Wegen vielfachen Diebstahls von Friedhofsskulpturen hat das Landgericht Berlin ein Ehepaar zu Haftstrafen von mehreren Jahren verurteilt, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.

Das Urteil erging am Donnerstag gegen einen 68-jährigen Mann, seine fünf Jahre jüngere Frau sowie einen 57-jährigen Mitangeklagten. Vier Jahre und vier Monate Haft verhängte das Landgericht Berlin gegen den 68-Jährigen. Seine 63-jährige Frau erhielt vier Jahre und zwei Monate. Ein dritter Angeklagter wurde wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Das Urteil entspricht im Wesentlichen dem Antrag des Staatsanwalts. Die Verteidiger der Eheleute beantragten nicht mehr als drei Jahre und neun Monate Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Taten und ihr Ausmaß

Beide Eheleute hätten sich des gewerbsmäßigen Diebstahls in 28 Fällen sowie des versuchten Diebstahls schuldig gemacht. Das Ehepaar habe über Jahre hinweg Friedhöfe ausgespäht und dann nachts Bronzeplastiken, Skulpturen, Reliefs aus der Verankerung gelöst oder mit Gewalt abgetrennt und weggeschafft. Die Polizei fahndete immer wieder öffentlich nach den Kunstwerken.

Bei den gestohlenen Objekten handelte es sich um Jesusfiguren, Engel und Reliefplatten. Die meisten der bis zu 150 Kilogramm schweren Objekte seien auf Friedhöfen in Berlin entwendet worden. Betroffen waren zudem Friedhöfe in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Darunter befand sich eine Bronzefigur im Wert von mindestens 60.000 Euro.