Lkw kracht in Friseursalon in der Oststeiermark: Inhaberin stirbt, zwei Mitarbeiterinnen schwer verletzt
St. Johann in der Haide, 03. Juli 2026
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Kurzfassung
In St. Johann in der Haide im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld ist am Freitagvormittag ein mit Schotter beladener Lastwagen von der Burgenland Straße abgekommen und in einen Friseursalon gekracht. Dabei kam die 60-jährige Inhabin des Geschäfts ums Leben, zwei Mitarbeiterinnen im Alter von 52 und 58 Jahren erlitten schwere Verletzungen.
Ein 62-jähriger Lkw-Lenker ist am Freitagvormittag in St. Johann in der Haide im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld mit seinem mit Schotter beladenen Schwerfahrzeug von der Burgenland Straße (B50) abgekommen und in einen Friseursalon gekracht; dabei kam die 60-jährige Inhaberin des Geschäfts ums Leben.
Der Unfall ereignete sich kurz vor 10.25 Uhr im Ortsgebiet von St. Johann in der Haide, wie die Landespolizeidirektion Steiermark mitteilte. Der 62-jährige Lenker war aus Richtung Markt Allhau kommend in Fahrtrichtung Hartberg unterwegs, als er nach Angaben der Polizei die Kontrolle über das Schwerfahrzeug verlor und von der Fahrbahn abkam. Der mit Schotter beladene Lkw durchschlug die Mauer des Hauses, in dem sich das Friseurgeschäft befand, und blieb im Salon stecken. „Das Gebäude und der Laster wurden durch den Unfall schwer beschädigt, so die Polizei.
Für die 60-jährige Geschäftsinhaberin kam jede Hilfe zu spät. Sie erlag noch am Unfallort ihren Verletzungen. Roman Becker, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Unterlungitz, bestätigte gegenüber Medien, dass es sich bei der Verstorbenen um die Inhaberin des Friseursalons handelt. Zwei weitere Frauen im Alter von 52 und 58 Jahren, bei denen es sich nach ersten Informationen um Angestellte des Salons handelt, wurden bei dem Aufprall schwer verletzt und mussten medizinisch versorgt werden.
Hergang des Unfalls
Der Lkw-Lenker selbst kam mit leichten Verletzungen davon. Nach ersten Ermittlungen der Polizei dürfte ein medizinischer Notfall – ein Schwächeanfall – beim 62-Jährigen die Ursache dafür gewesen sein, dass er die Kontrolle über das Schwerfahrzeug verlor. „Ursache dürfte ein medizinischer Notfall beim 62-jährigen Lkw-Lenker gewesen sein“, teilte die Landespolizeidirektion Steiermark mit. Darüber hinaus stellten die Ermittler im Zuge der ersten Untersuchungen fest, dass der Fahrer zum Unfallzeitpunkt leicht alkoholisiert war.
„Ein mit ihm durchgeführter Alko-Test ergab eine leichte, für Lkw-Fahrer jedoch relevante, Alkoholisierung“, hieß es von der Polizei. Für Berufskraftfahrer gelten in Österreich strengere Grenzwerte als für Pkw-Lenker. Wegen der leichten Alkoholisierung habe der Lenker „wohl noch mit Konsequenzen zu rechnen“, so die Behörde. Die genauen Umstände und die endgültige Ursache des Unfalls sind Gegenstand laufender Ermittlungen.
Schwächeanfall und leichte Alkoholisierung
Die Feuerwehr, Rettungsdienste, die Polizei und gleich zwei Rettungshubschrauber waren im intensiven Rettungseinsatz, um die Verletzten schnellstmöglich zu versorgen. Der Großeinsatz erstreckte sich über mehrere Stunden. Anrainer und Passanten mussten den Bereich weiträumig umfahren.
Während des Einsatzes und der Unfallaufnahme sowie für die Bergung des Lkw blieb die Burgenland Straße (B50) im betroffenen Abschnitt vollständig gesperrt. Für Pkw wurde eine örtliche Umleitung eingerichtet. Der Schwerlastverkehr musste das Gebiet großräumig umfahren.
Großeinsatz der Rettungskräfte
Der Friseursalon, in den der Lkw eingebrochen war, wurde durch die Wucht des Aufpralls massiv beschädigt. Fotos vom Unfallort zeigen ein Bild der Zerstörung: Die Außenmauer des Gebäudes ist auf mehreren Metern Länge eingedrückt, der Lkw ragt mit seinem Führerhaus in den Verkaufs- und Behandlungsraum des Salons hinein. Glassplitter, Mauerbrocken und Trümmerteile verteilten sich über den gesamten Innenbereich.
Der Unfall löste in der kleinen Gemeinde St. Johann in der Haide und im gesamten Bezirk Hartberg-Fürstenfeld Bestürzung aus. Das Friseurgeschäft galt als langjähriger Treffpunkt im Ort; die Inhaberin war über Jahrzehnte hinweg für viele Stammkundinnen und Stammkunden die erste Ansprechpartnerin in Fragen Haarstil und Schönheit. Ihr plötzlicher Tod hinterlässt in der Gemeinde eine tiefe Lücke.
Sperre der Burgenland Straße
Der genaue Hergang des Schwächeanfalls ist noch nicht abschließend geklärt. Die Polizei und die zuständigen Sachverständigen müssen unter anderem rekonstruieren, ob der Lenker möglicherweise schon vor dem Verlassen der Fahrbahn erste Anzeichen eines gesundheitlichen Problems zeigte und ob sein Zustand eine rechtzeitige Reaktion noch zuließ. Auch die Frage, inwieweit die leichte Alkoholisierung den Verlauf des medizinischen Notfalls beeinflusst haben könnte, ist Teil der Ermittlungen.
Die Staatsanwaltschaft Graz prüft, ob und welche strafrechtlichen Konsequenzen sich aus der Kombination von Schwächeanfall und Alkoholisierung ergeben. Parallel dazu laufen Verwaltungsverfahren, da gegen den Lenker als Berufskraftfahrer besondere gesetzliche Bestimmungen hinsichtlich Alkoholkonsums und Fahrtüchtigkeit gelten. Ob die Inhaberin des Friseursalons zum Zeitpunkt des Aufpralls an der Kasse, in einem Behandlungsraum oder im Eingangsbereich stand, ist Teil der laufenden Erhebungen.
Ermittlungen und mögliche Konsequenzen
Anrainer berichteten gegenüber regionalen Medien von einem lauten Knall, der am Freitagvormittag durch das Ortsgebiet von St. Johann in der Haide hallte. Demnach habe sich der Unfall in unmittelbarer Nähe der Durchzugsstraße B50 ereignet. Ersthelfer und Passanten kümmerten sich unmittelbar nach dem Aufprall um die Verletzten, bis die Rettungskräfte eintrafen.
Die beiden schwer verletzten Mitarbeiterinnen wurden nach der Erstversorgung an der Unfallstelle in Krankenhäuser eingeliefert. Über ihren Gesundheitszustand am Nachmittag und Abend des Unfalltages machten die Behörden zunächst keine detaillierten Angaben. Die Angehörigen der Verstorbenen wurden von der Polizei und einem Kriseninterventionsteam betreut.
Der Lkw, ein Schwerfahrzeug mit Schotterladung, musste mit schwerem Gerät geborgen werden. Da das Fahrzeug tief in das Mauerwerk eingedrungen war, dauerte die Bergung mehrere Stunden und erforderte den Einsatz eines Bergekrans. Während der gesamten Bergungsarbeiten blieb die Unfallstelle weiträumig abgesperrt.
Die Gemeinde St. Johann in der Haide kündigte an, in den kommenden Tagen eine Gedenkstunde für die Verstorbene abzuhalten. Bürgermeister und Vertreter der Pfarre sprachen den Angehörigen der Inhaberin ihr Beileid aus. Auch die Landespolitik zeigte sich bestürzt über den tragischen Vorfall.
Reaktionen aus der Gemeinde
Die Burgenland Straße (B50) ist eine der wichtigsten Verbindungsachsen in der Oststeiermark zwischen Oberwart und Hartberg. Der Streckenabschnitt im Ortsgebiet von St. Johann in der Haide gilt als vielbefahren, da er sowohl von Pendlern als auch vom Schwerlastverkehr genutzt wird. In der Vergangenheit hatten Anrainer wiederholt auf die Belastung durch den Schwerverkehr hingewiesen.
Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang dauern an. Erst nach Abschluss der Untersuchungen und der Auswertung der Gutachten wird die Polizei eine abschließende Stellungnahme zum Hergang veröffentlichen.
Mit dem Tod der Inhaberin verliert die kleine Gemeinde St. Johann in der Haide eine geschätzte Unternehmerin, die ihren Salon über Jahrzehnte hinweg führte. Der Friseursalon war nicht nur ein Ort für Haarpflege, sondern auch ein Ort der Begegnung im Ort. Die Nachricht vom Unfall verbreitete sich schnell über soziale Medien und lokale Nachrichtenkanäle, zahlreiche Kundinnen und Bekannte reagierten mit Bestürzung und sprachen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus.
Fragen & Antworten
Wer kam bei dem Unfall in St. Johann in der Haide ums Leben?
Bei dem Unfall kam die 60-jährige Inhaberin des Friseursalons ums Leben, die sich zum Zeitpunkt des Aufpralls im Geschäft befand.
Wie konnte der Lkw in den Friseursalon krachen?
Nach Angaben der Polizei verlor der 62-jährige Lkw-Lenker am Freitagvormittag kurz vor 10.25 Uhr im Ortsgebiet von St. Johann in der Haide vermutlich aufgrund eines Schwächeanfalls die Kontrolle über sein mit Schotter beladenes Schwerfahrzeug, kam von der Burgenland Straße (B50) ab und durchschlug die Mauer des Gebäudes, in dem sich der Salon befand.
Welche Konsequenzen drohen dem Lkw-Lenker?
Da beim Lenker laut Polizei eine leichte, für Lkw-Fahrer jedoch relevante Alkoholisierung festgestellt wurde und der Unfall einen Toten sowie mehrere Schwerverletzte forderte, hat er mit strafrechtlichen und verwaltungsrechtlichen Konsequenzen zu rechnen, während die genauen Umstände noch ermittelt werden.
Lkw-Unfall St. Johann in der Haide: Friseursalon-Inhaberin | nachrichten360