Der kenianische Marathon-Weltrekordler Sabastian Sawe fällt verletzungsbedingt für den Berlin-Marathon aus und muss sein für den Herbst geplantes Comeback verschieben.
Der kenianische Marathon-Weltrekordler Sabastian Sawe wird beim Berlin-Marathon nicht an den Start gehen. Wie Organisatoren und sein Umfeld am Mittwoch bestätigten, konnte der 28-Jährige seine Verletzung nicht rechtzeitig auskurieren, um für das Rennen am 28. September an der Startlinie am Brandenburger Tor zu stehen.
Sawe hatte erst Ende April in London Schlagzeilen geschrieben, als er als erster Mensch überhaupt einen Marathon in weniger als zwei Stunden absolvierte. Mit einer Zeit von 1:59:30 Stunden unterbot er die magische Schallmauer über die klassische 42,195-Kilometer-Distanz und setzte einen Meilenstein in der Geschichte des Laufsports.
Hintergrund: Der historische London-Lauf
Die ursprüngliche Euphorie über das Projekt, in Berlin unter offiziellen Wettkampfbedingungen anzugreifen, wich daher rasch der Enttäuschung über die erneute Pause. Vom Veranstalter hieß es, man bedaure den Ausfall, habe aber Verständnis für die sportärztliche Entscheidung.
In Berlin war die Vorfreude auf den Auftritt des Kenyaners groß gewesen, nicht zuletzt weil die Strecke als eine der schnellsten der Welt gilt. Auch die äthiopische Rekordhalterin Tigst Assefa zählt zum erweiterten Favoritenkreis und könnte den Wettkampf ohne die Konkurrenz des Weltrekordlers prägen.
Nähere Angaben zur Art der Blessur und zur voraussichtlichen Genesungsdauer machte das Lager des Athleten zunächst nicht. Klar sei lediglich, dass ein Start unter diesen Bedingungen das Risiko einer Verschlimmerung berge und daher ärztlich nicht vertretbar sei.
Auswirkungen auf den Berlin-Marathon
Der Berlin-Marathon gehört neben den Rennen in London, New York, Chicago und Boston zu den sechs Majors des internationalen Marathon-Kalenders und zieht regelmäßig Spitzathleten aus aller Welt an. In diesem Jahr steht das Rennen unter dem Eindruck mehrerer prominenter Ausfälle.
Veranstalter und Sponsoren müssen nun reagieren und das mediale Marketing rund um den Weltrekord-Versuch neu ausrichten. Auch die Kartenverkäufe und die TV-Übertragung, die stark auf den Star-Auftritt zugeschnitten waren, dürften angepasst werden.
Für Sawe selbst bedeutet der erzwungene Pausenmonat einen Rückschlag in der ohnehin kurzen Karrierephase, in der er den Weltrekord innehat. Sein nächstes großes Etappenziel ist nach Angaben aus seinem Umfeld erst für das Frühjahr 2027 angepeilt.
Ausblick auf die Saison 2027
Ungeachtet des Ausfalls rechnen die Organisatoren weiterhin mit einem hochklassigen Feld. Neben Assefa werden auch mehrere Läuferinnen und Läufer aus Kenia und Äthiopien erwartet, die in Berlin einen schnellen Tag nutzen wollen.
Die offizielle Startliste soll in den kommenden Tagen aktualisiert werden. Wann genau Sawe ins Training einsteigen kann, hängt vom Heilungsverlauf der kommenden Wochen ab.
