Ein Team der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) unter Leitung der Glaziologin Lea Hartl hat den fortschreitenden Zerfall der österreichischen Gletscher bis 2023 in einem neuen Inventar dokumentiert und warnt vor einer beschleunigten "Entgletscherung" des Landes.
Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter vom Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung (IGF) der ÖAW in Innsbruck veröffentlichten ihre Bestandsaufnahme im Fachmagazin "The Cryosphere". Sie werten die Daten als Beleg für einen sich beschleunigenden Verlust von Eisflächen in den Alpen. Lea Hartl und ihr Team sprechen angesichts der Dynamik von einer Entwicklung hin zu einer weitgehenden "Entgletscherung" Österreichs.
Im Inventar werden Flächen und Volumina aller heute noch existierenden Eiskörper erfasst und mit historischen Aufnahmen verglichen. Die Auswertung zeigt, dass viele Gletscher seit der letzten umfassenden Erhebung deutlich an Masse verloren haben. Besonders betroffen sind kleine und mittelgroße Eiskörper, deren Volumen teilweise unter die Nachweisgrenze der bisherigen Modelle gefallen ist.
