Österreichs Badegewässer mit ausgezeichneter Wasserqualität – nur ein See fällt durch
Wien, 16 Juni 2026
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Kurzfassung
Ein Bericht der Europäischen Umweltagentur bescheinigt Österreichs Badegewässern eine ausgezeichnete Wasserqualität. 251 von 260 untersuchten Badestellen erhielten die Bestnote, lediglich der Pleschinger See in Oberösterreich wurde als mangelhaft eingestuft.
Wien, 16 Juni 2026
Die Europäische Umweltagentur (EEA) bescheinigt Österreichs Badegewässern in ihrem diesjährigen Bericht eine ausgezeichnete Wasserqualität: 251 von 260 untersuchten Badestellen wurden mit "ausgezeichnet" bewertet.
EU-weite Bewertung und Spitzenposition
Wie aus dem am Dienstag in Kopenhagen veröffentlichten Bericht der Europäischen Umweltagentur hervorgeht, wurden in Österreich 96,5 Prozent der untersuchten 260 Badegewässer als "ausgezeichnet" beurteilt, das sind 251 Badestellen. Insgesamt erfüllen 99,6 Prozent der heimischen Badestellen die EU-Vorgaben. Damit zählt Österreich gemeinsam mit Bulgarien, Zypern und Griechenland zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an hochwertigen Badegewässern in der EU.
Für die jährliche Analyse hat die Agentur EU-Daten zu mehr als 22.000 Badestellen in den 27 EU-Staaten sowie Albanien und der Schweiz ausgewertet. Auf EU-Ebene wiesen knapp 85 Prozent der Badestellen im vergangenen Jahr eine exzellente Wasserqualität auf, 96 Prozent erfüllten immerhin die EU-Mindeststandards, und 1,5 Prozent wurden als mangelhaft eingestuft. An der ersten Stelle liegt, ebenso wie im Vorjahr, Zypern mit 100 Prozent "ausgezeichneter" Wasserqualität, gefolgt von Griechenland mit 97,1 Prozent und Bulgarien mit 96,9 Prozent. Österreich belegt damit unter den 29 untersuchten Ländern den vierten Rang – unverändert gegenüber dem Vorjahr.
Bei den Binnengewässern liegt Österreich sogar an der Spitze, vor Finnland und Dänemark. In der EU wurde im Jahr 2025 ein Anteil von 88 Prozent der Küsten-Badegewässer als ausgezeichnet eingestuft, bei den Binnengewässern lag der Wert mit 78 Prozent niedriger. Besonders gering ist die Belastung mit Bakterien dem Bericht zufolge wenig überraschend in Badegewässern an der Küste.
Politische Reaktion aus Wien
Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) und Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) führten die guten Ergebnisse auf konsequente Investitionen in den Gewässerschutz sowie in eine leistungsfähige Wasserinfrastruktur zurück. Die guten Ergebnisse seien Folge "konsequenter Investitionen in den Gewässerschutz sowie in eine leistungsfähige Wasserinfrastruktur", so Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) und Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) in einer Aussendung.
Insgesamt hat sich die Qualität von Badegewässern der Umweltagentur zufolge in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert – vor allem dadurch, dass weniger unbehandeltes oder nur teilweise behandeltes Abwasser abgeleitet wird. Für die Auswertung stellen die Länder der EEA Daten aus den Badesaisonen der vergangenen vier Jahre zur Verfügung.
Regionale Verteilung in Österreich
Analysiert wird die Belastung der Gewässer mit Fäkalbakterien, die bei Menschen zum Beispiel Magenverstimmungen, Durchfall oder Infektionen verursachen können. Konkret handelt es sich dabei um intestinale Enterokokken und Escherichia coli, die vor allem von Abwässern und aus der Landwirtschaft stammen.
In Österreich verteilen sich die 251 ausgezeichneten Badestellen ungleichmäßig auf die Bundesländer. Die meisten untersuchten Badegewässer verzeichnete Oberösterreich mit 43, gefolgt von Salzburg mit 37 und Tirol mit 35. In Kärnten waren es 32, in Niederösterreich 28, im Burgenland 20, in Wien 17 und in Vorarlberg 16. Bei den einzelnen Gewässern wurden der Bodensee in Vorarlberg mit zehn Badestellen, die Neue Donau in Wien mit neun sowie die Alte Donau in Wien, der Neusiedler See im Burgenland und der Attersee in Oberösterreich mit jeweils sieben Badestellen am häufigsten untersucht.
Ausreißer Pleschinger See
Lediglich der Pleschinger See in Steyregg in Oberösterreich wies eine "mangelhafte Badewasserqualität" auf. Hier wurde vom Baden abgeraten. Sieben österreichische Badestellen wurden als "gut" eingestuft und eine, der niederösterreichische Frauenwieserteich, als "ausreichend". Wer in der bevorstehenden Hitzewelle in österreichischen Seen oder Flüssen schwimmen geht, kann das bis auf diese eine Ausnahme bedenkenlos tun.
Der Pleschinger See nahe Linz wird von der Linz AG betreut. Laut dieser weist der Pleschinger See eine ausgezeichnete Wasserqualität auf. Die Diskrepanz zur EEA-Bewertung erklärt sich offenbar durch die Lage der Probenahmestelle: Das EEA-Monitoring beziehe sich auf die Ergebnisse einer Prüfstelle der AGES, die sich in unmittelbarer Nähe einer Bootsanlegestelle befinde, auf der sich immer wieder Wasservögel aufhalten. "Wo viele Wasservögel sind, kann sich das lokal auf die Wasserqualität auswirken bzw. wirkt es sich aus", erklärte die Linz AG am Dienstag. Die AGES habe bereits angekündigt, die Prüfstelle zu verlegen.
Ökologischer Zustand versus Badewasserqualität
Der EEA-Bericht weist zugleich auf einen Umstand hin, der über die reine Badewasserqualität hinausgeht: Der sogenannte "ökologische Zustand" eines Gewässers, also die Abweichung vom natürlichen Zustand des Ökosystems, kann von der Klassifizierung der Badewasserqualität abweichen. Als Beispiel wird der Wörthersee in Kärnten genannt, der bei der Badewasserqualität als ausgezeichnet gilt, beim ökologischen Status jedoch nur eine mäßige Bewertung erhält.
Das österreichische Umweltministerium führt dies unter anderem auf die steigende Nutzungsintensität und die klimawandelbedingt höheren Wassertemperaturen zurück. Ein Hauptproblem seien zu wenige Wasserpflanzen, weshalb im Vorjahr ein Maßnahmenplan präsentiert worden sei. Vorgesehen sind demnach unter anderem die Entfernung harter Uferverbauungen, ein Besatzstopp für Karpfen sowie eine neue Regelung des Motorbootverkehrs.
Hintergrund und Methodik
Insgesamt wurden für den Bericht in Österreich 1.349 Proben analysiert. Der Bericht erscheint jährlich zu Beginn der Badesaison und soll Bürgerinnen und Bürgern eine Orientierung für die Auswahl von Badestellen bieten. Wer in der bevorstehenden Hitzewelle in österreichischen Seen oder Flüssen schwimmen geht, kann das bis auf eine Ausnahme bedenkenlos tun.
Auf europäischer Ebene fällt das Schlusslicht Albanien auf, das zu den Ländern mit der schlechtesten Badegewässerqualität zählt. Der EEA-Bericht betont jedoch, dass die Qualität der europäischen Badegewässer über die vergangenen Jahrzehnte hinweg insgesamt deutlich gestiegen ist – ein Trend, der sich auch in den diesjährigen Zahlen widerspiegelt.
Fragen & Antworten
Wer hat den Bericht zu den Badegewässern veröffentlicht?
Den Bericht hat die Europäische Umweltagentur (EEA) mit Sitz in Kopenhagen veröffentlicht; ausgewertet wurden EU-Daten zu mehr als 22.000 Badestellen in den 27 EU-Staaten sowie Albanien und der Schweiz.
Wie viele österreichische Badestellen wurden als ausgezeichnet eingestuft?
Von 260 untersuchten Badegewässern in Österreich wurden 251 mit "ausgezeichnet" bewertet; sieben weitere erhielten die Note "gut", und der Frauenwieserteich in Niederösterreich wurde als "ausreichend" eingestuft.
Warum wurde der Pleschinger See in Oberösterreich als mangelhaft eingestuft?
Die EEA-Bewertung basiert auf Proben einer AGES-Prüfstelle in der Nähe einer Bootsanlegestelle, an der sich regelmäßig Wasservögel aufhalten, was die lokal gemessene Wasserqualität laut Linz AG beeinflusst.