Glasner zu Nottingham Forest: Wechsel, Vertrag, Ziele | nachrichten360
Oliver Glasner wechselt zu Nottingham Forest und will Erwartungen übertreffen
London, 16 Juli 2026
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Kurzfassung
Oliver Glasner ist am 6. Juli als neuer Cheftrainer von Nottingham Forest vorgestellt worden und hat einen Dreijahresvertrag mit kolportiert 15 Millionen Euro Jahresgehalt unterschrieben. Der 51-Jährige, der Crystal Palace zum FA-Cup-Sieg 2025 und in diesem Jahr zum Triumph in der Conference League geführt hatte, ist beim englischen Traditionsclub bereits der fünfte Trainer binnen eines Jahres.
London, 16 Juli 2026
Oliver Glasner ist am 6. Juli als neuer Cheftrainer des englischen Premier-League-Clubs Nottingham Forest vorgestellt worden und tritt die Nachfolge von Vitor Pereira an.
Für den Österreicher ist es nach Stationen beim LASK, VfL Wolfsburg, bei Eintracht Frankfurt und zuletzt bei Crystal Palace die fünfte Trainerstation in seiner bisherigen Karriere. Bei den Londonern hatte er in der vergangenen Saison mit dem FA-Cup 2025 den ersten großen Titel der Clubgeschichte überhaupt gewonnen, in dieser Saison legten die Londoner den Sieg in der Conference League nach. Mit Eintracht Frankfurt gewann er etwa in der Saison 2021/22 sensationell die Europa League.
Der Wechsel zu Nottingham kam für viele überraschend, weil Forest unter dem Portugiesen bis ins Halbfinale der Europa League vorgedrungen war. In der Premier League lange gegen den Abstieg raufte und am Ende 16. wurde, schloss der Verein die Vorsaison dennoch nur knapp über dem Strich ab. Nottingham Forest, 1865 gegründet und mit zwei Europapokalsiegen in den Jahren 1979 und 1980 ein europäischer Traditionsverein, suchte deshalb nach neuen Impulsen.
Hintergrund: Wechsel nach überraschender Vorsaison
Dass es am Ende Glasner wurde, lag auch an einem persönlichen Gespräch mit dem griechischen Reeder Marinakis. Er sei nach Athen zu einem Abendessen gereist und habe über die Ambitionen von Nottingham gesprochen. Im Anschluss unterschrieb der 51-Jährige einen Dreijahresvertrag mit kolportierten 15 Mio. Euro Gehalt pro Jahr. Glasner ist beim englischen Traditionsclub der fünfte Trainer binnen eines Jahres.
In seiner ersten Pressekonferenz als Forest-Coach sprach Glasner offen über die Umstände seines Wechsels. Es war ein verrückter Sommer. Er sei nach seinem Ende bei Crystal Palace von vielen Vereinen kontaktiert worden sei, sagte er über die Phase zwischen seinem Abschied aus London und der neuen Aufgabe. Glasner begründete die Entscheidung pro Nottingham auch mit dem Wunsch, in England zu bleiben: weil mein Ziel in erster Linie darin bestand, in der Premier League zu bleiben.
Erste Pressekonferenz und persönliche Eindrücke
Zugleich räumte Glasner ein, dass Nottingham vor dem Wechsel nicht auf seinem Radar gewesen sei. Weil sie ja eigentlich eine gute Saison hatten. Umso mehr habe ihn das Gespräch mit dem Eigentümer überzeugt. Ich hatte tolle Gespräche mit dem Eigentümer, dazu ein sehr ehrgeiziger Eigentümer, beschrieb Glasner den Eindruck. Über seinen neuen Chef sagte er zudem: Ich habe zum ersten Mal jemanden gefunden, der ein Stück weit mehr ambitioniert ist als ich.
Mit Blick auf seine Aufgabe formulierte Glasner ein klares sportliches Ziel. Wichtig ist, dass wir uns an der oberen Hälfte orientieren. Da wollen wir hin und andocken. Gleichzeitig warnte er vor überzogenen Erwartungen. Ich bin kein Zauberer, sagte er mit Blick auf die Kaderqualität und verwies auf das vorhandene Potenzial: Es gibt einen sehr talentierten Kader, in dem meiner Meinung nach viel Potenzial steckt. In Nottingham habe ich erneut die Chance, 'Erwartungen zu übertreffen. Dieses Gefühl habe ich hier.'
Vorstellung am 6. Juli und Nachfolge von Pereira
Die Vorstellung des neuen Trainers fiel auf einen Tag, an dem die Vereinsverantwortlichen die Katze aus dem Sack ließen. Am 6. Juli ließen die Verantwortlichen von Nottingham Forest die Katze aus dem Sack und präsentierten Glasner als Nachfolger von Vitor Pereira. Dass die Trennung von Pereira nach dem Halbfinal-Einzug in der Europa League dennoch erfolgte, deutet auf einen Umbruch hin, den Glasner nun gestalten soll.
Auch der Blick auf mögliche Neuzugänge war Thema der Pressekonferenz. So wurde Glasner auf eine mögliche Verpflichtung seines österreichischen Landsmanns Xaver Schlager angesprochen, wollte sich dazu aber nicht äußern: Wir wollen nicht über ungelegte Eier reden. Der Coach bestätigte stattdessen die sportliche Richtung, für die er stehe: Wir wollen Konstanz und Stabilität reinbringen. Diese seien nötig, weil Nottingham binnen eines Jahres nun schon der fünfte Trainer sei.
Ansage an die Mannschaft und Umgang mit Fehlern
Auf die Dauer seines Engagements angesprochen, wählte Glasner einen bildhaften Vergleich: Man heiratet ja auch nicht, um sich früh wieder scheiden zu lassen. Gleichzeitig unterstrich er den Leistungsdruck, der mit dem Wechsel verbunden ist. Aber klar, wir müssen liefern. Diesen Druck hast du auf diesem Level einfach. Damit sendete er früh das Signal, dass Ergebnisse erwartet werden, auch wenn der Kader Zeit zur Entwicklung brauche.
Über Fehler im neuen Job sprach Glasner ebenfalls offen. Wir werden Fehler verzeihen, denn wir sind Menschen und machen Fehler. Auch ich werde Fehler machen, sagte er und ordnete diese in seine Philosophie ein, wonach die Mannschaft über allem stehe. Eine Haltung, die er bereits bei Crystal Palace und Eintracht Frankfurt kultiviert hatte: Ich bin sehr dankbar, dass ich sowohl bei Crystal Palace als auch bei Eintracht Frankfurt Teil einer wunderschönen Reise sein durfte.
Glasner beschrieb den Schritt nach Nottingham zugleich als logische Fortsetzung seiner bisherigen Laufbahn. Aber es ist als Manager normal, dass man dann auch bei anderen Clubs unterschreibt. Sein Vertrag ist auf drei Jahre angelegt, was dem Coach nach eigenem Bekunden ausreicht, um ein Projekt aufzubauen. Ich denke, die Erfahrung hier hat mich als Trainer und Mensch sehr weitergebracht, sagte er mit Blick auf seine bisherige Zeit in England.
Dass er überhaupt in England blieb, ist auch das Ergebnis mehrerer Optionen, die Glasner im Sommer hatte. Bevor er nach Nottingham ging, war er dem Vernehmen nach ein Kandidat für den Posten des Chefcoaches beim italienischen Topclub AC Milan. Dass es am Ende Forest wurde, lag nicht zuletzt an der persönlichen Begegnung mit Marinakis in Athen. Ich dachte, das könnte eine ziemlich spannende Reise werden, sagte Glasner über die Bewertung des Angebots.
Start in die neue Aufgabe gegen Leeds
Der Start in die neue Aufgabe ist terminiert: Der erste Eintrag erfolgt am 22. August mit dem Ligaheimspiel gegen Leeds. Bis dahin bleibt Glasner rund sechs Wochen, um seine Mannschaft kennenzulernen, taktische Abläufe zu installieren und das Team auf die Anforderungen der Premier League einzustellen. Dass er dabei auf einen in der Vorsaison vom Abstieg bedrohten Kader trifft, macht die Aufgabe nicht leichter.
Insgesamt zeichnet sich ab, dass Nottingham Forest mit Glasner auf einen erfahrenen Trainer mit internationalem Renommee setzt, der trotz des Erfolgs bei Crystal Palace vor einer ungewohnten Herausforderung steht. Ein Klub im Umbruch, ein Eigentümer mit großen Ambitionen und eine Mannschaft, die in der Vorsaison um den Klassenerhalt zitterte, treffen auf einen Coach, der seine bisherigen Stationen stets mit Titeln krönen konnte. Die neue Aufgabe hat für Glasner deshalb weniger den Charakter eines Abschieds von England als vielmehr den eines Neubeginns innerhalb der Liga.
Mit dem Wechsel zu Nottingham bleibt der Österreicher dem englischen Fußball erhalten, nachdem er Crystal Palace nach dem Conference-League-Triumph in diesem Jahr verlassen hatte. Aus Sicht des Clubs wiederum ist Glasner nach den zahlreichen Trainerwechseln der vergangenen Monate die Hoffnung auf jene Stabilität, die der Verein über Jahre vermissen ließ. Wie diese Zusammenarbeit sportlich Früchte tragen wird, wird sich spätestens am 22. August gegen Leeds zeigen.
Die kommenden Wochen bis zum Ligaauftakt werden zeigen, wie schnell Glasner seine Vorstellungen im Team verankern kann und ob die Verantwortlichen um Marinakis ihm die nötige Geduld für einen Umbruch geben. Dass der Coach selbst den Erwartungshorizont bewusst hoch, aber realistisch steckt, deutet darauf hin, dass beide Seiten sich der Schwierigkeit des Projekts bewusst sind und dennoch an dessen Erfolg glauben.
Fragen & Antworten
Wer ist Oliver Glasner?
Oliver Glasner ist ein 51-jähriger österreichischer Fußballtrainer, der zuvor den LASK, VfL Wolfsburg, Eintracht Frankfurt und Crystal Palace trainierte. Mit Eintracht Frankfurt gewann er 2021/22 die Europa League, mit Crystal Palace den FA-Cup 2025 und in diesem Jahr die Conference League.
Warum wechselte Glasner zu Nottingham Forest?
Glasner wollte nach eigenen Angaben in der Premier League bleiben und sah in Nottingham nach Gesprächen mit Eigentümer Evangelos Marinakis die Chance, Erwartungen zu übertreffen. Zudem habe ihn die Begegnung mit dem sehr ambitionierten Clubbesitzer in Athen überzeugt.
Was sind die sportlichen Ziele für Nottingham Forest unter Glasner?
Glasner peilt mit Nottingham die obere Tabellenhälfte der Premier League an. Er will Konstanz und Stabilität in den Klub bringen, der in der Vorsaison nur auf Rang 16 landete und binnen eines Jahres bereits der fünfte Trainer ist.