Im Leipziger Zentralstadion trifft Crystal Palace am Mittwochabend um 21 Uhr im Finale der UEFA Conference League auf Rayo Vallecano – für den österreichischen Trainer Oliver Glasner wäre es der krönende Abschluss einer historischen Reise.
Der 51-jährige Oberösterreicher steht vor seinem fünften Finale als Cheftrainer. Nur eines der bisherigen vier Endspiele verlor er: 2023 unterlag er mit Eintracht Frankfurt im DFB-Pokalfinale RB Leipzig mit 0:2. Drei Titel hat er bereits mit seinen Mannschaften gesammelt, darunter die Europa League 2022 mit Frankfurt und zuletzt den FA Cup sowie den Community Shield mit Crystal Palace.
Glasner, der aus dem Innviertel stammt und fast seine gesamte Profikarriere bei der SV Ried verbrachte, begann seine Trainerlaufbahn bei LASK. Er führte die Linzer in die Bundesliga und in den Europacup, ehe er über den VfL Wolfsburg (Champions-League-Qualifikation 2021) zu Frankfurt wechselte. Dort krönte er sich mit dem sensationellen Europa-League-Sieg – es war der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.
Vom Abstiegskandidaten zum Titelsammler
In London übernahm er Palace im Februar 2024 auf dem 15. Tabellenplatz und führte das Team noch auf Rang zehn. In den folgenden eineinhalb Jahren entwickelte er die Mannschaft zu einem Titelanwärter: Im FA-Cup-Finale bezwang Palace Pep Guardiolas Manchester City mit 1:0, der erste Titel der Klubhistorie. Im August 2025 folgte der Sieg im Community Shield gegen Liverpool im Elfmeterschießen in Wembley.
Doch diese Saison war eine Achterbahnfahrt. Weil Investor John Textor an Crystal Palace und Olympique Lyon beteiligt war, entschied der Internationale Sportgerichtshof (CAS) im August 2025, dass Palace von der Europa League in die Conference League versetzt werden muss. In der Gruppenphase verlor das Team unter anderem gegen AEK Larnaca und Racing Straßburg und musste in die Play-offs. Dort kämpfte es sich jedoch mit Siegen gegen Zrinjski Mostar, AEK Larnaca, AC Florenz und Schachtar Donezk bis ins Finale.
Dass Glasner überhaupt so lange blieb, ist bemerkenswert. Im Jänner 2026 gab er bekannt, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Zu diesem Zeitpunkt war Palace seit neun Pflichtspielen sieglos, sechs davon waren Niederlagen. Der Verkauf von Schlüsselspielern wie Marc Guehi und Eberechi Eze schmerzte: „Es war, als ob einem das Herz herausgerissen wird“, beschrieb Glasner die Abgänge, zuerst von Eze und dann von Captain Guehi.
