Giro d'Italia: Vingegaard siegt, Gall Zweiter vor Finale | nachrichten360
Vingegaard vor Giro-Triumph: Gall verteidigt zweiten Gesamtrang
Piancavallo, 30. Mai 2026
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Kurzfassung
Jonas Vingegaard hat die vorletzte Etappe des Giro d'Italia gewonnen und steht vor dem Gesamtsieg. Der Osttiroler Felix Gall verteidigte Platz zwei und wird als zweiter Österreicher auf einem Grand-Tour-Podium stehen.
Jonas Vingegaard hat am Samstag die 20. Etappe des 109. Giro d'Italia gewonnen und geht mit mehr als fünf Minuten Vorsprung auf den Osttiroler Felix Gall in das abschließende Teilstück am Sonntag in Rom.
Vingegaards Attacke am Schlussanstieg
Der Däne setzte sich auf dem 200 Kilometer langen Teilstück von Gemona del Friuli zur Wintersportstation Piancavallo auf 1.290 Metern Höhe durch. Es war sein fünfter Etappensieg bei dieser Italien-Rundfahrt.
Felix Gall vom Team Decathlon-AG2R La Mondiale belegte mit einem Rückstand von einer Minute und 15 Sekunden den zweiten Tagesrang. Der 28-Jährige verteidigte damit seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung.
Der Australier Jai Hindley, ein früherer Giro-Sieger, wurde Etappendritter und liegt auch im Gesamtklassement auf Rang drei. Sein Rückstand auf Vingegaard beträgt 6 Minuten und 25 Sekunden.
Vingegaard attackierte rund elf Kilometer vor dem Ziel am zweiten Anstieg nach Piancavallo. Der Träger des Rosa Trikots setzte sich entscheidend von seinen Konkurrenten ab und holte auch die Ausreißer der frühen Fluchtgruppe noch ein.
Gall konnte dem Antritt des Dänen kurz folgen, musste dann aber abreißen lassen. Dennoch reichte es für den Osttiroler, seinen Vorsprung auf die Verfolger zu behaupten.
Rennverlauf der 20. Etappe
Die Etappe führte über 201 Kilometer und wies insgesamt 3.750 Höhenmeter auf. Die ersten 130 Kilometer waren weitgehend flach, ehe der 14,5 Kilometer lange Schlussanstieg zweimal bewältigt werden musste.
Eine frühe Ausreißergruppe hatte zwischenzeitlich mehr als viereinhalb Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld herausgefahren. Auf der ersten Auffahrt nach Piancavallo erhöhte das Team Visma-Lease a Bike das Tempo, dicht gefolgt von der Decathlon-Mannschaft.
Giulio Ciccone von Lidl-Trek sicherte sich auf der ersten Zielpassage in Piancavallo die Bergwertung des Giro d'Italia. Der Italiener hatte zuvor am Freitag die Königsetappe mit über 5.000 Höhenmetern bestritten.
Am Samstag griff Vingegaard auf der Schlusssteigung an und ließ die Konkurrenz hinter sich. Der Däne fing die verbliebenen Ausreißer und fuhr einem ungefährdeten Etappensieg entgegen.
Der Kanadier Derek Gee-West vom Team Lidl-Trek belegte den vierten Tagesrang. Er hatte am Vortag auf der 19. Etappe den zweiten Platz hinter dem US-Amerikaner Sepp Kuss belegt.
Rückblick auf die Königsetappe
Sepp Kuss, ein Edelhelfer Vingegaards, hatte am Freitag die Königsetappe von Feltre nach Alleghe gewonnen. Der 31-Jährige attackierte damals 2,2 Kilometer vor dem Ziel und sicherte sich seinen ersten Giro-Etappensieg.
Felix Gall hatte auf jener Etappe den zweiten Gesamtrang erfolgreich verteidigt. Er beendete den Tag unmittelbar vor dem Gesamtführenden Vingegaard und wies 39 Sekunden Rückstand auf Etappensieger Kuss auf.
Nach der 20. Etappe beträgt Galls Rückstand in der Gesamtwertung 5 Minuten und 22 Sekunden. Der Vorsprung ist angesichts der abschließenden Flachetappe uneinholbar.
Ausblick auf das Finale in Rom
Die Schlussetappe am Sonntag führt über 131 flache Kilometer durch Rom. Der Kurs startet in der Hauptstadt, macht einen Abstecher ans Meer nach Ostia und kehrt nach 39 Kilometern auf einen Stadtkurs zurück, der achtmal absolviert werden muss.
Das Rennen endet am Circus Maximus. Traditionell wird der Träger des Rosa Trikots auf der letzten Etappe einer Grand Tour nicht mehr attackiert, weshalb keine Änderungen im Gesamtklassement zu erwarten sind.
Mit dem Gesamtsieg würde Vingegaard als achter Radprofi der Geschichte alle drei großen Landesrundfahrten gewinnen. Der 29-Jährige triumphierte bereits 2022 und 2023 bei der Tour de France sowie 2025 bei der Vuelta a España.
Für den Dänen ist es die erste Teilnahme am Giro d'Italia. Er fährt für das niederländische Team Visma-Lease a Bike und trägt seit mehreren Tagen das Rosa Trikot des Gesamtführenden.
Historische Dimensionen
Felix Gall wird als zweiter Österreicher überhaupt auf dem Podium einer Grand Tour stehen. Bisher gelang dies nur Adolf Christian, der 1957 bei der Tour de France den dritten Platz belegte.
Gall zeigte sich nach der Etappe erleichtert. „Die mentale Ermüdung ist sehr groß. Ich war angespannt. Mit den Menschenmassen ist es auch ein bisschen gefährlich“, sagte der Osttiroler.
Dennoch blickte er zufrieden auf die Rundfahrt zurück: „Ich bin extrem happy, es so abzuschließen. Meine Familie, Freunde, bekannte Gesichter waren an der Strecke. Ich habe ständig meinen Namen gehört.“
Stimmen der Protagonisten
Vingegaard betonte seinen Siegeswillen: „Ich bin Radprofi, ich mag es, zu gewinnen. Heute wurde alles entschieden, also haben wir alles getan, um zu gewinnen. Ich hatte einen überragenden Tag.“
Der Däne blickt bereits auf die Tour de France, die am 4. Juli beginnt. Dort wird er auf Titelverteidiger Tadej Pogačar treffen, der bei diesem Giro nicht am Start war.
Die 109. Austragung des Giro d'Italia endet am Sonntag in Rom. Die Etappe wird live im Fernsehen und im Stream übertragen.
Fragen & Antworten
Wer ist Felix Gall?
Felix Gall ist ein 28-jähriger österreichischer Radprofi aus Osttirol, der für das Team Decathlon-AG2R La Mondiale fährt und beim Giro d'Italia 2026 den zweiten Gesamtrang belegt.
Warum wird Jonas Vingegaard auf der Schlussetappe nicht mehr angegriffen?
Im Radsport gilt die Tradition, dass der Gesamtführende auf der letzten Etappe einer Grand Tour nicht attackiert wird, da diese meist flach ist und als Parade für den designierten Sieger dient.
Welche Bedeutung hat ein Giro-Sieg für Jonas Vingegaard?
Mit einem Sieg beim Giro d'Italia würde Vingegaard als achter Fahrer der Geschichte alle drei Grand Tours (Tour de France, Giro d'Italia, Vuelta a España) gewinnen.