt, der letzte Transfer war Luca Netz. Glasner müsste rasch die richtige Mischung aus Kontinuität und Umbruch finden, um Forest zurück auf die Erfolgsspur zu bringen.
Sollte der Wechsel platzen, hätte Forest nur wenige Wochen Zeit, um einen anderen Kandidaten zu präsentieren. Die neue Premier-League-Saison beginnt üblicherweise im August, sodass die Vorbereitung bereits laufen müsste. Glasner gilt jedoch als Wunschlösung der Klubführung, weshalb eine Einigung als wahrscheinlich gilt.
Ausblick auf die neue Saison
Pereira wird sich nach der Trennung neue Aufgaben suchen müssen. Er ist als Trainer ohne aktuelle Anstellung und kann sich daher in Ruhe umorientieren. Sein Ruf als engagierter Arbeiter ist trotz des kurzen Engagements in Nottingham intakt – die Trennung wurde von Forest in sehr respektvollem Ton kommuniziert.
Für Glasner wäre Forest nach Eintracht Frankfurt und Crystal Palace die dritte Station im Ausland. Mit 51 Jahren bringt er reichlich Erfahrung mit und hat bewiesen, dass er auch mit vermeintlich kleinen Klubs Titel gewinnen kann. Die Herausforderung in Nottingham besteht darin, einen Verein zu führen, dessen Erwartungen und finanzielle Möglichkeiten über dem stehen, was zuletzt sportlich erreicht wurde.
Insgesamt zeigt der Fall, wie schnelllebig der moderne Fußball ist: Noch im Mai feierte Glasner den Conference-League-Titel mit Crystal Palace, nun steht er vor einem Wechsel zu einem Klub, der seit drei Jahren auf der Suche nach Stabilität ist. Sollte der Transfer gelingen, hätte Forest einen Coach mit Titeln und internationaler Erfahrung – verbunden mit der Frage, ob die Zusammenarbeit zwischen Glasner und Marinakis auf Dauer funktioniert.
Fragen & Antworten
Wer ist Oliver Glasner?
Oliver Glasner ist ein österreichischer Fußballtrainer, der 2022 mit Eintracht Frankfurt die Europa League gewann und anschließend Crystal Palace trainierte, wo er den FA-Cup und die Conference League holte.
Warum hat sich Nottingham Forest von Vítor Pereira getrennt?
Forest beendete die Premier-League-Saison auf Rang 16 und entschied sich trotz des Halbfinal-Einzugs in der Europa League, sich nach nur 20 Spielen wieder von Pereira zu trennen.
Welche Erfolge hat Nottingham Forest in seiner Geschichte?
Der 1865 gegründete Club wurde 1977/78 englischer Meister und gewann zweimal den FA-Cup (1898 und 1959); in der Saison 2024/25 kehrte Forest mit Platz sieben kurz in die Erfolgsspur zurück.
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