Martha Lillard, nach Angaben mehrerer US-Medien die letzte bekannte Polio-Überlebende, die rund um die Uhr auf eine Eiserne Lunge angewiesen war, ist Ende Juni im Alter von 78 Jahren in Oklahoma gestorben.
Lillard hatte sich im Alter von fünf Jahren im Jahr 1953 mit Polio infiziert. Die Erkrankung führte nach Angaben ihrer Familie dazu, dass große Teile ihres Körpers gelähmt wurden und ihre Atemmuskulatur dauerhaft geschädigt wurde. Infolgedessen war sie in ihrer letzten Lebensphase rund um die Uhr auf die jahrzehntealte Eiserne Lunge angewiesen.
Die Eiserne Lunge ist ein großer Metallzylinder, der die Atmung der Patientinnen und Patienten durch Druckveränderungen unterstützt. Vor der Einführung wirksamer Polio-Impfstoffe in den 1950er-Jahren galt das Gerät als Symbol im Kampf gegen die Kinderlähmung. Lillard selbst hatte nach eigenen Worten verschiedene Alternativen ausprobiert, doch keine bot die notwendige Atemunterstützung.
Leben mit der Eisernen Lunge
Kurz vor ihrem Tod hatte Lillard dem Lokalsender KFOR ein Interview gegeben. Darin schilderte sie, dass die Wartung des Geräts zunehmend schwierig geworden sei. Ersatzteile aus den 1940er-Jahren seien kaum noch zu beschaffen gewesen, und es habe sich niemand gefunden, der die Reparatur übernehmen konnte, sagte ihre Schwester dem Sender.
