Managua, 10 Juli 2026

Die nicaraguanischen Behörden haben 2.000 Anwälten die Zulassung entzogen, indem sie ihre Namen ohne Begründung aus dem Register des Obersten Gerichtshofs strichen.

Hintergrund: Streichung ohne Begründung

Die Streichung erfolgte nach Angaben der Zeitung La Prensa in den vergangenen Tagen und ohne jede Begründung. Die Betroffenen dürfen ihren Beruf damit de facto nicht mehr ausüben. Weder eine Vorankündigung noch ein ordentliches Verfahren habe es gegeben, wie Betroffene und internationale Beobachter unisono berichten.

Der Schritt passe in ein Muster der Verfolgung von Nicaraguanern, die "als Verteidiger der Demokratie identifiziert" worden seien, sagte ein betroffener Anwalt der Nachrichtenagentur AFP. Er bewertete die Maßnahme als "eine politische Botschaft der Kontrolle und Repression". Damit könnten sich Bürger nicht mehr "irgendeinen Anwalt aussuchen, sondern nur diejenigen, die unter dem Regime Privilegien genießen".