Österreichs erster kommerzieller Satellit "Oasis Alpha" erreicht erfolgreich die Umlaufbahn
Wien, 08. Juli 2026
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Kurzfassung
Der österreichische Satellit "Oasis Alpha" des Wiener Start-ups Tumbleweed ist an Bord einer SpaceX-Rakete vom Weltraumbahnhof Vandenberg in eine niedrige Erdumlaufbahn gestartet. Mit an Bord sind vier europäische Einrichtungen, die erstmals im Weltraum experimentieren.
Der erste kommerzielle Satellit Österreichs, "Oasis Alpha" des Wiener Start-ups Tumbleweed, ist am Dienstag an Bord einer Falcon-9-Rakete des US-Unternehmens SpaceX vom Weltraumbahnhof Vandenberg in eine sonnensynchrone Erdumlaufbahn in rund 590 Kilometern Höhe gebracht worden.
Der Start erfolgte um 09:12 Uhr Ortszeit im Rahmen der SpaceX-Transporter-17-Mission. Etwa eine Stunde nach dem Start bestätigte das Tumbleweed-Team die erfolgreiche Trennung der Hardware von der Trägerrakete. Wie das Unternehmen mitteilte, war das Erreichen der Umlaufbahn und der Betrieb im All der entscheidende Missionserfolg. Der Satellit wurde mit dem EXOpod-Nova-Deployment-System des Berliner Anbieters Exolaunch ausgesetzt.
"Oasis Alpha" wurde als Technologiedemonstrator konzipiert und in neun Monaten gebaut. Als Technologiedemonstrator dafür wurde "Oasis Alpha" konzipiert und in neun Monaten gebaut. Der Satellit wurde mit einer sogenannten "Rideshare-Mission" gemeinsam mit Dutzenden anderen Satelliten ins All befördert. Er trägt die österreichische Flagge.
Technologiedemonstrator aus Wien
An Bord befinden sich standardisierte Behälter – sogenannte "Pods" – mit Nutzlasten von vier europäischen Einrichtungen für Experimente in der Schwerelosigkeit. In den Behältern befinden sich Nutzlasten von Einrichtungen, die jeweils zum ersten Mal im Weltraum sind. Dafür werden vorzertifizierte "Pods" verwendet, die von Kunden mit eigenen Experimenten gefüllt werden.
Zu den Experimenten gehören Biokatalyse-Versuche des Arzneimittel-Start-ups Mass Balance mit ganzen Zellen im Weltraum, ein Test autonomer intelligenter Systeme durch die Technische Universität Delft sowie Untersuchungen des European Space Resources Innovation Centre (ESRIC) zu Phasenübergängen, die für künftige Technologien zur Rohstoffgewinnung im All relevant sind. Das Spring Institute for Forests on the Moon sendet eine Botschaft der Hoffnung durch Raum und Zeit.
Vier europäische Erstflüge an Bord
Mit dem Satelliten will Tumbleweed den Weg für "Oasis Beta" ebnen, eine derzeit in der Entwicklung befindliche Plattform der nächsten Generation mit Rückkehrfähigkeit zur Erde. Oasis Beta, die nächste Generation von Pods, befindet sich bereits in der Entwicklung und soll Experimente zur Erde zurückbringen können. So soll Forschung in der Schwerelosigkeit künftig nicht nur durchführbar, sondern auch auswertbar im Labor werden.
Tumbleweed wurde 2024 gegründet. Bei der Gründung von Tumbleweed 2024 hätten alle gesagt, dass der Weg ins All unerreichbar sei, weil alles zu langsam, zu komplex und zu aufwendig sei. Das Start-up beschäftigt nach eigenen Angaben mittlerweile 20 Expertinnen und Experten in Wien und Delft.
Mission und Geschäftsmodell von Tumbleweed
Ziel von Tumbleweed ist es, Institutionen und Unternehmen Forschung in der Schwerelosigkeit schnell und unbürokratisch zu ermöglichen, ohne über Fachwissen in der Luft- und Raumfahrttechnik oder in Bezug auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften verfügen zu müssen. Die standardisierten, vorzertifizierten Container sollen den bürokratischen Aufwand für Forschungsinstitutionen und Unternehmen deutlich senken.
CTO und Mitgründer Guillaume Brault erklärte: "Als wir Tumbleweed gegründet haben, haben wir immer wieder dasselbe gehört: Der Weg in den Weltraum ist einfach nicht machbar. Zu langsam, zu komplex, zu viel Aufwand. Wir haben Oasis Alpha gebaut, um das zu ändern. Heute sind vier dieser Teams zum ersten Mal im All." Brault ist CTO und Mitgründer von Tumbleweed.
CEO und Mitgründer Julian Rothenbuchner bezeichnete den Start als Meilenstein: "Der Start ist ein Riesenerfolg für uns und für das Space-Ökosystem in Österreich generell. Er zeigt ganz klar, dass, wenn eine Gruppe mit Passion und Drive zusammenkommt und richtig hart arbeitet, sie Satelliten in wenigen Monaten bauen kann. Gleichzeitig ist die Mission natürlich auch ein großer Meilenstein für unsere Kunden."
Reaktionen aus Politik und Branche
Wurde der Satellit "Oasis Alpha" mit einer Falcon-9-Rakete des US-Weltraumunternehmens SpaceX vom Weltraumbahnhof Vandenberg (USA) aus in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht. Der Weltraumbahnhof Vandenberg liegt an der kalifornischen Küste und wird regelmäßig für Rideshare-Missionen genutzt, bei denen zahlreiche Satelliten unterschiedlicher Betreiber gemeinsam starten.
In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Satelliten von heimischen Universitäten und Einrichtungen für Forschungszwecke gestartet. Mit "Oasis Alpha" hebt sich das Projekt jedoch durch seinen kommerziellen Charakter und die systematische Nutzung standardisierter Experimentierplattformen ab.
Die österreichische Regierung sieht in dem Projekt eine Bestätigung des heimischen Innovationsstandorts. Österreich investiert nach eigenen Angaben 340 Millionen Euro in SpaceTech, der Beitrag zur Europäischen Weltraumorganisation ESA steigt um 30 Prozent. Innovationsminister Peter Hanke, der das Team zur Pionierleistung beglückwünschte, erklärte: "Erfolgreiche Raumfahrt entsteht dort, wo unternehmerischer Mut, exzellente Forschung und ein starkes Innovationsökosystem zusammenkommen. Mit Oasis Alpha beweist Tumbleweed, dass Österreich ein attraktiver Standort für zukunftsweisende Raumfahrttechnologien und eine neue Generation von Raumfahrtunternehmen ist. Solche Projekte stärken unseren Innovationsstandort, schaffen Wertschöpfung und öffnen österreichischen Technologieunternehmen den Weg auf internationale Märkte. Ich gratuliere dem gesamten Team zu dieser Pionierleistung. Sie zeigt, dass österreichischer Erfindergeist auch im Weltraum seinen Platz hat."
Ausblick: Weitere Missionen in Planung
Peter Hanke ist Österreichs Innovationsminister. Sein Haus begleitet die Entwicklung des österreichischen Weltraumsektors seit Jahren mit gezielten Förderprogrammen und Beteiligungen an europäischen Initiativen.
Die Mission ist Teil eines breiteren Trends: Immer mehr europäische Start-ups nutzen standardisierte Plattformen, um den Einstieg in die Weltraumforschung zu erleichtern. Mit dem erfolgreichen Start von "Oasis Alpha" positioniert sich Österreich in einem wachsenden kommerziellen Weltraummarkt, der bisher vor allem von US-Unternehmen dominiert wurde.
Aus europäischer Perspektive ist die Beteiligung von vier Institutionen aus mehreren Ländern bemerkenswert. Die Mission steht exemplarisch für die Internationalisierung der heimischen Weltraumwirtschaft und könnte den Weg für weitere kommerzielle österreichische Satellitenprojekte ebnen.
Die vollständige Auswertung der wissenschaftlichen Daten wird nach Angaben von Tumbleweed mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Erste Ergebnisse aus den Experimenten in der Schwerelosigkeit werden im Herbst erwartet. Sollte die Mission erfolgreich verlaufen, plant Tumbleweed den nächsten Schritt mit "Oasis Beta" – einer Plattform, die Experimente zur Erde zurückführen kann und damit den Forschungszyklus im All vervollständigt.
Fragen & Antworten
Was ist "Oasis Alpha"?
"Oasis Alpha" ist der erste kommerzielle Satellit Österreichs, betrieben vom Wiener Start-up Tumbleweed. Er wurde als Technologiedemonstrator in neun Monaten gebaut und startete an Bord einer SpaceX-Falcon-9-Rakete vom Weltraumbahnhof Vandenberg in eine niedrige Erdumlaufbahn.
Welche Experimente befinden sich an Bord?
An Bord sind vier europäische Einrichtungen mit Experimenten in der Schwerelosigkeit vertreten, darunter Biokatalyse-Versuche des Start-ups Mass Balance mit ganzen Zellen, ein Test autonomer intelligenter Systeme der Technischen Universität Delft sowie Phasenübergangs-Untersuchungen des ESRIC. Alle vier Einrichtungen sind erstmals im Weltraum.
Wie geht es nach "Oasis Alpha" weiter?
Tumbleweed entwickelt bereits "Oasis Beta", eine Plattform der nächsten Generation mit Rückkehrfähigkeit zur Erde, mit der Experimente zur Analyse auf die Erde zurückgebracht werden sollen. Damit soll Forschung in der Schwerelosigkeit künftig schneller und unbürokratischer möglich sein.
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