Vierzehn Jahre nach dem Untergang der Costa Concordia hat Netflix eine Dokumentation veröffentlicht, die das Unglück mit unveröffentlichtem Archivmaterial und Daten des Schiffsdatenschreibers nachzeichnet.
Die Doku mit dem Titel „Costa Concordia: Albtraum auf See“ (Originaltitel „Shipwrecked: Nightmare at Sea“) hat eine Laufzeit von 87 Minuten und wurde von dem britischen Regisseur James Rogan inszeniert. Sie rekonstruiert die Ereignisse vom Abend des 13. Jänner 2012, als das Kreuzfahrtschiff vor der toskanischen Insel Giglio auf Grund lief, kielschlagend sank und 32 Menschen in den Tod riss. An Bord befanden sich laut den Fakten mehr als 4.200 Personen.
Kapitän im Fokus der Ermittlungen
Im Zentrum der Dokumentation steht der damalige Kapitän Francesco Schettino, dessen Entscheidungen vor und während des Unglücks anhand des Voyage Data Recorders nachgezeichnet werden. Schettino wurde laut den Fakten letztlich zu 16 Jahren Haft verurteilt – wegen fahrlässiger Schiffshavarie, mehrfacher fahrlässiger Tötung sowie des Verlassens des havarierten Schiffes.
Ein Schwerpunkt liegt auf der verspäteten Räumungsanordnung und der chaotischen Evakuierung, die nach Darstellung der Dokumentation zur hohen Opferzahl beitrugen. Zudem geht die Doku über die Verantwortung des Kapitäns hinaus und beleuchtet die Praxis des sogenannten „Inchino“ – eines nicht genehmigten Gesteinsmanövers, bei dem Schiffe nahe an Inseln heranfahren. Laut den Filmemachern sei dieses Manöver jahrelang toleriert worden.
