Mühlberger verteidigt Gesamtführung auf dritter Etappe der Tour of Austria
St. Johann/Alpendorf, 11. Juli 2026
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Kurzfassung
Gregor Mühlberger hat auf der dritten Etappe der 75. Tour of Austria seine Gesamtführung erfolgreich verteidigt und liegt weiter 1:31 Minuten vor Kevin Vermaerke. Den Tagessieg sicherte sich der US-Amerikaner Neilson Powless, der in einem beeindruckenden Sprint seinen ersten Erfolg nach längerer Durststrecke feierte.
St. Johann/Alpendorf, 11. Juli 2026
Der Niederösterreicher Gregor Mühlberger hat am Freitag auf der dritten Etappe der 75. Österreich-Radrundfahrt seine Gesamtführung verteidigt und geht im Trikot des Nationalteams als Spitzenreiter in die entscheidende Schlussphase.
Etappenverlauf und Rennverlauf
Die 189,5 Kilometer lange Etappe führte von Lienz über Mittersill nach St. Johann im Pongau und stellte die Fahrer vor anspruchsvolle Aufgaben. Bereits am Felbertauern bildete sich eine 25-köpfige Spitzengruppe, in der sich auch Kandidaten für die Gesamtwertung wiederfanden. Mühlberger selbst hielt sich gemeinsam mit seinem Nationalteam im Hauptfeld auf und überquerte die Ziellinie mit einem Rückstand von 1:47 Minuten auf Platz 20.
Den Etappensieg sicherte sich der US-Amerikaner Neilson Powless, der sich in einem giftigen Schlussanstieg gegen seine Begleiter durchsetzte. „Ich bin sehr glücklich“, meinte Powless im ORF-Interview. Für den 28-Jährigen war es der erste Sieg seit längerer Zeit, nachdem er eine schwere Knie-Operation und damit verbundene Selbstzweifel durchlitten hatte. „Da war heute mehr drin“, konstatierte indes der als Siebenter bester Österreicher gewordene Michael Gogl, der den Anschluss an Powless und Igor Arrieta bei einer Abfahrt rund 44 Kilometer vor dem Ziel verloren hatte.
Gogl verliert den Anschluss in der Abfahrt
Gogl schilderte die entscheidende Szene: „Ich habe zu den Besten gehört, in der technischen Abfahrt haben es Igor Arrieta und Neilson Powless extrem runtergelassen, da habe ich mir schwer getan, ein bisserl zu viel gebremst.“ Sein Fazit fiel gemischt aus: „Mit der Leistung bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis nicht“, sagte Gogl im ORF. Die schwierige Abfahrt habe ihn letztlich den Kontakt zu den Spitzenfahrern gekostet, obwohl er sich auf den letzten 400 Metern wieder stark gefühlt habe.
Hinter Powless wurde mit 28 Sekunden Rückstand der Schweizer Jan Christen Dritter. Die Spitzengruppe hatte sich bereits früh abgesetzt, doch Mühlbergers Team behielt die Situation stets im Griff. „Wir haben es gut kontrolliert, den Abstand in Grenzen gehalten und dann auch Unterstützung von anderen Teams, die das Gesamtklassement absichern wollten, bekommen“, schilderte Mühlberger den Rennverlauf aus seiner Sicht.
Mühlberger blickt voraus auf die Heimetappe
Der als „Glocknerkönig“ bekannte Mühlberger, der die ersten beiden Etappen für sich entschieden hatte, zeigte sich mit dem Auftritt zufrieden. „Es ist eigentlich alles nach Plan gelaufen, ich bin sehr zufrieden mit dem Tag“, sagte der Haidershofener, der morgen seine „Heimetappe“ in Steyr bestreiten wird. „Ich freue mich, wenn ich viele bekannte Gesichter sehe, sie werden mich am Porscheberg leiden sehen“, meinte der 32-Jährige im Hinblick auf den erwarteten Anstieg.
Gesamtklassement vor der Schlussetappe
Mühlberger geht mit einem Vorsprung von 1:31 Minuten auf den US-Amerikaner Kevin Vermaerke (Team UAE) in die vierte Etappe. Dritter im Gesamtklassement bleibt der Niederländer Bauke Mollema (Lidl-Trek) mit 1:41 Minuten Rückstand. „Aber in der Form, in der sich Gregor befindet, sollte nicht mehr viel anbrennen“, zeigte sich ein Ex-Profi zuversichtlich. Tatsächlich stehen die Chancen auf den ersten österreichischen Gesamtsieg bei der Tour of Austria seit Ricardo Zoidl im Jahr 2013 ausgesprochen gut.
Am Samstag warten auf das Peloton 170,5 Kilometer und 2.325 Höhenmeter in der Pyhrn-Priel-Region mit Start und Ziel in Steyr. Die Etappe wird ab 15.00 Uhr live in ORF1 übertragen. Für Mühlberger, der seinen Lebensmittelpunkt mittlerweile in die Nähe von Salzburg verlegt hat, ist es eine besondere „Heimetappe“, auf die er sich offensichtlich freut. „Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, es kommen sicher viele Verwandte und Bekannte“, erklärte der 32-Jährige.
Powless feiert emotionalen Sieg nach Verletzungspause
Powless seinerseits zeigte sich von der Landschaft beeindruckt und kündigte an, Österreich wieder besuchen zu wollen. „Das Wetter ist schön, es ist so ein schönes Land, um Rad zu fahren. Ich habe noch nicht viel Zeit in Österreich verbracht, aber ich werde sicher mit meiner Familie zurückkommen – jetzt, wo ich so schöne Erinnerungen daran habe“, sagte Powless, der einst als erster Teilnehmer indigen amerikanischer Abstammung an der Tour de France teilgenommen hatte. Der Sieg in St. Johann war für ihn ein wichtiger emotionaler Moment nach den gesundheitlichen Rückschlägen der Vergangenheit.
Gogl verwies zudem auf die taktische Komponente im Spitzenfeld: „Man geht halt auch nicht das letzte Risiko, wenn man ein paar schwerste Verletzungen gehabt hat“, sagte er im ORF und begründete damit seine zurückhaltende Fahrweise in der entscheidenden Abfahrt. Die österreichischen Fans dürfen dennoch hoffen, denn Mühlbergers Gesamtführung erscheint komfortabel genug, um den Toursieg nach Hause zu bringen.
Die fünfte und letzte Etappe führt am Sonntag traditionsgemäß vor das Burgtheater in Wien. Bis dahin gilt es für Mühlberger, seinen Vorsprung über die anspruchsvollen Etappen in Oberösterreich zu verteidigen. „Jetzt werden wir noch gut regenerieren, gut essen und trinken, dann sind meine Jungs morgen auch wieder bereit“, so Mühlberger. Sein Team habe die Strapazen der Glockner-Etappe zwar gespürt, sei aber bereit für die nächsten Aufgaben.
Fragen & Antworten
Wer hat die dritte Etappe der Tour of Austria 2026 gewonnen?
Den Tagessieg sicherte sich der US-Amerikaner Neilson Powless, der sich im Schlussanstieg gegen seine Begleiter durchsetzte und damit seinen ersten Erfolg nach einer längeren Verletzungspause feierte.
Wie groß ist Mühlbergers Vorsprung in der Gesamtwertung?
Gregor Mühlberger führt die Gesamtwertung der 75. Tour of Austria mit 1:31 Minuten Vorsprung auf den US-Amerikaner Kevin Vermaerke und 1:41 Minuten auf den Niederländer Bauke Mollema an.
Was erwartet die Fahrer auf der vierten Etappe am Samstag?
Am Samstag steht mit Start und Ziel in Steyr eine 170,5 Kilometer lange Etappe mit 2.325 Höhenmetern in der Pyhrn-Priel-Region auf dem Programm, die live in ORF1 übertragen wird.
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