Merz überreicht Trump vor G7-Sitzung Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft
Évian, 17. Juni 2026
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Kurzfassung
Bundeskanzler Friedrich Merz hat US-Präsident Donald Trump am Rande des G7-Gipfels in Évian ein Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft überreicht. Das Trikot trägt den Namen „Trump" und die Rückennummer 47 – in Anspielung darauf, dass Trump der 47. Präsident der Vereinigten Staaten ist.
Évian, 17. Juni 2026
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat US-Präsident Donald Trump am Rande des G7-Gipfels in Évian ein Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft mit dem Namen „Trump" und der Nummer 47 überreicht.
Die Übergabe des Trikots fand vor Beginn einer Arbeitssitzung zur Lage in der Ukraine statt, an der auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnahm. Merz saß zunächst an seinem Platz am runden G7-Tisch, wickelte das Trikot dort aus dem Papier und ging anschließend zu Trump hinüber, um es ihm zu übergeben. Zu diesem Zeitpunkt hatte der US-Präsident bereits Platz genommen.
Der erste Überreichungsversuch verlief eher beiläufig. Trump nahm das Trikot im Sitzen entgegen, bedankte sich mit einem Handschlag und wandte sich rasch wieder dem Tischgeschehen zu. Anschließend legte er das zusammengerollte Trikot neben sich auf den Tisch. Beobachter werteten die Szene als kurze Geste im dicht getakteten Programm des Gipfeltreffens.
Zweiter Anlauf: Trump präsentiert das Trikot den Kameras
In einem zweiten Anlauf trat Merz schräg hinter Trump und überreichte das Trikot erneut, sodass es für die anwesenden Kameras sichtbar war. Trump hielt das Trikot hoch und präsentierte Namen und Rückennummer. Danach legte er es zusammengefaltet neben sich auf den Tisch. Auf dem Trikot waren der Name „Trump" und die Zahl 47 aufgedruckt.
Die Wahl der Rückennummer ist eine direkte Anspielung: Donald Trump ist der 47. Präsident der Vereinigten Staaten. Das Trikot entspricht optisch dem Dress der deutschen Fußballnationalmannschaft, die derzeit unter dem Logo des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) antritt. In diesem Sommer richtet Nordamerika die Fußball-Weltmeisterschaft aus; Spiele finden in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko statt.
Hintergrund: 80. Geburtstag und Partnerschaftsbotschaft
Auf der Plattform X richtete Merz versöhnliche Worte an den US-Präsidenten. Er schrieb: „Herzlichen verspäteten Glückwunsch zum 80. Geburtstag." Trump hatte am Sonntag vor der Trikotübergabe seinen 80. Geburtstag gefeiert. In einem weiteren Beitrag auf X ergänzte Merz: „Schließlich spielen wir im selben Team." Damit griff er das Motiv des Fußballtrikots auf und stellte die transatlantische Partnerschaft in den Vordergrund.
Die Geste fiel in eine Phase, in der das Verhältnis zwischen Berlin und Washington zuletzt Spannungen ausgesetzt war. Hintergrund waren kritische Äußerungen von Merz zum Vorgehen der USA im Iran-Krieg, die in Washington auf Unverständnis gestoßen waren. Vor diesem Hintergrund wurde die Trikotübergabe auch als symbolischer Versuch Merz' gedeutet, die Beziehung mit Blick auf den laufenden Gipfel wieder zu entkrampfen.
Trump war aus Washington nach Évian gereist, um am G7-Gipfel teilzunehmen. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industriestaaten war bis Mittwoch angesetzt. Im Zentrum der Beratungen standen unter anderem die Lage in der Ukraine sowie weitere außenpolitische Krisenherde. Merz und Trump hatten im Vorfeld des Gipfels kein bilaterales Treffen auf der Agenda.
Spannungen zwischen Berlin und Washington
Ungeachtet dessen führte Trump am Rande des Gipfels bilaterale Gespräche mit anderen Staats- und Regierungschefs, wie aus Planungen hervorging, die im Vorfeld bekannt wurden. Merz nutzte die Gelegenheit im Plenum am runden Tisch, um mit der Geste des Trikots ein persönliches Signal an Trump zu senden, ohne ein eigenes bilaterales Format zu beanspruchen.
Das Format eines G7-Gipfeltreffens sieht vor, dass die Staats- und Regierungschefs an einem großen runden Tisch Platz nehmen und Arbeitssitzungen zu den jeweiligen Tagesordnungspunkten abhalten. Die Übergabe des Trikots fand dementsprechend in unmittelbarer Nähe des Tisches statt, an dem die Delegationen untereinander saßen. Merz näherte sich Trump dabei nicht von vorn, sondern zunächst von der Seite.
Trump gehört der Republikanischen Partei an. Das Verhältnis zwischen dem Weißen Haus und der Bundesregierung war zuletzt auch durch öffentliche Kritik von Bundeskanzler Merz an der US-amerikanischen Iran-Politik belastet. Merz hatte die US-Vorgehensweise im Kontext des Iran-Krieges kritisch kommentiert; die Reaktionen aus Washington fielen reserviert aus.
Symbolik im Umfeld des G7-Gipfels
Die Trikotübergabe wurde von zahlreichen Fotografen und Kamerateams dokumentiert. Als Trump das Trikot beim zweiten Versuch in die Höhe hielt, waren Name und Rückennummer für die Kameras deutlich erkennbar. Im Anschluss legte er es zusammengefaltet neben sich ab, sodass es auch auf späteren Aufnahmen weiterhin auf dem Tisch zu sehen war.
Das Motiv des gemeinsamen Teams griff Merz auch in seiner schriftlichen Begleitung auf X auf. Damit verband er die persönliche Geburtstagsgratulation mit einer politischen Botschaft: Trotz unterschiedlicher Akzente in einzelnen Politikfeldern stellten Deutschland und die USA eine Seite in internationalen Fragen dar. In seiner ersten Nachricht gratulierte er nachträglich zum 80. Geburtstag, in seiner zweiten betonte er die Gemeinsamkeit.
Der G7-Gipfel in Évian stand unter dem Eindruck mehrerer internationaler Krisen, insbesondere des andauernden Konflikts in der Ukraine. Die Arbeitssitzung, vor der Merz das Trikot überreichte, war diesem Thema gewidmet. Der ukrainische Präsident Selenskyj war eigens zu dieser Sitzung zugeschaltet beziehungsweise vor Ort, um die Perspektive Kiews darzulegen. Die inhaltliche Arbeit wurde durch solche symbolischen Gesten am Rande ergänzt.
Kontext: Fußball-WM in Nordamerika
Beobachter werteten die Szene als Versuch, die Atmosphäre zwischen Berlin und Washington nach den Spannungen der vergangenen Wochen wieder aufzulockern. Das Trikot sei ein vergleichsweise leichtes, aber öffentlichkeitswirksames Symbol, hieß es in diplomatischen Kreisen. Offizielle Stellungnahmen aus dem Weißen Haus oder dem Bundeskanzleramt, die über die X-Beiträge von Merz hinausgingen, lagen zunächst nicht vor.
Der Zeitpunkt der Übergabe unmittelbar vor der Ukraine-Sitzung unterstrich die politische Rahmung der Geste: Merz nutzte die Gelegenheit eines gemeinsamen Themas, um die persönliche Ebene zu Trump anzusprechen. Die Rückennummer 47 auf dem Trikot sei bewusst gewählt worden, hieß es; sie verweise auf Trumps Amtszeit als 47. Präsident der Vereinigten Staaten und sei als charmanter Hinweis gemeint.
Insgesamt zeigte die Szene, wie auf internationalen Gipfeltreffen symbolische Gesten, persönliche Gratulationen und politische Symbolik ineinandergreifen. Auch wenn kein bilaterales Treffen zwischen Merz und Trump vorgesehen war, entstand durch die Trikotübergabe ein kurzer Moment gemeinsamer Aufmerksamkeit am runden Tisch, der von den anwesenden Medien dokumentiert wurde.
Die Sportsymbolik verwies zugleich auf die parallel stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika. Die USA, Kanada und Mexiko sind Ausrichter des Turniers; sportliche Motive spielten deshalb in den diplomatischen Kommunikationen eine erkennbare Rolle. Merz verband die Glückwünsche an Trump, die Rückennummer 47 und die Anspielung auf das gemeinsame Team zu einer in sich geschlossenen Geste.
Der Vorgang verdeutlichte zugleich die übliche Choreografie solcher Gipfel: Während formale Arbeitssitzungen vorbereitet werden, nutzen Staats- und Regierungschefs die Minuten davor für kurze persönliche Begegnungen und Gesten. Die Übergabe des Trikots durch Merz reihte sich in solche informellen Momente ein, die in der Regel von den mitreisenden Presseteams festgehalten werden.
Im Nachgang veröffentlichte Merz die genannten Kurznachrichten auf X, in denen er den 80. Geburtstag nachträglich gratulierte und die Metapher des gemeinsamen Teams aufgriff. Diese Beiträge bildeten den offiziellen schriftlichen Rahmen der ansonsten eher informellen Begegnung am Rand der Ukraine-Sitzung. Übersetzungen oder Reaktionen von US-Seite über die persönlichen Kanäle Trumps hinaus wurden zunächst nicht bekannt.
Fragen & Antworten
Welches Trikot hat Bundeskanzler Merz Donald Trump überreicht?
Merz überreichte Trump ein Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft in den Farben des DFB, auf dem der Name „Trump" und die Rückennummer 47 aufgedruckt waren. Die Übergabe fand am Rande des G7-Gipfels in Évian vor einer Arbeitssitzung zur Lage in der Ukraine statt.
Warum trägt das Trikot die Nummer 47?
Die Nummer 47 wurde gewählt, weil Donald Trump der 47. Präsident der Vereinigten Staaten ist. Die Zahl gilt als direkte Anspielung auf seine Amtszeit.
Welche Glückwünsche richtete Merz an Trump?
Merz gratulierte Trump auf der Plattform X nachträglich zum 80. Geburtstag mit den Worten „Herzlichen verspäteten Glückwunsch zum 80. Geburtstag". In einem weiteren Beitrag schrieb er: „Schließlich spielen wir im selben Team."
Merz schenkt Trump DFB-Trikot beim G7-Gipfel in Évian | nachrichten360