Nasa startet beispiellose Rettungsmission für Weltraumteleskop Swift
Washington, 03. Juli 2026
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Kurzfassung
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat eine beispiellose Rettungsmission für das Weltraumteleskop Swift gestartet. Ein unbemanntes Schleppraumschiff namens Link soll den Satelliten, der seit 2004 Gammastrahlenausbrüche im All erforscht, in den kommenden Monaten wieder in eine stabile Umlaufbahn bringen.
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat am 03. Juli 2026 ein unbemanntes Schleppraumschiff namens "Link" von einem Atoll der Marshallinseln im Südpazifik ins All geschickt, um das Weltraumteleskop "Swift" vor dem Absturz zu bewahren und in eine höhere Umlaufbahn zurückzuführen.
Start im Südpazifik
Das Schleppraumschiff "Link" hob am Freitag um 10:36 Uhr MESZ mithilfe eines "Stargazer"-Flugzeugs und einer "Pegasus"-Rakete von einem Atoll der Marshallinseln im Südpazifik ab. Ein unbemanntes Schleppraumschiff namens "Link" hob dafür von einem Atoll der Marshallinseln im Südpazifik ab. Die Pegasus-XL-Rakete wurde zunächst von einem Stargazer-Flugzeug auf rund 12.000 Meter Höhe gebracht und dort ausgeklinkt, wie die Nasa mitteilte. Nach der Zündung der drei Feststoffstufen gelangte Link in eine niedrige Erdumlaufbahn.
Mit der Mission verfolgt die Nasa das Ziel, das Weltraumteleskop "Swift" vor einem drohenden Absturz zu bewahren und seine wissenschaftliche Nutzung für weitere Jahre zu sichern. "Swift" ist zwar in gutem Zustand, verliert in seiner niedrigen Erdumlaufbahn aber allmählich an Höhe. Grund ist der geringe Widerstand der Erdatmosphäre, welcher Satelliten ohne eigenen Bahnantrieb langsam absinken lässt. Starke Sonnenstürme verstärkten diesen Effekt bei Swift, sodass der Satellit schneller als erwartet einer gefährlich niedrigen Umlaufbahn näherkam.
Warum Swift abstürzt
Die jetzt gestartete Rettungsaktion gilt als beispiellos in der Geschichte der Nasa. Den Auftrag für den Bau von "Link" vergab die Nasa erst im September 2025 – und das den Erwartungen der Wissenschaftler zufolge möglicherweise noch für etwa fünf Jahre oder mehr. Bei einem Erfolg könnte der derzeit nur eingeschränkt wissenschaftlich genutzte Swift-Satellit ab Herbst wieder wissenschaftliche Daten liefern.
"Swift" wurde im November 2004 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ins All gebracht. Seitdem liefert das Observatorium der Nasa nahezu ununterbrochen Daten über das Weltall, vor allem über so genannte Gammastrahlenausbrüche. NASA beschreibt diese als "die stärksten Explosionen im Universum". Die Nasa beschreibt das Observatorium als eine Art astrophysikalisches Mehrzweckinstrument, das kosmische Objekte und Ereignisse in sichtbarem Licht, ultraviolettem Licht, Röntgenstrahlung und Gammastrahlung beobachten kann. Neben dem Burst Alert Telescope (BAT) sind weitere Instrumente an Bord, die jeweils auf unterschiedliche Wellenlängenbereiche ausgelegt sind.
Das Observatorium und seine Daten
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat "Swift" nach Nasa-Angaben eine Vielzahl kosmischer Ereignisse beobachtet und wertvolle Forschungsdaten zur Erde übermittelt. "Swift" ist für die Nasa von großer Bedeutung. In den Wintermonaten deaktivierte die Nasa das Teleskop weitgehend, damit seine Rotation das Absinken nicht beschleunigt; derzeit arbeitet es im Energiesparmodus.
Doch die fortschreitende Absenkung gefährdete den Betrieb zunehmend. Damit die Rettung gelingen kann, darf der Satellit nicht unter eine Höhe von 300 Kilometern absinken. Ohne Gegenmaßnahmen drohte ein Absturz innerhalb weniger Monate.
Die Nasa entschied sich deshalb kurzfristig, eine Rettungsmission durchzuführen, um den drohenden Verlust des Observatoriums abzuwenden. Aufgrund der zentralen Bedeutung der Forschungsdaten von "Swift" habe die Nasa kurzfristig die beispiellose Rettungsmission beschlossen.
Der Auftrag wurde erst im September 2025 vergeben – eine für Raumfahrtverhältnisse ungewöhnlich kurze Vorbereitungszeit. Die Aufgabe, die normalerweise Jahre dauert, wurde innerhalb weniger Monate abgeschlossen. Daraus ergab sich letztlich der Start in dieser Woche.
Ablauf der Rettung
Gebaut wurde "Link" vom US-Raumfahrtunternehmen Katalyst Space "mit einem Budget von rund 30 Millionen Dollar (etwa 26 Millionen Euro)" entwickelt und gebaut. Das Raumschiff wiegt rund 400 Kilogramm und verfügt über drei robotische Greifarme, drei Hauptantriebe und zahlreiche weitere Instrumente. Bei einem Erfolg könnte der derzeit nur eingeschränkt wissenschaftlich genutzte Swift-Satellit ab Herbst wieder wissenschaftliche Daten liefern.
Link soll sich anschließend dem Forschungssatelliten nähern und ihn über einen Zeitraum von mehreren Monaten nahe an seine ursprüngliche Umlaufbahn zurückbringen. Bis es so weit ist, müssen die Missionskontrolleure jedoch zunächst Funkkontakt herstellen, den Zustand des Raumschiffs prüfen und sicherstellen, dass die Solarpaneele Strom liefern.
Nach Nasa-Angaben wird "Link" in rund zwei Wochen beim Swift-Teleskop eintreffen. Upon arrival, LINK will inspect the telescope up close, grasp it, and slowly push it into a higher orbit so it can resume science operations.
Bei der Missionsbewertung stuft die Nasa das Vorhaben als anspruchsvoll und riskant ein. Die Aufgabe, ein mit etwa 400 Kilogramm vergleichsweise kleines Raumschiff an ein anderes, unbemanntes Observatorium in der Umlaufbahn anzudocken und es stabil auf eine höhere Bahn zu bringen, sei technisch heikel.
Risiken und Bedeutung
An Bord von "Swift" befinden sich insgesamt drei Teleskope, die im sichtbaren Licht, im ultravioletten Bereich, in Röntgenstrahlung und im Gammastrahlenbereich arbeiten. Trifft das BAT auf einen Gammastrahlenausbruch, richtet es die anderen Instrumente blitzschnell darauf aus, sodass auch bodengestützte Observatorien nachfolgen können.
Mit dem ursprünglichen Namen "Swift" startete das Teleskop 2004 in Cape Canaveral. In 2018 wurde es nach seinem verstorbenen wissenschaftlichen Leiter Neil Gehrels in Neil Gehrels Swift Observatory umbenannt. Mehr als 20 Jahre wissenschaftliche Daten lieferte Swift laut Nasa insgesamt.
Dank ihrer guten Datenlage erhofft sich die Nasa, den Forschungsbetrieb mit Swift für ungefähr fünf Jahre oder mehr fortsetzen zu können. Dies hängt entscheidend davon ab, ob das Andockmanöver von "Link" an das Weltraumteleskop gelingt.
Die Nasa informiert über den Fortschritt der Mission über ein Blog. Auch Dank dieser Transparenz können Fachleute und Medien die einzelnen Schritte der Mission genau verfolgen.
Fragen & Antworten
Wer hat die Rettungsmission für den Satelliten Swift gestartet?
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat das unbemannte Schleppraumschiff "Link" ins All geschickt. Gebaut wurde "Link" vom US-Unternehmen Katalyst Space im Auftrag der Nasa.
Warum muss Swift gerettet werden?
Der Forschungssatellit verliert in seiner niedrigen Erdumlaufbahn aufgrund des geringen atmosphärischen Widerstands an Höhe; verstärkte Sonnenstürme haben den Effekt beschleunigt, sodass ohne Eingreifen ein Absturz droht.
Wann könnte Swift nach einer erfolgreichen Rettung wieder Daten liefern?
Bei einer erfolgreichen Mission könnte Swift laut Nasa ab Herbst wieder wissenschaftliche Daten zur Erde funken und den Forschungsbetrieb rund fünf Jahre oder länger fortsetzen.
Nasa-Rettungsmission Swift: Link gestartet | nachrichten360