Merlier siegt im Sprint in Bordeaux – Pogacar verteidigt Gelb vor achter Etappe
Bordeaux, 10. Juli 2026
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Kurzfassung
Tim Merlier hat die siebte Etappe der Tour de France im Massensprint in Bordeaux gewonnen und seinen vierten Tour-Tagessieg gefeiert. Tadej Pogacar führt das Gesamtklassement weiter mit 2:42 Minuten Vorsprung auf Jonas Vingegaard an und behauptet auch auf der achten Etappe nach Bergerac das Gelbe Trikot.
Der belgische Sprintstar Tim Merlier (Soudal Quick-Step) hat am Freitag die siebte Etappe der Tour de France über 175,1 Kilometer von Hagetmau nach Bordeaux im Massensprint gewonnen und damit seinen insgesamt vierten Tagessieg bei einer Frankreich-Rundfahrt gefeiert.
Der Rennverlauf
Bei Temperaturen von bis zu 36 Grad und auf einer weitgehend flachen Strecke mit nur 850 Höhenmetern setzte sich der 33-jährige Merlier nach rund dreieinhalb Stunden Fahrzeit vor dem Norweger Sören Wærenskjold (Uno-X) und dem Eritreer Biniam Girmay (NSN) durch. Der deutsche Tour-Debütant Max Kanter (Lidl-Trek) kam auf den vierten Platz und verpasste damit knapp seinen ersten Podestplatz bei einer Grand Tour. Sein Landsmann Phil Bauhaus wurde Siebter, Florian Lipowitz belegte im Gesamtklassement Rang acht.
Merliers Landsmann Jasper Philipsen, dessen Alpecin-Premier-Tech-Team den Sprint angezogen hatte, musste sich mit Rang fünf begnügen. Der Däne Mads Pedersen (Lidl-Trek), der das Grüne Trikot des Punktbesten trägt, kam auf Platz neun, sicherte sich aber beim Zwischensprint noch einige zusätzliche Zähler im Kampf um die Sprintwertung. Im Klassement der Punktejagd liegt Pedersen weiterhin mit 59 Punkten vor Girmay in Führung.
Im Gesamtklassement änderte sich an der Spitze erwartungsgemäß nichts. Der slowenische Titelverteidiger Tadej Pogacar (UAE Emirates) führt nach sieben von 21 Etappen weiterhin mit 2:42 Minuten vor dem Dänen Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike). Dritter ist Pogaracs Teamkollege Isaac Del Toro aus Mexiko mit 3:27 Minuten Rückstand. Der Belgier Remco Evenepoel folgt mit 3:30 Minuten auf Rang vier, der Spanier Juan Ayuso mit 3:34 Minuten auf Platz fünf.
Klassement und Punktwertung
Das Rennen selbst verlief weitgehend kontrolliert. Bei drückender Hitze versuchten zwei Ausreißer ihr Glück, wurden vom Hauptfeld jedoch nie weit weggelassen und rund 18 Kilometer vor dem Ziel gestellt. Damit war der Weg frei für den erwarteten Massensprint, in dem Merlier seine Klasse ausspielte. Für den Belgier ist es nach Siegen in den Jahren 2021 und im Vorjahr bereits der vierte Tour-Etappensieg seiner Karriere.
Merlier zeigte sich nach dem Rennen erleichtert und sprach im Ziel-Interview über die chaotische Schlussphase. „Ich habe meinen Sprint gestartet, ohne zu wissen, wo die Ziellinie war. Es herrschte Chaos bei der Positionsfindung, aber dank der großartigen Arbeit des Teams habe ich es geschafft“, kommentierte der Belgier den turbulenten Endspurt in der Weinmetropole am Ufer der Garonne. Es war erst sein zweiter Etappensieg bei dieser Rundfahrt nach dem dritten Platz beim ersten Massensprint am Mittwoch.
Stimmen nach dem Zielsprint
Bordeaux hat in der Geschichte der Tour de France eine besondere Beziehung zu Sprintankünften. 1995 und 1997 gewann der deutsche Sprinter Erik Zabel an der Garonne, damals noch im Trikot des Telekom-Teams. Mit Merliers Erfolg setzte ein belgischer Sprinter die Tradition fort, wobei die Etappe in diesem Jahr nicht nur sportlich, sondern auch logistisch eine besondere Herausforderung darstellte: Die Organisatoren mussten den Zieleinlauf am Quai des Chartrons koordinieren.
Das Hauptfeld rollte geschlossen ins Ziel, sodass es im Gesamtklassement keine Verschiebungen gab. Die Österreicher Felix Großschartner und Marco Haller liegen weiter im Mittelfeld bzw. mit 2:39 Minuten Rückstand im vorderen Bereich des Gesamtklassements. Florian Lipowitz aus Deutschland hält als Achter (+4:00) eine solide Position in den Top Ten, der Franzose Paul Seixas folgt mit 3:55 Minuten Rückstand auf Rang sieben.
Ausblick auf Etappe acht
Der Blick richtet sich nun auf die achte Etappe am Samstag, die über 180,4 Kilometer von Périgueux nach Bergerac führt. Auch diese Strecke weist keine schwierigen Bergwertungen auf, sodass erneut mit einem Massensprint zu rechnen ist. Damit bleibt den Klassementfahrern um Pogacar und Vingegaard eine weitere Etappe zur Schonung, bevor am Sonntag mit der Etappe von Lannemezan nach Pau (158,3 km) die zweite Pyrenäen-Phase beginnt.
Die Gesamtdistanz der 113. Tour de France führt in 21 Etappen über rund 3.400 Kilometer von Barcelona, wo am 5. Juli das Mannschaftszeitfahren stattfand, bis zur traditionsreichen Schlussetappe auf den Champs-Élysées am 26. Juli. Die Rundfahrt verläuft überwiegend durch Frankreich, mit Start in Katalonien und Bergetappen in den Pyrenäen, den Vogesen und den Alpen, ehe das Peloton in Paris eintrifft.
Nach der ruhigen achten Etappe wartet am Sonntag die erste Bergetappe der zweiten Woche: Die Strecke von Lannemezan nach Pau gilt zwar als Pyrenäen-Etappe, kommt aber ohne extreme Steigungen aus, sodass die Favoriten auf den Gesamtsieg wahrscheinlich geschlossen ins Ziel kommen werden. Spannender dürfte es am Montag werden, wenn die Etappe von Pau nach Gavarnie-Gèdre (186,2 km) als erste richtige Bergetappe der zweiten Rennhälfte ansteht.
Die weiteren Etappen im Überblick
Die achte Etappe am Samstag startet in Périgueux, das zum zweiten Mal in der Tour-Geschichte als Etappenort fungiert. Das Ziel in Bergerac, das für seinen Weinbau und sein mittelalterliches Zentrum bekannt ist, war zuletzt 1994 Austragungsort einer Tour-Etappe. Die flache Dordogne-Region bietet ideale Voraussetzungen für die Sprinterteams, allen voran Soudal Quick-Step, Alpecin und Lidl-Trek.
Vor dem Start der achten Etappe blickt Merlier auf einen perfekten Tag zurück. Nachdem er am Mittwoch beim ersten Sprint der diesjährigen Tour noch mit Platz drei haderte, hat er nun im zweiten Anlauf zugeschlagen und bewiesen, dass er zur Weltspitze der Sprinter gehört. Sein Teamkollege und Anfahrer Bert Van Lerberghe hatte den Sprint denkbar ungünstig eröffnet, doch Merlier fand noch eine Lücke und nutzte sie.
Das Gesamtklassement nach sieben Etappen zeigt das übliche Bild einer Rundfahrt, die bisher von den Sprinterteams und Ausreißern dominiert wurde. Pogacar fährt souverän in Gelb, ohne bisher in eine ernsthafte Situation geraten zu sein. Der zweimalige Toursieger Vingegaard hält als Zweiter stets Kontakt zu seinem Rivalen, während Del Toro als junger Herausforderer für die Zukunft auf Platz drei liegt.
Der durchschnittliche Etappensieger der bisherigen Rundfahrt kommt auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 50 km/h, was die Schnelligkeit des diesjährigen Pelotons unterstreicht. Die Organisatoren der Tour zeigen sich mit dem bisherigen Verlauf zufrieden, auch wenn die Zuschauerzahlen entlang der Strecke in Bordeaux nicht an die Werte früherer Jahre heranreichten. Grund war die extreme Hitze, die viele Fans davon abhielt, stundenlang an der Strecke zu warten.
Spurensuche in der Tour-Geschichte
Mit Blick auf die kommenden Bergetappen deutet alles auf einen offenen Schlagabtausch zwischen Pogacar und Vingegaard hin. Die Etappe am 24. Juli von Voiron nach Orcières-Merlette (185,2 km) sowie die Königsetappe am 25. Juli von Gap zur Alpe d'Huez (127,9 km) versprechen Hochspannung. Doch bis dahin steht zunächst der Sprint-Spektakel in Bergerac auf dem Programm – und ein weiterer möglicher Tagessieg für Merlier oder seine Rivalen.
Die Tour de France 2026 markiert den ersten Start in Barcelona seit 1992 und wird in Spanien mit einem Mannschaftszeitfahren eröffnet, das UAE Emirates deutlich gewann. Der Veranstalter ASO hatte sich für diesen außergewöhnlichen Auftakt entschieden, um die Rundfahrt internationaler auszurichten. Nach sieben Etappen und dem Wechsel nach Frankreich zeigt sich, dass die logistische Mammutaufgabe bislang reibungslos verlaufen ist.
Fragen & Antworten
Wer hat die siebte Etappe der Tour de France 2026 gewonnen?
Der belgische Sprinter Tim Merlier vom Team Soudal Quick-Step entschied die siebte Etappe über 175,1 Kilometer von Hagetmau nach Bordeaux im Massensprint für sich. Es war sein vierter Tagessieg bei einer Tour de France.
Wer führt das Gesamtklassement nach sieben Etappen an?
Der slowenische Titelverteidiger Tadej Pogacar (UAE Emirates) liegt weiterhin mit 2:42 Minuten Vorsprung auf den Dänen Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) an der Spitze. Dritter ist sein Teamkollege Isaac Del Toro aus Mexiko mit 3:27 Minuten Rückstand.
Was passiert bei der achten Etappe am Samstag?
Am Samstag führt die achte Etappe über 180,4 Kilometer von Périgueux nach Bergerac. Da keine schwierigen Bergwertungen zu bewältigen sind, wird erneut mit einem Massensprint gerechnet.
Merlier Sprint-Sieg Bordeaux Tour 2026 Etappe 7 | nachrichten360