Der 37-jährige Wiener Marko Arnautovic hat nach 137 Länderspielen und dem 0:3 im WM-Achtelfinale gegen Spanien in Los Angeles seine Karriere in der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft beendet.

Es war ein Abschied, der die Dimension einer Ära hatte. Nach dem Schlusspfiff der Achtelfinal-Niederlage Österreichs gegen Spanien ging Marko Arnautovic, inzwischen ohne Schuhe, über den Rasen, sichtlich bewegt, mit feuchten Augen. Vor dem Mikrofon von ServusTV rang er um Fassung: „Das ist eine Katastrophe. Ich habe schon genug geweint." Später erklärte er: „Beim Schlusspfiff war mir klar, dass es für mich das letzte Mal war. Es fühlt sich katastrophal an, aber ich habe schon genug geweint."

Mit 137 Einsätzen und 49 Toren verlässt Arnautovic die Auswahl des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) als alleiniger Rekordhalter in beiden Kategorien. Im Oktober 2025 hatte er mit vier Toren beim 10:0 gegen San Marino den damaligen Rekord von Toni Polster überholt und sich endgültig an die Spitze der ewigen Torschützenliste gesetzt. Auch die Zahl der Länderspiele ist Bestwert – ein Beleg für eine Karriere, die am 11. Oktober 2008 unter Teamchef Karel Brückner mit einem 1:1 auf den Färöer-Inseln begonnen hatte und sich über 18 Jahre erstreckte.

Ein Rekordspieler sagt Lebwohl

„Es ist und war das größte Highlight meiner Karriere, mit meinem Land hier bei einer Weltmeisterschaft spielen zu dürfen“, sagte Arnautovic. „Es trifft mich zum Schluss, dass ich meine zweite Familie ab jetzt nicht mehr am Platz sehen werde." In der Kabine fand er noch einmal Worte an die Mannschaft. Teamkollegen und Betreuer hätten Tränen in den Augen gehabt, berichtete ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick später. „Ich denke, bis zum Ende ihres Lebens werde ich immer ein großer Bruder sein für sie. Ich werde sie weiterhin hinter den Kulissen unterstützen und anfeuern. Aber es tut sehr weh, dass es das letzte Mal war“, sagte Arnautovic über seine Ansprache.

Der 68-jährige Deutsche Rangnick sprach von einem „besonderen Moment“ und einer „besonders berührenden und natürlich traurigen Atmosphäre“. Er bedauerte, dass er Arnautovic in den zurückliegenden Wochen nicht häufiger und nicht einmal über 90 Minuten habe einsetzen können. „Er hat nach seinem letzten Wechsel nach Belgrad nicht immer regelmäßig gespielt“, erklärte Rangnick zur sportlichen Situation seines Schützlings. „Ich hätte ihn natürlich gerne öfter länger dabei gehabt und auch mal in einem Spiel über 90 Minuten – aber das ist leider nicht möglich gewesen.“

Die letzte Partie gegen Spanien

Gegen Spanien, den regierenden Europameister, wurde Arnautovic in der zweiten Hälfte eingewechselt, als Österreich bereits 0:1 zurücklag. Eine Wende konnte er nicht mehr einleiten. Zwar hatte er bei dieser WM in vier Spielen zwei Tore erzielt und dreimal als Einwechselspieler gewirkt, doch im entscheidenden Spiel reichte es nicht mehr. „Wir haben alles versucht, aber Spanien ist eine überragende Mannschaft. Leider hat es heute nicht gereicht. Trotzdem können wir stolz auf das sein, was wir bei dieser Weltmeisterschaft geleistet haben“, bilanzierte Arnautovic.